Klassetennis in Linz: Neo-Österreicherin Potapowa stoppte Jungstar Tagger

Anastasia Potapowa schlug Youngster Lilli Tagger 7:6, 6:0 und steht als erste Österreicherin seit 29 Jahren im Halbfinale von Linz.
Anastasia Potapowa ist im Semifinale

Die 2.500 Tennis-Fans kamen voll auf ihre Rechnung. Das heißt, es hätten mehr sein können, würden das Linzer Design ein größeres Fassungsvermögen bieten. Doch das erste rein-österreichische Viertelfinale der 35-jährigen Turniergeschichte des Upper Austria Ladies bot zumindest im ersten Satz Tennis vom Feinsten. 

Besser hätte alles von Dramaturgen nicht inszeniert werden können. Jungstar Lilli Tagger traf auf Neo-Österreicherin Anastasia Potapowa, die das Turnier als Russin 2023 schon einmal gewinnen konnte (damals auf Hartplatz). Und die gebürtige Russin setzte sich nach einer sehr abgeklärten Leistung letztlich 7:6, 6:0 durch. Für die meisten Fans war es der einzige Wermutstropfen - der Großteil des Linzer Publikums war im Lager der 18-jährigen Osttirolerin, die  im ersten Satz aber erneut ihr großes Potenzial unter Beweis stellte. 

Potapowa begann stark mit einem Break, doch bald spielte Tagger groß auf. Die logische Folge war ein Tie-Break, in dem Tagger bei 4:1 einen Smash unnötigerweise ins Aus schlug und so Potapowa wieder herankam. Wehrte Tagger gegen Liudmilla Samsonowa acht Satzbälle ab, so waren es dieses Mal nur zwei. Potapowa holte sich den ersten Satz mit zwei wunderschönen Lobs. 

Im zweiten Satz gelang der 25-jährigen Potapowa das schnelle Break - sie beherrschte dann das Spiel mit ihrer Routine und blieb gnadenlos. Die Beiden, die im Doppel in Linz gemeinsam antraten, boten jedenfalls ein Top-Turnier, das sie fix in den Hauptbewerb der French Open brachte. Potapowa  ist indes die erste österreichische Halbfinalistin in Linz seit 1997 (Judith Wiesner) und trifft am Samstag auf Donna Vekic. "Ich bin stolz auf mich, aber Lilli wird eine große Zukunft haben", sagt Potapowa.

Bitterer Abstieg

Tränen fließen indes im bosnischen Banja Luka . Österreichs Nationalmannschaft, das Billie-Jean-King-Cup-Team (BJKC), muss nach nur einem Sieg in der Gruppenphase in die Europa-Afrika-Zone III absteigen.  Und das ist wirklich das Niemandsland im Tennis, es warten Gegnerinnen wie Malta oder  San Marino.  „Sehr bitter für uns, dass wir gleich abgestiegen sind,  dass wir nicht einmal die Chance haben, um den Klassenerhalt zu spielen“, sagt BJKC-Kapitänin Marion Maruska. 

KURIER Tennis Magazin 2026: Tennisspieler posieren vor Tennisnetz.

Kommentare