Sport
02.07.2018

Federer ist diesmal nicht alleiniger Wimbledon-Topfavorit

Der Kroate Marin Cilic sagt dem Schweizer heuer den Kampf an.

Sie sind wieder vereint, die Top Four. Jene Herren, die lange Zeit das Welttennis beherrscht haben und sich die Titel größtenteils aufgeteilt haben. Nach einem Jahr Pause schlagen ab Montag Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray wieder gemeinsam bei einem Grand-Slam-Turnier auf. Seit 2003 hat übrigens nur einer der vier Herren beim Rasen-Klassiker gewonnen. Heuer spricht ein Kroate ein Wort um den Titel mit.

Marin Cilic

Der 29-Jährige ist Nutznießer davon, dass in Wimbledon nicht nur die Weltrangliste für die Setzliste zählt. Cilic ist zwar nur die Nummer fünf der Welt, schlägt aber im All England Lawn Tennis and Croquet Club als Nummer drei auf. Und ist mit Federer Topfavorit. Im Vorjahr war er im Finale wegen einer Verletzung gegen den Schweizer chancenlos, zuletzt gewann er aber das Vorbereitungsturnier im Queen’s Club. Der Kroate, der heuer auch in Melbourne gegen Federer verloren hat, ist bereit für seinen zweiten Grand-Slam-Titel nach den US Open 2014.

Titelchance: 4 von 5 Sternen

Roger Federer

Wer, wenn nicht er? „Federer ist vor allem auf Gras immer Favorit, wenn er antritt“, sagt Thiem-Trainer Günter Bresnik. Der Schweizer, der am 8. August 37 wird, peilt seinen neunten Wimbledon-Titel an. Zuletzt unterlag der Rekordsieger aber im Finale von Halle dem Kroaten Borna Coric. Ein Semifinalduell mit Marin Cilic ist möglich.

Titelchance: 4 von 5 Sternen

Novak Djokovic

Vor den French Open hatte sein alter und neuer Fitnesscoach Gebhard Gritsch noch gemeint: „Er braucht noch ein halbes Jahr, bis er wieder ganz der Alte ist.“ Dann kam er bis ins Viertelfinale. Unterlag zuletzt Cilic in einem guten Queen’s-Finale. Er ist zumindest fast wieder der Alte.

Titelchance: 3 von 5 Sternen

Rafael Nadal

Der Spanier tauchte nach seinem elften Paris-Sieg unter, bereitete sich aber auf Mallorca gewissenhaft auf das Londoner Wies’nfest vor. Der 32-Jährige weiß, wie man dort gewinnt: Er tat es bereits in den Jahren 2008 und 2010.

Titelchance: 2,5 von 5 Sternen

Alexander Zverev

Schlägt ausgerechnet in Wimbledon seine große Stunde? Er zeigte zuletzt bei einem Einladungsturnier ansteigende Form.

Titelchance: 1,5 von 5 Sternen

Dominic Thiem

Österreichs Ass zeigte im Vorjahr auf, als er nur unglücklich dem Tschechen Tomas Berdych unterlag. Der Rasenkönig ist er aber (noch) nicht.

Titelchance: 1 von 5 Sternen

Für die Jungstars wie Borna Coric, Kyle Edmund, Denis Shapovalov und Nick Kyrgios kommt ein Titel noch zu früh. Dies gilt auch für Andy Murray, der lange weg war.