Allen Grund zum Lachen: Mikaela Shiffrin dominiert den Weltcup.

© APA/EXPA/ Johann Groder

Ski Alpin
12/30/2016

Mikaela Shiffrin: Die Königin vom Semmering

Die Amerikanerin rast von Erfolg zu Erfolg. Eine Annäherung an den Superstar des Damen-Weltcups.

von Florian Plavec

Wer soll Mikaela Shiffrin noch stoppen? Anna Veith? Die Salzburgerin ist noch nicht ganz auf der Höhe. Lindsey Vonn? Die Amerikanerin wird nach ihrem Armbruch erst in einigen Wochen wieder in den Weltcup einsteigen. Lara Gut? Die Schweizerin verlor im Gesamtweltcup wichtige Punkte auf Shiffrin, anstatt zumindest im Riesentorlauf etwas an Boden gutzumachen.

Mit drei Siegen aus drei Rennen war Shiffrin die unumstrittene Gewinnerin der Renn-Trilogie auf dem Semmering. Den Vorsprung auf Gut baute sie mit ihren beiden Riesentorlauf-Siegen und dem abschließenden Triumph im Nachtslalom auf bereits 215 Punkte aus.

Shiffrin stieg kometenhaft auf. Mit 15 nahm sie an ihrem ersten Weltcuprennen teil, mit 17 wurde sie Slalom-Weltmeisterin, mit 18 gewann sie den Slalom-Weltcup und olympisches Gold. Mit 21 Jahren ist Shiffrin nun stärker, als es Veith, Vonn oder Gut im gleichen Alter waren. Doch was macht die Klasse der Amerikanerin aus?

Der Kopf Shiffrin wirkt nicht nur unheimlich locker, sie ist es auch. "Ich versuche nicht, perfekt zu fahren. Ich fahre einfach, weil es mir Spaß macht. Darum habe ich in letzter Zeit eine Menge Riesentorlauf trainiert. Aber wahrscheinlich sind einige der Mädchen bessere Riesentorlauf-Fahrerinnen als ich." Shiffrin vermeidet Experimente und fährt mit einer für ihr Alter verblüffenden Routine. "Jetzt habe ich drei Riesentorlauf-Siege. It’s unbelievable", sagte sie. Übersetzt in die österreichische Skifahrer-Sprache heißt das wohl so viel wie: "Wenn’s laaft, dann laaft’s."

Die Konstanz Shiffrin behält die Nerven. Vor dem Nachtslalom hat sie elf Weltcup-Slaloms in Serie gewonnen. Inklusive Ski-WM und nationalen Meisterschaften waren es gar 14. Zuletzt ausgefallen ist sie am 20. März 2016 beim Riesentorlauf in St. Moritz.

Der Körper Nach ihrer Knieverletzung kam sie in der Vorsaison stärker zurück. Körperlich wirkt sie heuer noch eine Spur athletischer. Die breiten Schultern, die muskulösen Oberarme passen kaum zum mädchenhaften Gesicht der 21-Jährigen. Auf der anderen Seite weiß sie auch, wann ihr Körper eine Pause benötigt. So besteht sie auf ihre 9 Stunden Schlaf pro Nacht und ihr Mittagsschläfchen und ließ die Bewerbe in Val d’Isère aus, um Kraft zu sammeln – für die Erfolge am Semmering.

Der Fokus Shiffrin geht voll auf in ihrer Rolle als Skirennläuferin – und ist damit der Gegenpol zu ihrer US-Teamkollegin Lindsey Vonn. Von Shiffrin gibt es keine Männer-Geschichten, sie geht kaum auf Society-Events, absolviert wenige PR-Auftritte und hält sich auf Facebook wohltuend zurück. Dennoch ist es möglich, dass Shiffrin bald in Vonns Fußstapfen treten wird. Sowohl sportlich als auch geschäftlich: Noch ist Barilla Shiffrins Kopfsponsor, doch sie ist bereits seit einem Jahr Red-Bull-Sportlerin und seit Oktober 2014 auch beim Uhrenhersteller Longines.

Das Material Während andere Fahrerinnen oft über Probleme mit der Abstimmung von Ski und Schuh klagen, ist das Material bei Shiffrin kein Thema. Mit Atomic hat sie den gleichen Ausrüster wie Marcel Hirscher, der im Gesamtweltcup der Herren ähnlich überlegen führt wie Shiffrin bei den Damen.

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