Jurgen Melzer, of Austria, reaches for a shot to Evgeny Donskoy, of Russia, during the first round of the 2013 U.S. Open tennis tournament, Wednesday, Aug. 28, 2013, in New York. (AP Photo/Mike Groll)

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Tennis
08/29/2013

Melzer enttäuscht bei den US Open

Der 32-Jährige unterliegt in Runde eins dem russischen Außenseiter Jewgenij Donskoj.

Mit großen Hoffnungen war Jürgen Melzer nach seinem Titelgewinn in Winston-Salem nach New York gekommen, umso größer war am Mittwoch die Ernüchterung: Der 32-jährige Niederösterreicher, bei den mit 34,3 Mio. Dollar dotierten US Open als Nummer 29 gesetzt, musste sich am Mittwoch gleich in der ersten Runde dem russischen Außenseiter Jewgenij Donskoj nach 2:31 Stunden mit 5:7,3:6,6:7(3) geschlagen geben.

Für Melzer, der auch im Vorjahr in Flushing Meadows gegen den unbekannten US-Amerikaner Bradley Klahn gleich zum Auftakt ausgeschieden war, bedeutete das Aus eine Riesen-Enttäuschung. Nach seinem fünften ATP-Titel in der Vorwoche hatte der Weltranglisten-27. auf das Erreichen der zweiten Turnierwoche gehofft. "Natürlich bin ich sehr enttäuscht und angefressen. Ich hatte mir das hier alles ganz anders vorgestellt. Aber ich habe zu zerfahren gespielt, zu viele Fehler gemacht und meinen Matchplan nicht eingehalten. Das hat mir das Genick gebrochen", analysierte Melzer, dessen erster Einsatz wegen Regens hinausgezögert worden war.

Hektik

Im ersten Satz hatte der neun Jahre ältere Melzer den Weltranglisten-102. aus Moskau zunächst noch im Griff. Nach einem Break zum 3:2 führte Melzer mit 4:2, als das Match für fünf Minuten wegen Regens unterbrochen werden musste. Melzer blieb aber auf Kurs und fand bei 5:3, Aufschlag Donskoj einen Satzball vor. Dann gelang dem Russen aber das Rebreak zum 5:5 und der Satzgewinn.

"Ich bin teilweise zu hektisch geworden, dadurch war meine Vorhand dann zu unplatziert. Und ich habe zu oft die falsche Entscheidung getroffen und nicht den richtigen Ball gewählt", konstatierte Melzer. Im zweiten Satz gab Melzer den Aufschlag zum 2:4 ab und schon bald sah er sich mit einem 0:2-Satzrückstand konfrontiert. Melzer bewies trotz eines neuerlichen Aufschlagverlusts zum 0:1 Kampfgeist: bei 4:5 wehrte Melzer drei Matchbälle ab, den letzten mit einem Netzroller. Als Melzer das Rebreak zum 5:5 gelang, ließ er mit einem martialischen Schrei deutlich erkennen, dass er noch nicht aufgegeben hat.

Es kam zum Tiebreak, das bis zum 3:3 ausgeglichen verlief, doch dann übernahm Donskoj das Kommando und verwandelte Matchball Nummer vier. "Er hat nicht schlecht gespielt, aber im Grunde habe ich das ganz alleine verloren. Es ärgert mich gewaltig, dass ich so den Faden verloren habe. Da kämpfe ich mich zurück wie ein Stier, wehre Matchbälle ab, und spiele dann so einen Tiebreak. Das ärgert mich", ließ Melzer seinen Gefühlen freien Lauf.

Ausreden

Wenn er fehleranfällig sei, mache er einfach zu viele Fehler. "Das liegt auch etwas an meiner Spielweise. Es war allerdings auch sehr schwierig, heute mit den extrem schwülen und feuchten Bedingungen. In der letzten Woche konnte ich sehr schnell spielen, jetzt stand die Luft und die Bälle waren schwer." Als Ausrede wollte er das freilich nicht gelten lassen. "Das sollte mir nicht passieren, schon gar nicht in meinem Alter. Mein Trainer war auch nicht sehr happy."

Während Melzer nun am Donnerstag an der Seite von Julian Knowle im Doppel (gegen Treat Huey/Dominic Inglot/PHI/GBR-16) noch Doppel spielte, sind am Donnerstag Österreichs letzte zwei Einzelhoffnungen im Einsatz. Das wegen Regens um einen Tag verschobene Zweitrundenmatch von Patricia Mayr-Achleitner gegen die Kasachin Jaroslawa Schwedowa ist für 17.00 Uhr MESZ (Court 10) angesetzt. Und auch Andreas Haider-Maurer wird im 3. Match nach 17.00 Uhr gegen Michail Kukuschkin sein Zweitrundenmatch bestreiten.

Perfekter Start für Murray

Spät, aber doch hat Titelverteidiger Andy Murray an einem verregneten dritten Tag der US Open in New York seine erste Hürde gemeistert. Erst um 21.55 Uhr Ortszeit begann die Night Session im Arthur-Ashe-Stadion von Flushing Meadows, der drittspäteste Start in der Geschichte des Major-Turniers in New York. Mit einem 6:2,6:4,6:3 über den Franzosen Michael Llodra war Murray dann auf dem Platz umso schneller, nach 98 Minuten war der Spuk vorbei.

Als um 23:53 auch noch Sloane Stephens im größten Tennis-Stadion der Welt einmarschierte, wurde anschaulich, wie sehr der Regen am Mittwoch den Spielbetrieb gestört hatte. Die als Nummer 15 gesetzte große US-Damen-Hoffnung fertigte Urszula Radwanska (POL) in 58 Minuten mit 6:1,6:1 ab.

Verschoben

Nicht weniger als 28 Matches sind auf Donnerstag verschoben worden, darunter auch das Zweitrunden-Spiel der Weltranglisten-Ersten Serena Williams. Den Erstrundenmatches der Herren, die ja in New York immer auf die ersten drei Tage verteilt werden, wurde Vorrang gegeben. Ein tolles Match lieferten einander dabei der US-Open-Champion von 2009, Juan Martin Del Potro, und Guillermo Garcia-Lopez (ESP). Der als Nummer sechs gesetzte Argentinier setzte sich erst nach 4:13 Stunden und zusätzlichen etwa vier Stunden Regenunterbrechung mit 6:3,6:7(5),6:4,7:6(7) durch und freute sich, Satz fünf vermieden zu haben.

Zufrieden mit einem "soliden Match" war auch Murray, weniger erfreut war er aber über den späten Start ins Turnier: "Wenn man um diese Zeit sein erstes Match spielt, ist das natürlich nicht ideal."

Die ganz normale Person

James Blake verließ die Anlage erst einige Zeit nach Mitternacht. Vor mehr als 10.000 Fans hatte er sich zuvor dem Aufschlag-Riesen Ivo Karlovic hauchdünn im fünften Satz beugen müssen. Nicht weniger als 38 Asse schoss der Kroate, gewann hauchdünn mit 6:7(2),3:6,6:4,7:6(2),7:6(2) und beendete so die Einzel-Karriere des 33-jährigen Blake.

"Jetzt werde ich wieder eine ganz normal Person werden", sagte Blake, eine hochintelligente Person, die dem Circuit fehlen wird. Der Afro-Amerikaner, der sein Harvard-Studium nach dem zweiten Jahr wegen seiner Tennis-Karriere beendet hatte, hat sich immer auch um soziale Themen Gedanken gemacht. So war er jedenfalls froh, dass er am 50. Jahrestag der berühmten "I have a dream"-Rede des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King die Niederlage noch verhindert hat, und erst nach Mitternacht verloren hat. "Ich bin stolz darauf, dass ich nicht mehr das erdulden muss, was er erdulden musste. Ich erlebe auch nicht mehr, was noch mein Vater erlebt hat. Aber wir sind noch nicht am Ziel angekommen", sagte Blake über die Zeiten der Rassentrennung.

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