Kenianischer Überraschungssieg beim Wien-Marathon, Rekord bei den Frauen
Sieg für Fanny Kiprotich
Der Kenianer Fanny Kiprotich gewinnt den Wien Marathon in 2:06:54 und bleibt damit über dem Rekord, den sein Landsmann Samwel Mailu 2023 in 2:05:08 Stunden aufstellte trotz guter Wetterbedingungen. Er reiht sich aber unter den fünf besten Wien-Läufern ein und brach damit immerhin seinen eigenen Rekord.
Auf dem zweiten Platz landet der Eritreer Oqbe Kibrom in 02:08:10, auf dem dritten Charles Mneria aus Kenia in 02:08:41.
Kiprotich war mit einer persönlichen Bestzeit von 2:11:21 für seinen zweiten Marathon überhaupt nach Wien gereist. Wieder einmal fiel die Vorentscheidung im Prater. Er setzte sich erst mit Kibrom gemeinsam bei einer Verpflegungsstation auf der Hauptallee von der Spitzengruppe ab und ließ kurz darauf um die 32-Kilometer-Marke auch den Topfavoriten stehen.
Zum Vergleich: Den aktuellen Marathon-Weltrekord ist Kelvin Kiptum in 2:00:35 beim Chicago Marathon 2023 gelaufen.
ÖLV-Rekordhalter Aaron Gruen musste kurz vor der Halbmarathonmarke aufgeben. Der in den USA lebende 27-Jährige hatte eine Verbesserung seiner im Vorjahr aufgestellten Bestmarke von 2:09:53 Stunden geplant gehabt.
So wurde Andreas Vojta in 2:15:07 als Neunter bester Österreicher und zweitbester Europäer. Er erkannte für sich eine "ziemliche Parallele" zum letzten Jahr, als es sehr kalt gewesen war. Nun war es laut Vojta wärmer als gedacht. "Die Zeit ist nicht das, was ich mir erhofft hatte. Ich hatte mir körperlich hinten raus mehr erhofft, ab dem Prater kurz vor 30 ist es gut reingefahren", sagte Vojta im ORF. "Ich werde keine Ruhe geben, bis der Marathon da ist, mit dem ich zufrieden bin."
Rekordläuferin Tigist Gezahagn
Neuer Rekord bei den Frauen
Bei den Frauen fiel der Wien-Rekord im spannenden Finish durch Tigist Gezahagn. Die Äthiopierin lief sensationelle 2:20,06. Die bisherige Bestmarke hielt die Kenianerin Vibian Chebkiriu, die 2022 auf 2:20,59 kam und somit fast eine Minute langsamer als dieses Mal Gezahagn.
Besonders beeindruckend: Die Siegerin ist sehbehindert, über 1.500 m gewann Gezahagn bereits zweimal Gold bei den Paralympics (2020, 2024).
Beste Österreicherin
Schnellste Österreicherin wurde Eva Wutti als Zehnte. In 2:42:37 wurde es aber nicht die Zeit, die sie vor hatte. "Ich bin total fertig, es war so ein hartes Rennen", sagte Wutti. Sie berichtete von untypisch früh auftretenden Muskelproblemen. "Ich musste öfter stehen bleiben." Ein möglicher Erklärungsansatz: Sie war in der Vorbereitung keinen Halbmarathon gelaufen. "Aber eine wirkliche Erklärung habe ich noch nicht", sagte Wutti. "Ich wollte die tolle Stimmung und das Publikum beim Zieleinlauf nicht missen", sagte die Vollzeit-Juristin. "Ich habe mich Kilometer für Kilometer durchgehangelt."
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