US-Golfer Phil Mickelson

© APA/AFP/GETTY IMAGES/SAM GREENWOOD

Sport
02/22/2022

2,9 Milliarden Dollar aus Saudi-Arabien, doch die Golfstars lehnen ab

Das Königreich lockte die weltbesten Spieler mit einer Super-Liga und Traumgagen, doch der Schuss ging nach hinten los. Vom Tisch ist das Projekt deshalb nicht, auch Donald Trump mischt mit.

von Philipp Albrechtsberger

Es klingt verlockend, wenn man mit einer Unterschrift sein erwirtschaftetes Vermögen verdoppeln kann. Im Fall von Phil Mickelson hätte der Zuwachs satte 100 Millionen Dollar betragen. Diese Summe wurde laut Medienberichten dem amerikanischen Golfstar, der in zwanzig Profijahren bisher 96,5 Millionen Dollar an Preisgeld eingespielt hat, für die Teilnahme an der neuen Super Golf League (SGL) geboten.

Hinter der Liga steht Saudi-Arabien mit seinem prall gefüllten Staatsfonds. Das Land des Öls will damit das nächste Geschäfts- und Werbefeld beackern, insgesamt 2,9 Milliarden Dollar sollen für das Projekt bereitstehen.

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Der 51 Jahre alte Mickelson, ein sechsfacher Sieger von Majorturnieren und der langjährige Dauerrivale von Tiger Woods, sollte einer der Königstransfers sein. Von der jüngeren Garde an Topgolfern hatte man Bryson DeChambeau als prominentes Gesicht auserkoren. Das Offert für den 28-jährigen Kalifornier soll gar 200 Millionen schwer gewesen sein.

Verhandelt wurde zunächst äußerst diskret, den involvierten Personen war wohl klar, welche Sprengkraft die Ankündigung der neuen Liga hat. Immerhin haben alle Spieler Verpflichtungen bei den anderen Touren, allen voran der US-PGA-Tour.

"Die Nicht-so-Super-Liga"

Die Unterschriften von zwanzig Topspielern wollte man zumindest haben, ehe man an die Öffentlichkeit geht. Doch dazu sollte es gar nicht erst kommen. In den vergangenen Tagen taten sich immer mehr undichte Stellen auf. So entstand eine nicht mehr zu kontrollierende Flut an Meldungen und Dementi, die die neue Super-Liga mitreißen sollte. „Die Nicht-so-Super-Liga“, sagt dazu Rory McIlroy scherzhaft.

Das Wort des nordirischen Stars hat Gewicht in der Szene, er war einer der ersten, der sich klar gegen die Pläne aus Saudi-Arabien aussprach und zur PGA-Tour bekannte: „Jeder sieht doch, dass es um reine Geldmacherei geht. Das ist okay, wenn man nur Golf spielt, um Geld zu verdienen. Ich spiele aber Golf, um meinen Platz in der Golf-Historie zu festigen.“

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Immer mehr Profis folgten seinem Beispiel, darunter Tiger Woods oder der Weltranglisten-Erste Jon Rahm. Mitentscheidend dafür war wohl auch die Ankündigung der PGA-Tour, abtrünnige Spieler lebenslang zu sperren. Irgendwann gaben dann auch Phil Mickelson und Bryson DeChambeau klein bei, Letzterer ließ sich jedoch ein Hintertürchen offen. „Solange die besten Spieler der Welt auf der PGA-Tour spielen, werde ich das auch tun.“

Ganz vom Tisch ist das Projekt damit nicht. Die Spieler werden die Konkurrenzliga am Verhandlungstisch mit der PGA-Tour einzusetzen wissen. Die Saudis suchen derweil nach Turnierschauplätzen, vorrangig in den USA. Ein alter Freund des Königreichs hat mit seinen Golfanlagen reges Interesse bekundet: Donald Trump.

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