Ali Wukovits

© Agentur Diener/DIENER / Eva Manhart

Eishockey
09/26/2016

Capitals-Talent Wukovits: "Es gibt immer dumme Leute"

Ali Wukovits, 20, ist eine Wiener Nachwuchshoffnung und im Interview schon erstaunlich reif.

von Peter Karlik

Die Vereine der Erste Bank Eishockeyliga werden oft und viel kritisiert für ihre vielen Legionäre, die den jungen Österreichern den Platz wegnehmen. Es gibt aber dennoch einige hoffnungsvolle Talente, die ihren Weg machen werden. In Österreich oder im Ausland. Der Wiener Ali Wukovits, 20, ist einer davon. Im KURIER-Interview erzählt der Sohn eines Senegalesen und einer Burgenländerin von seiner Zeit in Schweden, seiner Rolle bei den Vienna Capitals und von Raufereien wegen seiner Hautfarbe.

KURIER: Was will Trainer Serge Aubin von Ihnen sehen?
Ali Wukovits:
Ich soll sein System so gut wie möglich spielen. Er hat mir gesagt, dass er an mich glaubt und ich am Ende der Saison wichtige Minuten spielen werde. Aber er wird mir nichts schenken. Ich muss es mir erarbeiten, dass ich ein wichtiger Spieler sein kann. Er wird mir nichts am goldenen Teller servieren. Jetzt muss ich mal zeigen, was ich draufhabe.

Sie sind mit 18 Jahren nach Schweden gegangen. Was hat Sie dort geprägt?
Im Eishockey habe ich extrem viel dazu gelernt, vor allem das Spielverständnis. Auch im Leben abseits vom Sport. Ich habe eine eigene Wohnung gehabt, bin selbstständiger geworden und habe mich in einem anderen Land zurechtfinden müssen. Und ich habe gelebt wie ein Profi. Jeden Tag war ich zwei Mal auf dem Eis. Vom Gewicht her habe ich in den zwei Jahren acht Kilo zugenommen.

Eine Verletzung hat Sie aber zurückgeworfen.
Im zweiten Jahr war ich wegen einer schweren Gehirnerschütterung fünf Monate verletzt und konnte nur 15 Spiele machen. Aber das war auch ein Lernprozess: Ich habe gelernt, wie schnell man ohne Job dastehen kann. Dann habe ich gewusst, dass ich mich wirklich auch um die Schule kümmern muss.

Wie schwer ist es in Österreich, als junger Spieler Fuß zu fassen?
Es ist schwer. Du spielst in der vierten Linie mit anderen Jungen, die alle unerfahren sind. In Schweden werden die jungen in die zweite oder dritte Linie hineingemischt zu den guten, erfahrenen Spielern. So bekommen sie mehr Sicherheit. Es ist leichter und geht schneller. Aber unsere vierte Linie hat auch viel Eiszeit bekommen. Da können wir uns eh nicht beklagen.

Welche Stärken hat Trainer Serge Aubin?
Er hat unglaublich viel Erfahrung. Er weiß genau, was er vom Team will. Daher ist es einfach, Fehler anzusprechen. Er erkennt sofort, woran es liegt, wenn es nicht läuft.

Er wirkt immer sehr ruhig.
Er ist es auch. Aber beim Linz-Spiel ist er in der ersten Pause ordentlich laut geworden. Da hat es anders ausgesehen als auf der Bank.

Wie sind Sie zum Eishockey gekommen?
Ich war mit fünf Jahren oft beim Wiener Eislaufverein eislaufen. Dann habe ich dort Leute Eishockeyspielen gesehen. Meine Mutter hat gesagt, dass es das für Kinder nicht gibt und sicher zu gefährlich ist. Irgendwann habe ich dann dort Kinder spielen gesehen und habe gesagt: "Mama, ich muss das jetzt machen". Da wir im siebenten Bezirk gewohnt haben, bin ich zum EAC Pinguin in die Stadthalle gegangen. Ein halbes Jahr später sind die Pinguine zu den Junior Capitals geworden und ich bin nach Kagran gependelt. Es hat mir von Anfang an voll Spaß gemacht.

Hatten Sie wegen Ihrer Hautfarbe im Sport Probleme?
Blöde Sprüche hat es gegeben. Es gibt immer dumme Leute. Im Eishockey ist es aber gar nicht so schlimm. Natürlich ist es mir auch passiert und es hat deshalb auch Raufereien gegeben. Aber man sollte darüberstehen.

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