Wimbledon Championships 2021

┬ę EPA / NEIL HALL

Sport Tennis
07/08/2021

Karriereende nach Wimbledon-Debakel? Wie es bei Federer weitergeht

Nach dem klaren Aus im Viertelfinale ist die weitere Karriere der Tennis-Legende wieder einmal fraglich: "Wo soll die Reise hingehen?"

Roger Federer war kaum vom Centre Court verschwunden, da tauchte sie wie schon so oft auf: die Frage nach seinem Abschied. Nicht nur aus Wimbledon, sondern von der Tennis-B├╝hne. Mit der Antwort will er sich Zeit lassen, wie der Rekordsieger nach dem schmerzlichen Viertelfinal-Aus gegen den Polen Hubert Hurkascz am Mittwochabend erkl├Ąrte. Einen R├╝cktritt kann sich der am 8. August 40 Jahre alt werdende Superstar wohl noch nicht vorstellen.

Das Ziel sei es, zu spielen, betonte der Gewinner von 20 Grand-Slam-Titeln. Doch sich k├╝nftig h├Ąufiger so dem├╝tigen lassen wie im letzten Satz beim 3:6,6:7(4),0:6 gegen Hurkacz, das will der aktuelle Weltranglisten-Achte auch nicht. "Das war hart. Die letzten Spiele, wenn dir klar ist, dass du nicht mehr zur├╝ckkommst. So eine Situation bin ich nicht so gewohnt, besonders nicht hier", gab der tief entt├Ąuschte Schweizer zu, der seine Rivalen fr├╝her selbst so oft demontiert hatte.

Analyse mit seinem Team

Ob es noch einmal eine R├╝ckkehr nach Wimbledon geben wird, wusste der achtmalige Champion so kurz nach der Niederlage nicht zu sagen. Nat├╝rlich w├╝rde er den Rasen-Klassiker gern noch einmal spielen, noch einmal die Ovationen bekommen, die Zuneigung der Fans sp├╝ren. Heuer hatte er dort zum 18. Mal das Viertelfinale erreicht, ohne allerdings auf einen Top-20-Spieler zu treffen.

Wimbledon

Er werde in aller Ruhe alles gut mit seinem Team analysieren, k├╝ndigte Federer an. "Wo soll die Reise hingehen, wie soll sie weitergehen? Nach harten 18 Monaten war ich schon froh, dass ich es ins Viertelfinale geschafft habe", gestand der 2020 zweimal am rechten Knie operierte Federer. Viel langsamer als erhofft sei die Heilung verlaufen. Urspr├╝nglich sei das Ziel gewesen, im vorigen Sommer f├╝r Wimbledon fit zu sein - der Rasen-Klassiker fiel dann wegen der Corona-Pandemie aus. Letztlich habe es gerade f├╝r dieses Jahr gereicht. "Ich bin sehr gl├╝cklich, dass ich Wimbledon spielen konnte", sagte Federer.

"Es fehlen viele Dinge"

Das Alter, es nagt an den einst Besten der Branche wie ihm und der ebenfalls 39-j├Ąhrigen Serena Williams, die in der ersten Runde verletzt aufgegeben hatte. "Ich habe mich nicht so gut bewegt, wie ich gern w├╝rde, vor allem in der Defensive", erkl├Ąrte Federer. "Es fehlen viele Dinge, die vor zehn, 15, 20 Jahren sehr leicht und ganz normal waren in meinem Spiel. Jetzt muss ich mich daran erinnern, dieses oder jenes zu tun", erkl├Ąrte er.

Wie es nun weitergeht, h├Ąngt vor allem davon ab, ob Federer noch einmal ein Ziel definieren kann, eine Perspektive sieht. Die Wimbledon-Teilnahme war so ein Ziel. Ob es eine Reise zu den in gut zwei Wochen beginnenden Olympischen Spielen nach Tokio ist, bleibt fraglich. Er m├╝sse vor allem ein besserer Spieler sein, um auf dem h├Âchsten Niveau konkurrieren zu k├Ânnen, sagte Federer.

Immerhin: Die Niederlage werde in ein paar Tagen verarbeitet sein, dann gehe es ihm wieder gut, versprach Federer und wollte vor allem auch eines: sich ausruhen. Nach gro├čen Turnieren falle unabh├Ąngig vom Ergebnis erst einmal eine Last ab, dann folge eine gro├če Ersch├Âpfung. "Ich k├Ânnte jetzt ein Nickerchen machen", sagte Federer.

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