Immer für eine Schlagzeile gut: Daniel Köllerer zu seiner Zeit als Tennis-Profi

© Georg Diener / DIENER / Philipp Schalber

Sport Tennis
08/04/2022

"Tochter war Lebensretter": Tennis-Rüpel Köllerer dachte an Selbstmord

Der Oberösterreicher polarisierte als Aktiver, wurde lebenslang gesperrt und beichtet am Donnerstagabend im TV.

Seinen Spitznamen "Crazy Dani" hatte er sich redlich erarbeitet: Daniel Köllerer sorgte zu seiner Zeit als Tennis-Profi stets für Aufregung. Ob er vor dem Schiedsrichter auf den Boden spuckte, Schläger zertrümmerte oder Gegner provozierte - der Welser war immer wieder für eine Schlagzeile gut. Auch sportlich: Immerhin wurde er im Oktober 2009 als Nummer 55 der Weltrangliste geführt, heute wäre er mit dieser Platzierung der mit Abstand beste Österreicher.

Schon 2004 wurde Köllerer - damals gerade einmal 21 Jahre jung - von der ATP gesperrt, weitere Sanktionen folgten. Den Tiefpunkt erreichte der Oberösterreicher am 31. Mai 2011: Das Professional Tennis Integrity Office verhängte nach zweijährigen Ermittlungen eine lebenslange Sperre. Spielmanipulation in drei Fällen lautete der Vorwurf, dazu kam zunächst eine Geldstrafe von 100.000 Dollar, die aber später in der Berufungsverhandlung fallen gelassen wurde.

Am Donnerstagabend ist Köllerer nun auf Pro 7 zu sehen - in der Sendung "Das große Promi-Büßen" (20.15 Uhr). Dort äußert sich der gefallene Star ("Ich war das größte Arschloch auf der Welt. Dafür schäme ich mich heute zutiefst") auch über seine Selbstmordgedanken. "Ich wollte mich selbst auf die Seite schicken", sagt Köllerer.

"Meine Tochter war mein absoluter Lebensretter. Die Kleine ist zwei Wochen nach meiner Sperre auf die Welt gekommen", betont Köllerer. "Meine Tochter ist für mich ein extremer Rückhalt, genauso wie meine Freundin auch. Ohne die beiden bin ich nicht mal die Hälfte wert."

Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich. Infos für Jugendliche gibt es unter www.bittelebe.at

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