Tennis Australian Open 2020

© EPA / LUKAS COCH

Sport
10/25/2021

Thiem, Djokovic und Co.: Wenn sich Spitzensportler nicht impfen lassen

Tennis-Star Thiem und Co. haben mit ihrem Outing, dass sie nicht geimpft sind, eine Diskussion entfacht, ob Sportler Vorbilder sein sollen.

von Harald Ottawa

Der G’spritzte sollte eigentlich Saison haben, wenn die besten Sportler aufeinandertreffen. Aber weil Corona und Vernunft so gar nicht zueinander kommen wollen, kommt es zu skurrilen Situationen. Der ungeimpfte (und derzeit verletzte) Dominic Thiem darf beim Stadthallenturnier nicht unter die Zuschauer, weil bei größeren Veranstaltungen in Wien 2-G-Pflicht herrscht. Würde Thiem am Turnier als Spieler teilnehmen, dann dürfte er, denn Spieler und Betreuer brauchen nur einen negativen PCR-Test.

Thema Australien

In Wien ist Corona aber weniger Thema als in Australien. Immerhin wollen alle Topspieler ab 17. Jänner in Melbourne beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison servieren. Neuester Stand punkto Einreisebestimmungen: Eine Impfpflicht wurde aufgehoben, dafür gibt es strenge Quarantäne-Bestimmungen. Den Spielern und Trainern wird ein Zimmer zugeteilt, indem sie die Zeit der Quarantäne verbringen müssen. Ohne Trainingsmöglichkeiten. Für Diskussionen sorgte zuletzt Novak Djokovic, der im Vorjahr mit dem Virus infiziert war, aber nicht öffentlich verkünden wollte, ob er geimpft sei.

Tennis: US Open

Österreichs Topmann Thiem und wahrscheinlich auch Djokovic sind in Sachen Nadelstiche keine Einzelfälle, nur etwas mehr als 60 Prozent unter den Spielern und Spielerinnen sind geimpft. "Die Spieler sind permanent unterwegs, allein aus logistischen Gründen ist eine Zweifach-Impfung schwierig", sagt Herwig Straka, Turnierboss in Wien und hochrangiger Vertreter der ATP.

Die Spielergemeinschaft ruft keine Impfpflicht aus, legt den Sportlern aber den Stich nahe. Thiem wartet auf den Impfstoff Novavax – und ist damit aber eher ein Einzelfall. Die Spielerinnengemeinschaft WTA agiert ähnlich der ATP. "Wir geben freilich die Empfehlung zum Impfen ab. Aber wir sind im Denken liberal, deshalb gibt es keine Verpflichtung", sagt Peter Michael Reichel, Spitzenfunktionär bei der WTA und Turnierchef in Linz.

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Wie weit Spitzensportler Impf-Vorbilder sein sollen – darüber ist in Deutschland eine rege Diskussion im Gange. "Ungeimpfter Bayern-Profi Kimmich: Aus der Vorbildrolle gefallen", schrieb etwa der Spiegel in seiner Online-Ausgabe. Der 26-jährige Teamspieler Joshua Kimmich hatte erklärt, warum er noch nicht geimpft sei. Das Thema ist so emotional, dass prompt versucht wird, aus diesem Fall politisches Kleingeld zu machen.

Alice Weidel, Fraktionschefin der rechten AfD, die sich gegen die Impfung ausspricht, sprang Joshua Kimmich zur Seite. "Dass Herr Kimmich nun laufend genötigt wird, sich für seine persönliche Entscheidung zu rechtfertigen, ist übergriffig und offenbart eine bedenkliche Ausbreitung von konformistischem Bevormundungsdenken." Mit der Impffrage, ist jeder Bürger in diesem Land konfrontiert. Es ist seit zehn Monaten die entscheidende Frage, wie wir unser Zusammenleben organisieren.

Der ungeimpfte Kimmich darf in Stadien spielen, in denen Fans ohne 2-G-Nachweis ausgeschlossen sind. In Österreich kommt das im Allianz Stadion nicht vor. Dort dürfen nur Geimpfte oder Genesene zuschauen, aber Rapid ist nach internen Informationen der einzige Bundesliga-Klub, bei dem alle Spieler geimpft sind. Bei den Bayern, so schrieb Bild, sind Kimmich und vier Kollegen nicht geimpft.

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Thema Wintersport

Auch beim Weltcupauftakt in Sölden waren das Coronavirus und die Impfung ein heißes Diskussionsthema. Mit wenigen, teils prominenten Ausnahmen ist das Gros der Läufer durchgeimpft, "wir haben im ÖSV im Hochleistungssport eine Impfquote von über 90 Prozent", verrät Präsidentin Roswitha Stadlober, die aber auch von ÖSV-Athleten berichtet, die unter Spätfolgen der Impfung leiden. "Es gibt Sportler, die die erste Impfung schwer vertragen haben. Bei einigen wenigen sind alte Erkrankungen wie zum Beispiel Migräne wieder ausgebrochen."

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