TENNIS-FRA-OPEN-MEN-FINAL

Paris-Finalist Djokovic

© APA/AFP/ANNE-CHRISTINE POUJOULAT / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Sport Tennis
10/13/2020

Die größten Tennis-Stars in Wien - als Connors seine Hose verlor

Mit Novak Djokovic kommt eine regierende Nummer eins der Welt. Viele Weltstars ihrer Zunft schlugen schon in Wien auf.

von Harald Ottawa

Dass sich die Stars in der Wiener Stadthalle die Türklinke in die Hand geben, ist keine absolute Sensation. Fast alle Großen ihrer Arbeitsgemeinschaft beehrten den 15. Wiener Gemeindebezirk. Nun hat Turnierboss Herwig Straka einen ganz dicken Fisch geangelt: Novak Djokovic wird ab 26. Oktober bei den Erste Bank Open aufschlagen. Einziger Wermutstropfen: Viele werden den Serben, der am Sonntag das French-Open-Finale gegen Rafael Nadal 0:6, 2:6 und 5:7 verloren hatte, nicht sehen. In den von Corona geplagten Zeiten sind nur 1.500 Zuschauer erlaubt.

Topbesetzung

Straka hatte schon vor Wochen im Sport-Talk auf schauTV angekündigt, dass es heuer wahrscheinlich die beste Besetzung der Wiener Turniergeschichte geben wird. Und das heiß viel. Denn Wien war seit dem Start 1974 stets ein Sammelbecken von Weltstars ihrer Zunft – vor allem in den 1990er-Jahren. 21 von 26 Spielern, die irgendwann Nummer eins waren, gastierten bereits in Wien. Ein kleiner Streifzug:

Pete Sampras

Der US-Star war beim Start 1998 wie Djokovic die regierende Nummer eins der Welt. Sampras enttäuschte nicht, gewann das bis zum heurigen Turnier vielleicht bestbesetzte Turnier nach einem Finalsieg über den Slowaken Karol Kucera. Sampras hatte in dieser Phase aber noch viele Punkte zu verteidigen und zitterte um seine Teilnahme beim ATP-Finale. Boris Becker verzichtete ihm zugunsten auf seine Wild Card.

Boris Becker

Der Deutsche hatte da schon seinen Wien-Titel in der Tennistasche. Der damals 28-Jährige, der heute als Eurosport-Kommentator brilliert, gewann 1996.

 

Andre Agassi

Der Showdown 1994 war ein richtiges Highlight. Denn das Endspiel bestritten US-Märchenprinz Andre Agassi und der Deutsche Michael Stich – als Neuauflage des US-Open-Finales wenige Wochen zuvor. Wie in New York siegte Agassi, damals Nummer zehn der Welt und auf dem Weg zurück in die absolute Spitze.

Roger Federer

Der Schweizer trat mehrmals in Wien an und holte 2002 und 2003 den Turniersieg. Bei seinem letzten Auftreten 2003 war er bereits regierender Wimbledon-Sieger und Nummer drei der Welt. Im Finale schlug King Roger damals mit Carlos Moya ebenfalls eine ehemalige Nummer eins und heutigen Coach von Rafael Nadal.

Jimmy Connors

Der Amerikaner war bereits 40, als er das einzige Mal in Wien spielte. Connors verlor zunächst seine Ausrüstung, dann sein Match in Runde eins. Die Fans waren bei seinem Auftritt gegen den Franzosen Fabrice Santoro, den er mit der Hose von Peter Feigl bestritt, dennoch aus dem Häuschen.

Ivan Lendl

Der Tschechoslowake und spätere US-Bürger gewann 1981 als Nummer vier der Welt das Turnier, schaute aber danach nicht mehr vorbei.

 

Stefan Edberg

Der Aufschlag-Volley-Feinspitz schaute am Beginn (1983) und am Ende seiner Karriere vorbei. 1996 schlug er im Achtelfinale Thomas Muster, der gegen den Schweden alle zehn Duelle verlor. Im Viertelfinale war Schluss für Edberg.

John McEnroe

Der US-Star verlor 1990 im Viertelfinale. Der damalige Turnierboss Leo-Günther Huemer erinnerte sich Jahre später im KURIER-Interview: „Er war der unfreundlichste von allen, mit ihm konnte man kaum auskommen.“

 

Andy Murray

Der Brite gewann zweimal in Wien. Beim zweiten Mal vor vier Jahren war er als ATP-Nummer zwei angetreten, startete in Wien eine Siegesserie und war am Jahresende die Nummer eins.

Jewgeni Kafelnikow

Der Russe kam öfter nach Wien, blieb aber nie recht lange.

Marat Safin

Kafelnikows Landsmann kam als Nummer zwei und US-Open-Sieger nach Wien. Nach drei Sätzen flog er wieder heim.

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