© USA TODAY Sports/Peter van den Berg

Sport Tennis
08/09/2021

Tennis-Altstar Roger Federer: Ein Schatten über der 40er-Feier

Die Sportwelt verneigte sich vor der Tennis-Legende, doch es gibt auch Zweifel, ob er überhaupt noch weiterspielen kann.

von Günther Pavlovics

Der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat wurde am 6. Oktober durch ein Attentat getötet. Bei einem weiteren Attentat wird US-Präsident Ronald Reagan in Washington verletzt. Der Wiener Stadtrat Heinz Nittel wird von einem Palästinenser erschossen.

François Mitterrand wird Nachfolger von Valéry Giscard d'Estaing als französischer Staatspräsident. Ein Autofahrer durchbricht mit seinem PKW die Berliner Mauer. Der US-Seuchenschutz berichtet erstmals über die Immunkrankheit AIDS. Auf der Funkausstellung in Berlin wird die Compact Disc erstmals öffentlich vorgestellt.

Nelson Piquet wird zum ersten Mal Formel-1-Weltmeister. Der Fußball-Star Dimitar Berbatov wird geboren.

Und – ach ja – am 8. August wird Roger Federer geboren, das Schweizer Tennis-Ass. Im Jahr 1981.

Die deutsche Mauer steht nicht mehr. Gegen AIDS gibt es Medikamente. Die CD hat ausgedient. Der Bulgare Berbatov arbeitet nur noch als Trainer. Roger Federer hingegen nahm die Huldigungen zu seinem 40er als aktiver Tennisspieler hin.

Vorbild Federer

Der Kanadier Félix Auger-Aliassime, der am gleichen Tag Geburtstag gefeiert hat und 21 Jahre alt wurde, findet es unglaublich, dass er noch zur gleichen Zeit wie sein Held spielen kann. "Ich hoffe, ich spiele auch noch, wenn ich 40 bin. Vielen Dank für alles, was du für das Tennis tust", sagte Auger-Aliassime, der schon als 17-Jährige zusammen mit Federer trainieren durfte.

Auch die Konkurrenz schickte Grüße. In einem Video der ATP sagt Novak Djokovic: "Wow, was für ein Meilenstein. Du bist immer noch eine Inspiration auf und neben dem Platz. Du inspirierst uns alle." Die letzten 15 Jahre gemeinsam auf der Tennis-Tour seien für ihn eine große Ehre gewesen. "Danke für alles, was du getan hast. Danke, dass du gezeigt hast, dass man auch in diesem Alter auf einem sehr, sehr hohen Niveau spielen kann", sagt Djokovic.

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Die ATP garnierte ihre Glückwünsche mit einem statistischen Schmankerl. Federer schlug in den Endspielen seinen 103 Turniersiege 51 Spieler aus 25 Ländern. Die Karriere in Zahlen ist imposant.

Der Schweizer gilt als bester Tennisspieler der Geschichte. Er war 310 Wochen die Nr. 1 der Welt, davon 237 in Serie, was noch immer Rekord ist. Die Bestmarke von 20 Siegen bei Grand-Slam-Turnieren teilt er sich mit Novak Djokovic und Rafael Nadal

  • Privat

Er ist Vater von vier Kindern. Seit 2009 ist er mit Ehefrau Mirka verheiratet, eine ehemalige Tennis-Spielerin.

Der Sohn eines Schweizers und einer Südafrikanerin wuchs in verschiedenen Vororten von Basel auf, weshalb auch der Fußballklub seinem berühmtesten Fan gratulierte. „Wir hoffen, dass wir noch viele unvergessliche Momente mit dir im Joggeli erleben dürfen.“

Federer ist seit 2009 mit der ehemaligen Tennisspieler Mirka Varvrinec verheiratet, die beiden haben Zwillingstöchter und Zwillingssöhne. Der Schweizer hat eine komplette Tennis-Generation geprägt. Im Juli 1998, beim ATP-Turnier in Gstaad, begann Federers Weltkarriere mit einer glatten Niederlage gegen Lucas Arnold Ker. Sein erster Turniersieg folgte 2001 in Mailand, sein erster Major-Triumph 2003 in Wimbledon gegen den Australier Mark Philipoussis.

Da war Kei Nishikori 13 Jahre alt. Der heute 31-jährige Japaner schrieb: "Du bist immer noch mein Idol. Ich hoffe, wir können noch einige Male gegeneinander spielen."

Das Ende in Sicht

Aber gerade das bereitet den Federer-Fans Sorge. Der Schweizer hat wegen einer Knieverletzung fast das gesamte Jahr 2020 ausgesetzt. Er hat deswegen für die Olympischen Spiele abgesagt und auch schon für die letzten großen Turniere, Toronto und Cincinnati. vor den US-Open, die am 30. August beginnen. Der großen Karriere droht ein Ende, das Federer sich so nicht vorgestellt hatte. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sein Viertelfinal-Aus in Wimbledon der letzte große Auftritt des Ausnahmekönners gewesen ist.

"Ich weiß es nicht, wirklich nicht", hatte der Rekordsieger im All England Club auf die Frage gesagt, ob er noch einmal auf den heiligen Rasen zurückkehrt. Und: "In meinem Alter weißt du nie, was passiert."

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