Lilli Tagger: „Von der Niederlage kann ich mehr lernen“
Lilli Tagger in Linz.
Anastasia Potapowa war die strahlende Siegerin des spektakulären rot-weiß-roten Duells beim WTA-500-Turnier in Linz. Die Neo-Österreicherin servierte Jungstar Lilli Tagger im zweiten Satz mit 6:0 ab und traf im Halbfinale am Samstag auf die Kroatin Donna Vekic.
„Ich war sehr fokussiert, das war der Schlüssel“, sagte Potapowa. „Ich habe nur von Punkt zu Punkt gedacht, auch wenn nicht immer alles geklappt hat. Ich bin froh, dass mir das gelungen ist.“ Einmal konnte die 25-jährige Potapowa das Turnier in Linz bereits gewinnen – 2023, allerdings noch als Russin.
Einen Satz verspielt
Die Verliererin war naturgemäß enttäuscht. Besonders weh tat Tagger, dass sie einen fast gewonnen geglaubten ersten Satz noch 6:7 verlor. „Natürlich ist es sehr schade. Der erste Satz war recht knapp, den habe ich mir fast ein bisschen selber verspielt“, sagte sie in einer ersten Reaktion. „Schade um den zweiten, da habe ich mich vielleicht fast ein bisschen einschüchtern lassen.“ Doch die 18-Jährige sah auch das Positive in der Niederlage: „Das gehört dazu, man lernt daraus.“
Lilli Taggers Bilanz von Linz fällt jedenfalls positiv aus. Sie besiegte zuerst die ehemalige Nummer 2 der Welt Paula Badosa (ESP), dann schaltete sie mit einer großartigen Leistung die Russin Liudmila Samsonowa aus, die als Nummer 3 des Turniers gesetzt war.
Mit den beiden Siegen gegen die namhaften Gegnerinnen stößt Tagger in die Top 100 der Weltrangliste vor – und sie fixierte einen Startplatz im Hauptbewerb der French Open, die heuer am 24. Mai beginnen. Im Vorjahr spielte sie in Roland Garros noch im Junioren-Bewerb. „Das war das Ziel“, sagte Tagger. „Aber es gilt jetzt, von dem Match zu lernen. Von der Niederlage kann ich mehr lernen als von den beiden gewonnen Spielen davor.“
Eine neue Situation
Das Interesse war groß in Linz, viel prasselte auf Lilli Tagger ein. Erstmals war das Turnier bereits am Dienstag ausverkauft. Alle wollten Tagger sehen, das Versprechen für Österreichs Tennis-Zukunft. „Ich habe viele neue Momente erlebt“, sagte sie. „Das war die beste Woche, die ich je gespielt habe.“
Auch Siegerin Potapowa streute ihr Rosen: „Ich mag Lilli sehr, ich glaube, sie hat eine große Zukunft vor sich. Das war erst das erste von vielen Spielen, die wir noch gegeneinander bestreiten werden.“
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