Unter Druck: Liga-Manager Feichtinger, Liga-Präsident Safron wird abgelöst, OEHV-Präsident Mittendorfer

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Sport Wintersport
01/01/2020

2020 kommt die Weichenstellung im österreichischen Eishockey

Die Liga und der Verband wollen sich neu aufstellen – es bleibt eine Frage des Geldes und der Professionalisierung.

von Peter Karlik

Österreichs Eishockey steht in den 20er-Jahren vor mehreren Richtungsentscheidungen. Zentrale Frage: Geht die Professionalisierung der vergangenen zehn Jahre weiter, oder werden wieder Rückschritte gemacht?

Auf die zwei Hauptdarsteller kommt es dabei an:

1. Liga

Die Erste Bank Liga verliert nach 17 Jahren ihren Sponsor. Zirka 2,5 Millionen Euro fehlen der Liga pro Jahr. Noch hat sich kein Nachfolger aufgedrängt. Nur, wenn ähnlich viel Geld zur Verfügung steht, kann die Liga mit dem jetzigen Aufwand und ihren Nachwuchsligen (U20 und U18) weiterbetrieben werden.

Dem widerspricht die Einigung der Vereine auf Jochen Pildner-Steinburg als neuer Liga-Präsident. Der Graz-Boss ist seit vielen Jahren bekannt dafür, der Liga kritisch gegenüberzustehen. In einem Interview mit der Kleinen Zeitung sagte er 2013: Man könne sich, „von Wien bis zur Kärntner Partie“ auf niemanden verlassen.“... „Sie sind alle korrupt, mies, nicht paktfähig.“ Kurios: Wien und der KAC sind jetzt treibende Kraft, damit der steirische Industrielle zum Liga-Präsidenten gewählt wird. Es wäre keine Überraschung, wenn dann auch beim Liga-Management kein Stein auf dem anderen bleibt. Denn die Grazer sind seit jeher große Kritiker von Christian Feichtinger, der mit seiner Agentur Profs Marketing die Liga managt. Am 7. Jänner soll Pildner-Steinburg zum Präsidenten gewählt werden.

2. Verband

Etwas später im Juni kommt es zur Wahl des Präsidenten des Eishockey-Verbandes. Und da wittern die Landesverbandspräsidenten ihre große Chance, wieder Einfluss zu gewinnen. Sie wollen mit dem Wiener Markus Praschl einen Gegenkandidaten zu Gernot Mittendorfer aufstellen. Geschäftsmann Praschl führt seit zehn Jahren die Junior Capitals. Ihm ist es ein großes Anliegen, dass „die Kommunikation im österreichischen Eishockey“ wieder besser wird. Er betont auch, dass es sehr wohl „finanziellen Spielraum gibt, wenn man sich das Budget des Verbandes genauer ansieht.“

Sportlich steht auch ein enorm wichtiges Jahr bevor: Das Nationalteam möchte im April bei der B-WM in Laibach den Wiederaufstieg schaffen und danach im August in der Olympia-Qualifikation für Peking eine Sensation liefern. Und natürlich ist die Teilnahme des U-20-Teams an der A-WM der besten zehn Nationen der Welt in Kanada im Dezember ein Höhepunkt.