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Sport Wintersport
02/09/2021

Chaos de luxe bei der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo

Wegen der Wetterkapriolen kann die Medaillenjagd erst am Donnerstag beginnen. Die Aufregung über die Absagen hält sich im Gegensatz zu früheren Weltmeisterschaften aber in Grenzen.

von Christoph Geiler

Spätestens als der Discjockey im Zielstadion der Tofana „Let it be“ erklingen ließ, war allen klar, dass es auch am zweiten Tag dieser Weltmeisterschaft von Cortina d’Ampezzo nichts mit dem ersten Rennen werden würde. Die wenigen geladenen Gäste, die bei der Veranstaltung erlaubt sind, hatten sich da längst schon in ihre feudale Tofana Lounge zurückgezogen, die genauso deplatziert wirkt wie die riesige Stahlrohrtribüne.

Es ist die groteske Kulisse einer komischen Ski-WM, die an den ersten Tagen so seltsame Blüten treibt, dass einige in Cortina bereits unken: Diese Covid-WM hat die Seuche.

Lästige Nebelbank

Nach den ersten beiden Wettkampftagen liegt im Medaillenspiegel jedenfalls das Wetter klar in Führung. Es hat alle ausgebremst, nachdem am Montag Schneemassen die Damen-Kombination vereitelt hatten, wurde am Dienstag beim Super-G der Frauen dann der Nebel zum Spielverderber.

Wie zum Hohn hatte sich eine kleine, aber lästige Nebelbank pünktlich zum Rennstart um 13 Uhr im obersten Streckenteil festgesetzt, nachdem Alexandra Meissnitzer kurz zuvor ihre ORF-Kamerafahrt noch bei perfekten Bedingungen hinter sich gebracht hatte. Und natürlich tauchte die Sonne dann auch am Nachmittag wieder pünktlich über der Tofana auf, als das Rennen abgesagt war. Als hätte es sich Cortina mit dem Wettergott verscherzt.

Stressige Tage

Um nicht noch eine weitere Demütigung dieser Art zu erleben, haben sich die FIS und die Veranstalter entschlossen, den Mittwoch überhaupt von vornherein zu streichen. Angesichts der heftigen Schneefälle, die für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch angekündigt waren, wurde die für Dienstag geplante Kombination der Herren vorzeitig abgesagt und einmal auf den kommenden Montag verlegt (siehe WM-Programm weiter unten).

Viel Handlungsspielraum bleibt ohnehin nicht mehr, denn auch in Italien hat die Woche nur sieben Tage. Nach den Leerläufen an den ersten drei Wettkampftagen dieser WM wird nun bis zum Finale am 21. Februar an jedem Tag zumindest ein Rennen stattfinden. Am Donnerstag (beide Super-G) und am Montag (beide Kombinationen) sind sogar jeweils zwei Medaillenentscheidungen geplant.

Anders lässt sich das äußerst ambitionierte WM-Programm mit zwei zusätzlichen Parallelbewerben nicht mehr durchbringen. Gerade die Parallelrennen stoßen bei Läufern und Trainern nur auf wenig Gegenliebe, doch die Bewerbe sind ein Liebkind der FIS-Verantwortlichen, weshalb nicht davon ausgegangen werden kann, dass gerade diese Wettkämpfe anderen Disziplinen geopfert werden.

Positiver Tenor

Doch vorerst sieht es ohnehin danach aus, als würde das Wetter dann ab Donnerstag mitspielen. Für das Wochenende, an dem die Abfahrer an der Reihe sind, kündigen sich perfekte Bedingungen an.

Auch deshalb hält sich der Ärger über das Chaos in Grenzen. In Corona-Zeiten wie diesen wäre es auch nicht angemessen, zu sehr mit dem Wetter zu hadern. In der Ski-Familie sind sich alle darüber bewusst, dass es keineswegs selbstverständlich ist, dass diese WM überhaupt stattfindet. „Es ist für uns gar nicht schlimm“, spricht ÖSV-Herrenchefcoach Andreas Puelacher stellvertretend für viele.

„Uns ist wichtig, dass man faire Rennen hat. Deshalb finde ich es positiv, dass man auf gute Bedingungen wartet. Und wenn wir schönes Wetter haben, dann gibt es auch schöne Bilder.“

MITTWOCH, 10. Februar
Keine Bewerbe

DONNERSTAG, 11. Februar
Super-G Damen (10.45 Uhr)
Super-G  Herren (13.00 Uhr)

FREITAG, 12. Februar 
Abfahrtstraining Herren (10.30 Uhr) und Damen (13.00)

SAMSTAG, 13. Februar
Abfahrt Damen (11.00 Uhr)
Abfahrtstraining Herren (13.00)

SONNTAG, 14. Februar
Abfahrt Herren (11.00 Uhr)

Montag, 15. Februar
Kombination Herren (Super-G 10 Uhr/Slalom 13.30 Uhr) und Damen (11 Uhr/14.30 Uhr)
 

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