Federer ist vor dem letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres die Zuversicht in Person.

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Phänomen Federer
08/18/2014

Der Allergrößte ist einfach nicht kleinzukriegen

Mit 33 Jahren gewann der Tennisstar sein 80. Turnier und ist nun der Favorit bei den US Open.

von Christoph Geiler

Was hatte sich Roger Federer in den letzten Jahren nicht alles anhören müssen: viel zu alt sei er für einen Champion und körperlich längst nicht mehr auf Ballhöhe; sein Tennis, so behaupteten Experten, sei außerdem völlig überholt, Kondition und Konstanz würden nie und nimmer für einen Turniersieg reichen, und eigentlich sei die Zeit reif für die wohlverdiente Tennispension.

Dafür, dass Roger Federer angeblich seit geraumer Zeit nur noch ein Schatten seiner selbst sein soll, strahlt sein Stern gerade wieder einmal besonders hell. Beim jüngsten Turnier der Masters-1000-Serie in Cincinnati war jedenfalls nicht zu bemerken, dass der Schweizer mit seinen 33 Jahren mittlerweile zu den ältesten Spielern auf der ATP-Tour zählt und seine Art des Tennisspiels nicht mehr zeitgemäß wäre. Im Finale behielt Federer auch in seinem 16. Duell mit dem Spanier David Ferrer die Oberhand (6:3, 1:6, 6:2) und erhöhte damit seine Turniersiege auf 80.

In Worten: Achtzig!!!

Konstanz in Person

Diese Zahl erklärt das Phänomen Federer wohl am besten. Der Schweizer ist ein Muster an Konstanz, wie es auf den Centercourts dieser Welt vor ihm noch nie zu bestaunen gab. Seit 2002 war der 33-jährige Evergreen in der Weltrangliste immer in den Top sieben zu finden, mit 302 Wochen an der Spitze ist Federer zudem auch die Nummer eins mit der längsten Amtszeit. Zwischen seinem ersten und dem letzten Turniersieg liegen mittlerweile fast eineinhalb Jahrzehnte. Als Federer seinerzeit erstmals auf der ATP-Tour gewann (Mailand 2001) , wurde hierzulande noch mit dem guten, alten Schilling bezahlt.

Das alles verdeutlicht die Ausnahmestellung dieses Ausnahmekönners aus Basel, der nach seinen jüngsten Auftritten auf Hartplatz nun auch der Topfavorit auf die in der kommenden Woche beginnenden US Open ist. Zumal der spanische Titelverteidiger Rafael Nadal wegen einer Verletzung auf den Start verzichtet und Novak Djokovic, die aktuelle Nummer eins der Welt, seit seiner Hochzeit im Sommer sportlich nichts mehr zu feiern hatte.

Zuversicht in Person

Federer selbst ist vor dem letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres die Zuversicht in Person. "Ich fühle mich richtig gut und habe keinerlei Beschwerden", sagt der Oldie, der im Spätherbst seiner Karriere unter Neo-Trainer Stefan Edberg (Sd) seinen x-ten Frühling erlebt. Vor allem konditionell scheint Federer nach etlichen Wehwehchen wieder ganz der Alte. "Ich zweifle nun auch keine Sekunde mehr, dass ich drei Sätze durchhalte", gesteht der 33-Jährige. "Letztes Jahr hatte ich zu diesem Zeitpunkt viel Arbeit vor mir. Dieses Mal werde ich New York genießen können."

Ein echter Genuss war der jüngste Triumph auch für Federers Nachwuchs. Nach dem Erfolg in Cincinnati verstummen nun endlich die Klagen der vier Kinder, die den Schweizer zu jedem Turnier begleiten. "Sie haben sich schon beschwert, dass die letzten Pokale etwas klein waren. Endlich bringe ich jetzt einmal wieder ein großes Ding mit nach Hause."

Alles Roger

Die Karriere von Roger Federer (*8. August 1981) ist eine einzige Erfolgsstory.

Weltrangliste 302 Wochen war Federer in seiner Karriere die Nummer eins. So lange wie kein Tennisspieler vor ihm. Zwischen Feber 2004 und August 2008 war er 237 Wochen an der Spitze (Weltrekord).

Grand Slam Der Schweizer ist mit 17 Triumphen bei Grand-Slam-Turnieren der Rekordhalter und einer von sieben Spielern, die alle vier Major-Events gewinnen konnte.

Turniersiege Mit 80 ATP-Erfolgen ist er die Nummer drei der ewigen Bestenliste hinter Connors (109) und Lendl (94).

Preisgeld Federer hat 62 Millionen Euro an Prämien erspielt. "Peanuts" verglichen mit seinen Einkünften aus der Werbung. Laut dem Forbes-Magazin hat er allein 2013 mehr als 30 Millionen Euro abseits des Tennisplatzes lukriert.

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