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Sport Tennis
10/24/2021

Welthauptstadt Wien. Zumindest für eine Tennis-Woche

Bereits zum Start des Hauptbewerbs der Erste Bank Open am Montag gibt es heiße Duelle. Das Trio Tsitsipas, Zverev, Murray sorgt für Glamour und Flair.

von Harald Ottawa

Stefanos Tsitsipas staunte nicht schlecht, als ihm sein Erstrunden-Gegner zugelost wurde. Es ist der Bulgare Grigor Dimitrow, der wie der Grieche schon einmal die Nummer drei der Welt war. Nach seinem Semifinal-Einzug beim Millionenturnier von Indian Wells ist der 30-Jährige zumindest wieder die Nummer 21. Als solche darf man gelegentlich bei Turnieren schon einmal topgesetzt sein, in Wien reicht es nicht einmal für die Setzungsliste. Ein Zeichen dafür, wie stark das Turnier besetzt ist. Der Deutsche Alexander Zverev hat’s etwas leichter erwischt, er trifft auf den Serben Filip Krajinovic, im November in Innsbruck möglicherweise Daviscup-Gegner der Österreicher.

Der Schotte Andy Murray, der langsam auf dem Weg zurück ist, wurde heuer nicht unbedingt vom Auslosungsglück verfolgt. Und dieses Mal überhaupt nicht: Er trifft auf den Polen Hubert Hurkacz, die Nummer zehn der Welt. 

Tsitsipas, Zverev, Murray - was zeichnet die drei Stars des Stadthallenturniers aus? Worauf dürfen sich Tennisfans ab Montag in Wien freuen?

  • Stefanos Tsitsipas, eine griechische Helden-Saga

Griechenland schreibt eine neue Heldengeschichte. Stefanos Tsitsipas ist eine Ausnahmeerscheinung in einem Land, das zuvor bei den Herren ähnlich viele Tennisspieler wie Skifahrer herausbrachte. Die Nummer eins in Wien (und Nummer drei der Welt) stand heuer kurz davor, als erster Grieche ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Bei den French Open musste sich der 23-Jährige erst nach hartem Kampf Novak Djokovic in fünf Sätzen geschlagen geben.

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Sieben Turniersiege stehen auf dem Konto des gebürtigen Atheners,  der in eine sportliche Familie geboren wurde. Seine Geschwister trainieren wie er in der Akademie von Patrick Mouratoglou in Frankreich, Vater Apostolos ist Trainer, Opa Sergei Salnikow war ein sowjetischer Fußballer.

Auch abseits der Courts sorgt er für Dramen. Er lehnte lange eine Covid-Impfung ab, „weil sie noch nicht gut genug getestet worden ist“. In Cincinnati und bei den US Open zeichnete er sich durch viele Toilettenpausen aus, was zu Diskussionen über unerlaubtes Coaching führte.

  • Alexander Zverev, der vergoldete Deutsche

Alexander Zverev hatte vor den Spielen in Tokio ein Grand-Slam-Finale erreicht und vier Masters-1000-Turniere gewonnen, musste aber erst Olympiasieger werden, um in seiner Heimat Würde und Anerkennung zu finden. Viele konnten ihm seine Mätzchen in Jugendjahren nicht verzeihen, viele sahen im „Hamburger Jung“ keinen Deutschen, zumal er mit seinem Vater auf den Courts zumeist auf Russisch parliert.

Aber spätestens seit dem Olympiasieg ist der 24-Jährige einer von ihnen. Vor allem als er seinen Landsleuten mitteilte, dass er Gold nicht für sich, sondern für sein Land holte. Zuletzt  taucht er eher  in den Klatschspalten auf, die Beziehung zur Schauspielerin Sophia Thomalla wurde ebenso ausgeschlachtet wie die Vorwürfe seiner Ex-Freundin, die dem Topstar Gewalt vorwarf. Zverev wurde selbst offensiv und möchte die Vorwürfe in allen Einzelheiten entkräften. Der Freund von Dominic Thiem hat sich vor allem als Mensch gewaltig gebessert, er ist erwachsen geworden. 

  • Andy Murray, der schottische Stehaufmann

Um den Sportler Andy Murray zu beschreiben, kann man auf die Fakten blicken: 41 Wochen Nummer eins der Welt, dreifacher Grand-Slam-Champ, 46-facher Turniersieger, kurz mehr als nur ein Herausforderer der Big Three (Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer).

Um den Sportler Andy Murray zu beschreiben, kann man aber auch dem US-Spieler Frances Tiafoe zuhören, der nach der Niederlage in dieser Woche gegen den 34-Jährigen verlautbarte: „Du bist der größte Wettkämpfer, den ich kenne. Nach allem, was du durchgemacht hast, spielst du noch dieses hohe Niveau und hast weiterhin diese großen Ansprüche.“

In Murray, der 2014 und 2016 als Star in Wien das Turnier auch jeweils gewann, stecken nicht mehr 100 Prozent Murray. Nicht, weil seine besten Zeiten vielleicht wirklich schon vorbei sind, sondern weil er ein Ersatzteil mit sich herumträgt: Nach vielen Schmerzen und langen Pausen lebt er heute mit einer Metallhüfte.  Aufgeben war nie sein Ding. 

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