Stets am Ball: Karl Schweitzer, einst Sport-Staatssekretär

© Georg Diener/Agentur Diener/Leena Manhart

Sportpolitik
10/21/2014

Schweitzer kritisiert Verteilung der Fördergelder

"Das kommt nur Fußball und Ski zugute", sagt der ehemalige Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer.

von Alexander Strecha

Die Verteilung der Fördergelder im österreichischen Sport hat zuletzt für viel Aufregung und Kritik gesorgt. Einer, der in diesen Chor einstimmt, ist der frühere Sport-Staatssekretär (2003-2007), mittlerweile Chef der Basketball-Bundesliga, Karl Schweitzer. Nicht nur, weil seine Sportart im Förder-Ranking auf dem 57. und letzten Platz liegt. "Natürlich sehe ich mich als Basketball-Lobbyist, aber es geht generell um ein paar Dinge im Sport, die falsch laufen."

Konkret spricht er die personelle Unvereinbarkeit in den Förder-Gremien an. "Sportminister Klug meint zwar, dass dies durch das neue Gesetz verschwunden ist, aber im Bundessport-Förderungsfonds gibt es nach wie vor Personalunionen." Nur so kann sich Schweitzer erklären, dass die Sportarten Bob und Skeleton bei den geförderten Sportarten unter die Top 10 kamen. "Mir fehlt hier die Transparenz. In manchen Punkten sind Fördergeber gleichzeitig Fördernehmer."

Unverständlich ist für Schweitzer ebenso der Umstand, dass bei der TV-Tauglichkeit der einzelnen Sportarten lediglich die Sender ORF 1 und ORF heran gezogen wurden. "Warum wurde dann eigens mit Sport+ ein Spartensender installiert, wenn dieser in solchen Ergebnissen gar keine Relevanz hat? Dieses System kommt doch nur Fußball und Ski zugute. Man kann ja noch froh sein, dass die Formel 1 nicht gefördert wird." Weil Sportarten wie Basketball und Eishockey auf Sky Austria oder Servus TV übertragen werden, finden sie laut der Studie medial praktisch nicht statt.

Darüber hinaus, so der Burgenländer, hätte der heimische Sport ein veritables Sportstätten-Problem. Das wurde im Juli dieses Jahres beim Basketball-Forum umso mehr ersichtlich, als Stahlbau-Experten Hallen-Module von 3500 bis 15.000 Zuseher präsentierten. "Leider haben sich Vereine oder verantwortliche Funktionäre trotz Einladung dafür nicht interessiert." Zum Spitzensportstättenplan 2020 stellte FPÖ-Nationalrats-Abgeordnete Petra Steger eine Anfrage an den Sportminister mit 29 Punkten, die Antwort fiel oberflächlich aus.

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