In ihrem Revier: Zeitfahren ist das Metier von Anna Kiesenhofer

© REUTERS/YVES HERMAN

Sport
08/01/2022

Rad-Olympiasiegerin Anna Kiesenhofer unterschrieb für die Vuelta

Eigentlich hatte die Niederösterreicherin mit dem Profirennsport auf der Straße schon abgeschlossen. Nun ist alles anders.

Eigentlich war am Sonntag alles wie gewohnt. Während die besten Radsportlerinnen der Welt bei namhaften Rennen um Siege fuhren, fehlte jemand. Und das aus gutem Grund: Erstens war Anna Kiesenhofer in den letzten Jahren mit ihrem Job als Mathematikerin an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne durchaus gut ausgelastet, zweitens hatte der Niederösterreicherin anno 2017 ein halbjähriges Engagement beim Team Lotto Soudal gezeigt, dass das knochenharte Profigeschäft im Straßenrennsport nichts für sie ist. Das Missverständnis endete vorzeitig.

Einen Olympiasieg auf den Straßen von Tokio später ist nun alles ganz anders. Kiesenhofer, die nach ihrem Sensationserfolg in Japan genügend Sponsoren einsammeln konnte, um sich ganz auf den Sport konzentrieren zu können, wird bei der Spanien-Rundfahrt starten, und die 31-Jährige wird das im Dress des spanischen Continental-Teams Soltec tun.

Ein Wendepunkt

Man habe sie verpflichtet mit dem Ziel, auf den Bergetappen des Rennens über fünf Tage (ab 7. September) zu attackieren, ließ das Team verlauten. „Ihre Ankunft bedeutet einen Wendepunkt in der Ära unserer Mannschaft“, erklärte Teammanager Marcelino Oliver. „Wir hatten bis jetzt drei Jahre harte Arbeit, um ein solides und ambitioniertes Projekt zu entwickeln, das es uns ermöglicht, die Ziele nun höher zu stecken. Und Annas Verpflichtung gibt uns den letzten Impuls.“

„Ich bewundere ihre Arbeitsauffassung, ihre Beharrlichkeit, ihre Ehrlichkeit, ihre Professionalität und ihre Opferbereitschaft“, sagte Oliver. „Ihre Mentalität passt perfekt zu uns.“

„Ich starte als Gastfahrerin für diese Vuelta-Woche bei Soltec", bestätigte Anna Kiesenhofer dem KURIER. Doch nach dieser Woche ist sie wieder im Dress von Cookina Graz unterwegs, „das hatten wir auch so vereinbart."

Und so wird ab dem 7. September eben doch alles ganz anders als am vergangenen Sonntag. Da gewann die niederländische Vuelta-Titelverteidigerin Annemiek van Vleuten die Tour de France – und Anna Kiesenhofer das Bundesliga-Zeitfahren auf dem Salzburgring. Einer gewissen Pikanterie entbehrt das Rennen ja nicht, denn bei Olympia in Japan jubelte Van Vleuten über ihren Sieg im Sprint. Blöderweise hatte sie vergessen, dass eine Ausreißerin nicht eingeholt war: Anna Kiesenhofer.

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