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© APA/AFP/DAVID GRAY / DAVID GRAY

Sport Tennis
01/05/2021

Tennis-König Roger Federer: Karriereende oder letzte Krönung?

Die 39-jährige Tennis-Legende fehlt auch in Australien. Dass er danach noch Großes schaffen kann, ist aber nicht unmöglich.

von Harald Ottawa

Wenn am 8. Februar die 109. Ausgabe der Australian Open startet, wird zum ersten Mal seit 1999 ein ganz prominenter Name auf der Anmeldeliste fehlen: Roger Federer. Der Schweizer verschob nach seiner Knieverletzung sein Comeback und wird erst nach der Australien-Tour sein großes Können zur Schau stellen.

Ziele sind der Rasenklassiker in Wimbledon und vor allem die Olympischen Spiele, wo ihm Einzelgold noch in der Trophäensammlung fehlt. „Ich mache Fortschritte“, sagte Federer vor wenigen Wochen. „Die letzte Zeit war ermutigend.“

Doch das berühmte Rad der Zeit dreht sich auch für den Trophäensammler und Rekordmann nicht lebenslänglich. Am 8. August, am Tag, an dem die Spiele in Tokio enden, wird Federer sein 40. Lebensjahr vollenden. Ist der Schweizer zu alt für große Erfolge, kommt er nach einer dann zumindest einjährigen Pause zurück?

Keine Bubble

Top-Trainer Günter Bresnik steht mit Federers Fitnesscoach Niccolò Paganini ständig in Verbindung und sagt: „Man kann davon ausgehen, dass Federer gut in Schuss ist. Es ist auch nachvollziehbar, dass er die Reisestrapazen nach Australien mitsamt der Bubble nicht auf sich nimmt.“ Das sagt auch Ex-Profi Alexander Antonitsch. „Die zweiwöchige Quarantäne vor dem Turnier, dazu die Frage, welches Team man mitnehmen kann, von der Familie ganz abzusehen, trüben die Freude. Er wird dort wieder einsteigen, wo er ein ideales Umfeld hat, wo er sich wohlfühlt.“

Tennis Australian Open 2020

Ob er irgendwann noch große Turniere gewinnen kann? „Warum nicht? Federer tritt nirgends an, wenn er nicht glaubt, Höchstleistungen bringen zu können“, sagt Bresnik, „er hört auf, wenn er dieses Gefühl nicht mehr hat.“ Dasselbe sagt auch Federers Freund und Fan, der Kärntner Ex-Profi Stefan Koubek. „Er ist ein Genie, vielleicht braucht er ein, zwei Vorbereitungsturniere, aber dann kann man ihm noch immer alles zutrauen.“

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Eine „Frechheit“

Von einer Demontage eines Denkmals zu sprechen, wäre jedenfalls irrsinnig. Vor allem die Frage, wann Federer endlich aufhöre, kann Antonitsch gar nicht hören. „Das ist eine Frechheit, diese bei jemandem zu stellen, der mit so viel Leidenschaft seinen Beruf ausübt. Er weiß ja selbst, dass er nicht mehr Nummer eins wird.“

Da gibt es ja andere Dinge, die King Roger noch erledigen will: Turniere zu gewinnen. Wimbledon beispielsweise oder das Tennisturnier bei Olympia. „Für ein Einzel-Gold wird er alles investieren, weil er weiß, dass es seine letzte Chance ist.“

Und Wimbledon? Für Koubek ist auch das möglich und verweist auf das Jahr 2001. „Damals hatte auch keiner Goran Ivanisevic auf der Rechnung, der dann mit einer Wildcard gewann. Und Federer ist der bessere Tennisspieler.“

20 Grand-Slam-Titel hat Roger Federer in seiner Karriere geholt. Damit ist er die Nummer 1, erst im Oktober zog Rafael Nadal mit seinem 13. Titel in Paris mit dem Schweizer gleich, hält nun ebenfalls bei 20.  

8 Wimbledon-Siege schnappte sich  Federer, damit ist er Rekordmann auf dem „Heiligen Rasen“ in London.

103Turniersiege feierte King Roger insgesamt, der damit die Nummer zwei ist. Auf Rekordmann Jimmy Connors fehlen noch sieben Titel.

310 Wochen stand Federer insgesamt an der Spitze der Weltrangliste, ist damit die Nummer eins. Am 8. März könnte ihn aber Novak Djokovic überflügeln.

130 Millionen Dollar Preisgeld (106 Millionen Euro) gewann Federer, der damit Nummer 2 hinter Djokovic (118 Millionen) ist.

Etwas skeptischer ist Antonitsch. „Auch wenn die Erfahrung und das Können für Federer sprechen, und er auch immer für einen Sieg gegen Topleute gut ist, aber er muss diese bei großen Turnieren hintereinander schlagen. Das wird schwierig.“ Antonitsch spricht dabei auch die junge Garde an, die sich neben Österreichs Ass Dominic Thiem und Daniil Medwedew formiert.

Die Kilometer

Die anderen Stars der Top drei wären hingegen ebenfalls nicht mehr so souverän wie früher, für Bresnik hätten auch der 34-jährige Rafael Nadal und der 33-jährige Novak Djokovic nachgelassen. „Das liegt aber nicht am Alter, sondern an der unglaublichen Zahl an Kilometern, die beide zurückgelegt haben. Sie sind ja fast mit Federer groß geworden.“

Über eines sind sich indes alle drei Herren einig. „Federer ist der beste Spieler aller Zeiten.“ Schon allein deshalb ist ihm alles zuzutrauen.

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