Swimming - Men's 4 x 100m Medley Relay - Final

© REUTERS / CARL RECINE

Sport
08/01/2021

US-Schwimmer Dressel ist mit fünf Goldenen der Star von Tokio

Zum Abschluss siegte Dressel im Kraulsprint und holte den Weltrekord mit der Lagenstaffel. Die Australierin McKeon schaffte vier Titel.

Der US-Amerikaner Caeleb Dressel ist wie erwartet der erfolgreichste Schwimmer der Olympischen Sommerspiele in Tokio. In der letzten Finalsession im Aquatics Centre sicherte sich der 24-Jährige am Sonntag über 50 m Kraul und mit der US-Lagenstaffel der Männer seine Goldmedaillen vier und fünf. Davor hatte er im Wochenverlauf über 100 m Kraul, 100 Delfin sowie mit der kurzen Kraulstaffel triumphiert. In der Mixed-Staffel wurde er mit den USA lediglich Fünfter.

In 21,07 Sek. und mit dem für einen Sprint beachtlichen Vorsprung von 0,48 Sek. auf den zweitplatzierten Florent Manaudou spielte Dressel in der kürzesten Langbahn-Entscheidung seine Klasse aus. Dahinter ging es eng zu. Zwei Hundertstel hinter dem Franzosen war Bronze des Brasilianers Bruno Fratus nur durch drei Hundertstel abgesichert. In der Staffel zum Abschluss der Session siegte Dressel als Delfinschwimmer mit Ryan Murphy, Michael Andrew und Zach Apple in Weltrekordzeit von 3:26,78.

Mit 49,03 Sek. lieferte Dressel den schnellsten Delfin-Split der Geschichte, am Vortag hatte er in der Einzel-Entscheidung über diese Strecke in 49,45 Sek. seinen Weltrekord um 0,05 Sek. verbessert. Der ungarische 200-m-Sieger Kristof Milak hatte sich da mit seinem Europarekord 49,68 zum zweitschnellsten 100-m-Delfin-Athleten überhaupt gekürt. Einen Europarekord gab es auch in der Staffel für die zweitplatzierten Briten in 3:27,51 Min., Bronze ging in 3:29,17 etwas unerwartet an Italien.

Dressel: "Ich bin ziemlich stolz"

"Ich bin ziemlich stolz auf mich, habe mein Potenzial ausgeschöpft", resümierte Dressel. "Es hat Spaß gemacht. Ich kann mir einmal auf die Schulter klopfen, aber dann muss ich schon wieder vorwärts schauen. Jetzt geht es aber einmal in eine Pause vom Schwimmen, die brauche ich jetzt."

Sind die US-Männer in der Lagenstaffel bei 15 Olympia-Siegen damit weiter unbesiegt, landeten die US-Frauen bei ebenfalls 15 Austragungen neben zehn Titelgewinnen zum fünften Mal auf dem Silber-Rang. US-Kraulerin Abbey Weitzeil war zwar mit 0,25 Sek. Vorsprung in ihren Part gegangen, musste die Australierin Cate Campbell aber noch um 0,13 Sek. passieren lassen. Nach Kaylee McKeown, Chelsea Hodges und Emma McKeon schlug Campbell nach 3:51,60 Min. an. Bronze ging an Kanada (3.52,60).

Swimming - Women's 50m Freestyle - Medal Ceremony

McKeon hatte eine knappe Stunde davor auch über 50 m Kraul triumphiert, sie führte in 23,81 Sek. ein Podium von drei 27-Jährigen an. Die Schwedin Sarah Sjöström hatte 0,26 und die Dänin Pernille Blume 0,40 Sek. Rückstand. McKeon bilanzierte mit viermal Gold und dreimal Bronze und ist damit die erfolgreichste Australierin bei einer Olympia-Austragung. "Das ist ziemlich surreal für mich. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich in einer Session zwei Goldmedaillen gewinnen kann."

Auch durch das 1.500-m-Gold in der letzten Einzel-Entscheidung durch Robert Finke gewannen die USA die Medaillenwertung der Schwimmbewerbe mit elfmal Gold, zehnmal Silber und neunmal Bronze. Die Australier kamen mit 9/3/8 allerdings recht nahe, Platz drei ging mit 4/3/1 an Großbritannien. Zehn Länder holten bei 35 Entscheidungen zumindest eine Goldmedaille, 21 zumindest einen Podestplatz. Über 400 m Kraul fehlten Felix Auböck 0,13 Sek., sonst wäre auch Österreich inkludiert gewesen.

USA dominieren weiterhin

Es ist der achte US-Sieg in der Medaillenwertung in Folge, zuletzt war die US-Truppe 1988 in Seoul von der DDR abgefangen worden. Allerdings hatte es sowohl 2012 in London als auch 2016 in Rio de Janeiro bei drei Entscheidungen weniger 16-mal US-Gold gegeben. Dieses Mal ging es für die US-Amerikaner etwa in den langen Kraulstaffeln daneben. Für die Frauen gab es immerhin noch Silber, für die Männer aber mit Rang vier erstmals überhaupt in einer olympischen Staffel keine US-Medaille.

Dafür jubelten andere Nationen nach langer Zeit wieder einmal über einen olympischen Schwimm-Podestplatz. Die Finnen schlugen mit Bronze erstmals seit 1996 in Atlanta zu, die Schweizer mit zweimal Bronze erstmals seit 1984 in Los Angeles. Für Deutschland gab es mit ebenfalls zweimal Bronze die ersten Schwimm-Olympia-Medaillen seit Britta Steffens Gold 2008 im Kraulsprint.

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