© APA/AFP/GETTY IMAGES/Gregory Shamus

Ski alpin
10/22/2019

Stephanie Brunner: Was macht ein Beckenknochen im Knie?

Die Zillertalerin lässt sich auch durch den dritten Kreuzbandriss in 17 Monaten nicht aus der Bahn werfen.

von Christoph Geiler

Wenn man es jetzt nicht wüsste, käme man niemals auf die Idee, dass Stephanie Brunner ein gerissenes Kreuzband hat. Hochaktiv und quietschfidel, wie sich die Zillertalerin präsentiert. Mehrmals die Woche tankt die 25-Jährige im Olympiazentrum Innsbruck Kraft und schindet Kondition, sogar beim Fußballspielen wurde sie schon öfter beobachtet.

Jede Annanormalverbraucherin würde sich wohl glücklich schätzen, wenn sie wenige Wochen nach einem Kreuzbandriss schon wieder dermaßen agil wäre. Aber für Stephanie Brunner gelten naturgemäß andere Maßstäbe: Sie will nicht einfach nur ihren Alltag meistern, Brunner möchte als Rennläuferin noch einiges bewegen. „Ich bin nicht dort angelangt, wo ich hin will“, sagt die Tuxerin, „das treibt mich an.“

In der Warteschleife

Genau aus diesem Grund ist sie ja auch gerade Stammgast in der Kraftkammer. Stephanie Brunner trainiert vor ihrer Knie-Operation wie ein Berserker, damit sie nach der OP schneller wieder Fuß fassen kann. „Aber es ist irgendwie auch mühsam, wenn man auf eine Operation so lange hinwarten muss.“

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Erst für Dezember ist der Eingriff am lädierten linken Knie geplant. Zugezogen hatte sich Brunner ihren Kreuzbandriss freilich bereits Ende August in Argentinien. Doch eine Operation hätte zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn gemacht, nachdem sich die Riesentorlaufspezialistin am gleichen Knie zuvor schon zwei Mal das Kreuzband gerissen hatte. „Bei drei Verletzungen innerhalb so kurzer Zeit geht das nicht anders“, weiß Brunner. „Die Bohrkanäle im Knie sind schon so erweitert, dass bei den Schrauben kein neues Kreuzband mehr gehalten hätte.“

Im Zirkus Knie

Brunner musste deshalb vor der geplanten Kreuzband-OP erst noch einen anderen Eingriff über sich ergehen lassen. „Im August wurde von meinem Beckenkamm ein Knochenstück rausgeschnitten und in die Bohrlöcher im Knie eingefüllt. Das muss wie ein Knochenbruch verheilen. Erst danach kann das Kreuzband hergerichtet werden.“

Stephanie Brunner erzählt ihre Krankengeschichte, als wäre es die normalste Sache der Welt. Aber drei Kreuzbandrisse in eineinhalb Jahren sind selbst in diesem Zirkus Knie namens Skisport ein Novum.

„Manche erwischt es echt wie beim Mensch-ärgere-dich-nicht. Die stehen vor dem Haus, und dann batsch – und sie müssen wieder von vorne anfangen“, sagt Chirurg Christian Fink.

In guter Gesellschaft

Der dritte Neustart innerhalb kürzester Zeit lässt Stephanie Brunner keineswegs verzweifeln. „Jetzt erst recht“ scheint das Motto der Zillertalerin zu lauten. „Viele haben gesagt: ,Die kann jetzt aufhören‘“, berichtet die 25-Jährige, „aber eine Tina Weirather hatte vier Kreuzbandrisse und ist immer noch Weltklasse.“

Hoffnung macht der Zillertalerin nicht zuletzt ihr erfolgreiches erstes Comeback nach einem Kreuzbandriss. Im November 2018 hatte Stephanie Brunner im Riesentorlauf von Killington ihren ersten Podestplatz eingefahren, ehe sie eineinhalb Monate später wieder gestoppt wurde. „Ich weiß, dass ich es wieder schaffen kann.“

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