Miss Semmering: Mikaela Shiffrin ist die Rekordfrau

© EPA/CHRISTIAN BRUNA

Sport Wintersport
12/27/2020

25 Jahre Weltcup auf dem Semmering: Shiffrin überstrahlte alles

2016 schaffte die Amerikanerin das Kunststück, innerhalb von drei Tagen drei Rennen zu gewinnen. Ein Blick zurück.

Es wird ein Jubiläum im ganz kleinen Rahmen: Aufgrund der Corona-Pandemie absolvieren die Ski-Damen am Montag und Dienstag ihre Weltcuprennen am Semmering  ohne Fans, Sprechchöre und Jubel. Traditionell wird mit einem Riesenslalom begonnen (10/13 Uhr/live ORF1), am Dienstag folgt der Slalom (15.15/18.30 Uhr).

Die stille Szenerie kennen die Damen mittlerweile, und Mikaela Shiffrin, die zuletzt auf der Reiteralm trainiert hat, scheint allmählich wieder in die Erfolgsspur zu finden. Die vergangene Saison hatte die Amerikanerin ja nach dem Unfalltod ihres Vaters erst unterbrochen, beendet wurde sie dann durch die Corona-Pandemie. Seit ihrem Sieg im Riesenslalom von Courchevel scheint die 25-Jährige auf ihrer emotionalen Achterbahn wieder Richtung Aufwärtstrend unterwegs zu sein. 

Im Aufwind

190 Punkte liegt Shiffrin  hinter der Slowakin Petra Vlhova, die bisher 465 Zähler verbucht hat, im zweiten Riesenslalom von Courchevel aber ausgefallen ist und bei den Bewerben von Val d’Isère nur im Super-G (Platz 6) entscheidend punkten konnte.

Auch die Österreicherinnen – angeführt von Katharina Liensberger – kamen zuletzt besser in Schwung, und die 23-jährige Vorarlbergerin hat gute Erinnerungen  an den Semmering: „2016 habe ich bei diesem Heimrennen auf einem wunderschönen Hang meine ersten Weltcuppunkte gesammelt.“ Platz 22 belegte Liensberger damals – nicht die einzige Zahl, an die man sich nach 25 Jahren gerne erinnert.

25 Jahre Skiweltcup am Semmering, das sind bisher 25 Rennen – 1995 und 1996 wurden jeweils nur zwei Slaloms ausgetragen, seit 1998 das noch immer gültige Format mit Riesenslalom und Slalom, alle zwei Jahre im Wechsel mit Lienz. Am 28. Dezember 1998 wurde erstmals ein Nachtslalom veranstaltet.

4 Mal wurde Mikaela Shiffrin bereits am Semmering als Siegerin gefeiert, damit ist die Amerikanerin auch die Rekordhalterin. 2016 gewann die Ausnahme-Skifahrerin gleich drei Mal innerhalb von drei Tagen, als der abgesagte Riesenslalom von Courchevel nachgetragen wurde und die Fans am Zauberberg ein zusätzliches Rennen geboten bekamen.

67 Weltcupsiege hat Shiffrin inzwischen, damit liegt sie ex aequo mit Marcel Hirscher auf Rang drei der ewigen Bestenliste, nur Lindsey Vonn (82) und Ingemar Stenmark (86) sind noch vor der 25-Jährigen aus Colorado.

120.000 Franken (ca. 109.000 Euro) Preisgeld werden pro Rennen ausgezahlt. 45.000 Franken (ca. 41.000 Euro) erhält die Siegerin. Für Rang 30 gibt es immerhin noch 500 Franken (452 Euro).

8 Jahre ist es her, dass die ÖSV-Damen zuletzt am Semmering einen Sieg feierten: Anna Veith gewann  – damals noch unter ihrem Mädchennamen Fenninger – im Riesenslalom. Den  letzten rot-weiß-roten Stockerlplatz beim Weltcup in Niederösterreich holte Lokalmatadorin Kathrin Zettel als Zweite des Slaloms im gleichen Jahr.

3 Mal gewann Marlies Raich (Schild) am Zauberberg, womit sie in der Erfolgsbilanz an zweiter Stelle liegt. Zwei Mal gewann Lokalmatadorin Kathrin Zettel, ebenso oft wurden auch die kroatische Ski-Legende Janica Kostelic und die Schwedin Pernilla Wiberg gefeiert. Weitere österreichische Siegerinnen sind Anita Wachter, Elfi Eder und Anna Veith.

5 Podestplätze haben Marlies Raich und die Französin Tessa Worley geholt. Auf jeweils vier kommen Shiffrin, Zettel und  Kostelic. Eine einsame Bestmarke hält eine Finnin: Tanja Poutiainen kam neun Mal in die Top Ten (und drei Mal aufs Podest), konnte aber nie siegen. Kathrin Zettel landete acht Mal in den Top Ten, es folgen Kostelic und die Schweizerin Sonja Nef (je 7).

29.12.1995 (Slalom 1): 1. Pernilla Wiberg (SWE) - 2. Karin Roten
Meier (SUI) - 3. Elfi Eder (AUT)
30.12. 1995 (Slalom 2): 1. Elfi Eder (AUT) - 2. Marianne Kjörstad
(NOR) - 3. Kristina Andersson (SWE)

28.12.1996 (Slalom 1): 1. Pernilla Wiberg (SWE) - 2. Deborah
Compagnoni (ITA) - 3. Anita Wachter (AUT)
29.12.1996 (Slalom 2): 1. Deborah Compagnoni(ITA) - 2. Patricia
Chauvet (FRA) - 3. Claudia Riegler (NZE)

27.12.1998 (Riesentorlauf): 1. Anita Wachter (AUT) - 2. Alexandra Meissnitzer (AUT) - 3. Andrine Flemmen (NOR)
28.12.1998 (Nachtslalom): 1. Kristina Koznick (USA) - 2. Karin Roten
Meier (SUI) - 3. Pernilla Wiberg (SWE)

28.12.2000 (Nachtslalom): 1. Janica Kostelic (CRO) - 2. Sonja Nef
(SUI) - 3. Trine Bakke (NOR)
30.12.2000 (Riesentorlauf): 1. Sonja Nef (SUI) - 2. Corinne Rey
Bellet (SUI) - 3. Sarah Schleper (USA)

28.12.2002 (Riesentorlauf): 1. Karen Putzer (ITA) - 2. Janica
Kostelic (CRO) - 3. Nicole Hosp (AUT) und Denise Karbon (ITA)
29.12.2002 (Nachtslalom): 1. Janica Kostelic (CRO) - 2. Christel
Pascal (FRA) - 3. Nicole Gius (ITA)

28.12.2004 (Riesentorlauf): 1. Marlies Schild (AUT) - 2. Tanja
Poutiainen (FIN) - 3. Elisabeth Görgl (AUT)
29.12.2004 (Nachtslalom): 1. Marlies Schild (AUT) - 2. Janica
Kostelic (CRO) - 3. Tanja Poutiainen (FIN)

28.12.2006 (Riesentorlauf): 1. Kathrin Zettel (AUT) - 2. Nicole Hosp
(AUT)
- 3. Marlies Schild (AUT)
29.12.2006 (Nachtslalom): 1. Therese Borssen (SWE) - 2. Kathrin Zettel (AUT) - 3. Marlies Schild (AUT)

28.12.2008 (Riesentorlauf): 1. Kathrin Zettel (AUT) - 2. Manuela
Mölgg (ITA) - 3. Lara Gut (SUI)
29.12.2008 (Nachtslalom): 1. Maria Riesch (GER) - 2. Tanja
Poutiainen (FIN) - 3. Lindsey Vonn (USA)

28.12.2010 (Riesentorlauf): 1. Tessa Worley (FRA) - 2. Maria Riesch
(GER) - 3. Kathrin Hölzl (GER)
29.12.2010 (Nachtslalom): 1. Marlies Schild (AUT) - 2. Maria Riesch
(GER) - 3. Christina Geiger (GER)

28.12. 2012 (Riesentorlauf): 1. Anna Fenninger (AUT) - 2. Tina Maze
(SLO) - 3. Tessa Worley (FRA)
29.12. 2012 (Nachtslalom): 1. Veronika Velez-Zuzulova (SVK) - 2.
Kathrin Zettel (AUT) - 3. Tina Maze (SLO)

2014 Wegen Schneemangels nach Kühtai in Tirol verlegt

27.12.2016 (Riesentorlauf/Ersatz Courchevel): 1. Mikaela Shiffrin
(USA) - 2. Tessa Worley (FRA) - 3. Manuela Mölgg (ITA)
28.12. 2016 (Riesentorlauf): 1. Mikaela Shiffrin (USA) - 2. Tessa
Worley (FRA) - 3. Viktoria Rebensburg (GER)
29.12. 2016: (Nachtslalom): 1. Mikaela Shiffrin (USA) - 2. Veronika
Velez-Zuzulova (SVK) - 3. Wendy Holdener (SUI)

28.12.2018 (Riesentorlauf): 1. Petra Vlhova (SVK) - 2. Viktoria 
Rebensburg (GER) - 3. Tessa Worley (FRA)
29.12. 2018 (Slalom): 1. Mikaela Shiffrin (USA) - 2. Petra 
Vlhova (SVK) - 3. Wendy Holdener (SUI)

1.335 Meter hoch ist das Starthaus beim Riesenslalom am Hirschenkogel gelegen, das Ziel befindet sich auf 1.020 Metern. Im Slalom wird auf 1.215 Metern gestartet.

12.000 Fans waren 2012 beim Riesentorlauf und beim Slalom. Mit insgesamt 24.000 Zuschauern war das der Rekordbesuch. Heuer sind aufgrund der Corona-Pandemie erstmals keine Fans erlaubt.

75 Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem Zauberberg und Wien. Die Autofahrt dauert rund eine Stunde.

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