Sport 10.05.2018

Thiem siegt und trifft am Freitag auf Nadal

© Bild: APA/AFP/JAVIER SORIANO

Gegen den Kroaten Coric stand der Niederösterreicher in Madrid kurz vor dem Aus. Am Freitag wartet das Viertelfinale

Dominic Thiem ist fast wieder dort, wo er im Vorjahr war. Zwar war beim Sandplatz-Könner gegen den Kroaten Borna Coric vor allem zu Beginn Sand im Getriebe, letztlich fightete sich der 24-Jährige aber zu einem Comeback-Sieg.

Nach einem völlig verpatzten ersten Satz (2:6) gelang Österreichs Ass im zweiten Durchgang ausgerechnet bei 4:5-Rückstand sein erstes Break. Und dies mit tollen Schlägen, wie man sie im Vorjahr ständig bestaunen konnte. Im Tie-Break (trotz vergebener vier Satzbälle) und im dritten Satz spielte Thiem weiterhin aggressives Tennis, allerdings mit einer höheren Winner-Ausbeute, zeigte mitunter Zauberbälle, die Balance fehlte aber gelegentlich. Wichtig: bei 3:4 im Entscheidungssatz wehrte Thiem drei Breakbälle ab. Letztlich siegte er als besserer Spieler 2:6, 7:6 und 6:4.

„Das war ein enorm wichtiger Sieg für das Selbstvertrauen“, sagt Thiem. Nun darf er sich am Freitag (nicht vor 17 Uhr, Sky) im Viertelfinale mit Rafael Nadal messen. Und er rechnet sich mehr Chancen als in Monaco (0:6, 2:6) aus. „Die Bedingungen in Madrid sind aufgrund der Höhenlage  perfekt für mich. Man hat immer eine größere Chance gegen Rafa zu gewinnen, wenn der Ball schneller fliegt.“ Rezept?  „Konzentriert bleiben, stark servieren und hart auf seine  Vorhand spielen.“

Thiem ist nicht der einzige ÖTV-Viertelfinalist in Madrid. Alex Peya erreichte mit seinem kroatischen Partner Nikola Mektic im Doppel die Runde der besten Acht.

Aufholbedarf

Während Thiem topfit ist, hat Novak Djokovic enormen Aufholbedarf. Nach einer langen Krise holte der bald 31-Jährige zumindest seine Erfolgs-Trainer aus guten Zeiten, Marián Vajda und Gebhard Gritsch, wieder ins Boot.

Vor allem der Tiroler Fitnesscoach Gritsch hat nun viel Arbeit vor sich. „Novak hat im Fitnessbereich fast nichts gemacht, er hat einen Riesenrückstand“, sagt der Tiroler. „Es fehlt an der Schnelligkeitsausdauer.“ An einen zweiten Titel bei den French Open wird deshalb nicht gedacht. „Wir haben damals zwei Jahre hart darauf hin gearbeitet, Nadal in Paris zu schlagen, was auch gelungen ist. Jetzt ist es utopisch.“

Ab Montag will mit Stan Wawrinka ein anderer ehemaliger Paris-Sieger in Rom zurückkehren.

( kurier.at ) Erstellt am 10.05.2018