Paris und LA fiebern Olympia-Krönung entgegen

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Foto: APA/AFP/MARTIN BERNETTI Los Angeles' Bürgermeister Eric Garcetti hat guten Grund zum Strahlen.

Doch der Ärger um die Korruptionsaffäre belastet das Klima weiterhin.

Riesige Vorfreude bei Paris und Los Angeles vor der Krönung zu den neuen Olympia-Städten, aber auch Ärger wegen der anhaltenden Korruptionsaffäre um Rio 2016: Die Olympische Familie taumelt beim IOC-Gipfel in Perus Hauptstadt Lima weiter zwischen Partylaune und Krisenfrust.

"Das ist eine außergewöhnliche Konstellation. Wir werden am Mittwoch hier feiern und sicher auch am Wochenende in Los Angeles", kündigte LA-Bewerbungschef Casey Wasserman an. Der Pariser Bewerbungschef Tony Estanguet meinte: "Es ist ein großer Gewinn, und wir sind hier, um es zu genießen."

Alles ist angerichtet, die Vollversammlung des IOC hatte die Doppelvergabe bereits im Juli beschlossen. Am Mittwoch gegen 21.00 Uhr MESZ steht nur noch die Verkündung aus. "Für das IOC wäre es ein großer Fehler, diese Gelegenheit nicht zu nutzen", sagte IOC-Präsident Thomas Bach zur ersten Doppelvergabe seit 100 Jahren.

Ein unmoralisches Angebot

Mit dem Schritt machte der Ringeorden aus der Not eine Tugend. Nur noch zwei Kandidaten waren für die Sommerspiele 2024 übriggeblieben. Da es sich um zwei wichtige Städte handelte, sollte kein Bewerber verprellt werden. Paris erhielt den Zuschlag für 2024, auch weil es nach 100 Jahren die Olympia-Rückkehr an die Seine feiern kann, LA ist vier Jahre später am Zug.

Die kalifornische Metropole erhielt ein ordentliches Trostpflaster, das bis zu zwei Milliarden Euro betragen kann. 1,5 Milliarden Euro überweist das IOC, weitere Zahlungen wurden abgemacht. "Das Angebot war so gut, dass wir es nicht ausschlagen konnten", sagte Los Angeles' Bürgermeister Eric Garcetti.

Zuvor waren viele Städte aus dem Rennen um Olympia 2024 ausgestiegen. Boston, Hamburg, Budapest und Rom hatten zurückgezogen, weil es politisch keine Mehrheit mehr gab und der Rückhalt in der Bevölkerung fehlte. Bach hatte bereits angekündigt, dass das Bewerbungsverfahren geändert werden müsse, weil es zu viele Verlierer produziere.

Nuzman im Hinterkopf

Weiterhin Sorgen bereitet das IOC in Lima die anhaltende Korruptionsaffäre um Rios Ok-Chef Carlos Arthur Nuzman. Bach verteidigte in Lima den Kurs des IOC. "Wir haben das getan, was wir tun konnten", sagte der 63-Jährige und wies Vorwürfe der Passivität zurück.

Der Deutsche erklärte, dass Rechtsanwälte für die Ethikkommission des IOC Kontakt zu den brasilianischen Behörden aufgenommen hätten, um weitere Informationen in dem Fall zu erhalten. "Sobald Beweise vorliegen, werden wir handeln". Berichte, wonach das IOC schon früher Hinweise auf Nuzmans unkorrektes Verhalten durch einen früheren brasilianischen Funktionär erhalten haben soll, wies der IOC-Chef zurück: "Wenn es irgendwelche Beweise gegeben hätte, hätten wir diese auch verfolgt."

Wegen des Verdachts des Stimmenkaufs vor der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2016 an Rio hatte die brasilianische Bundespolizei Beweismaterial im Haus Nuzman sowie am Sitz des Comitê Rio 2016 sichergestellt. Nuzman wurde zum Verhör vorgeladen. "Keine Organisation in der Welt ist immun, kein Gesetz ist so perfekt, dass es nicht gebrochen werden kann", meinte Bach.

Bezüglich der militärischen Provokation Nordkoreas und der wachsenden Angst um die Ausrichtung der Winterspiele 2018 im nur 80 Kilometer entfernten Pyeongchang/Südkorea unterstrich das IOC die Sicherheit der Wettkämpfe. "Es gibt noch nicht einmal einen Hinweis darauf, dass es eine Bedrohung für die Sicherheit der Spiele im Zusammenhang mit den Spannungen zwischen Nordkorea und einigen anderen Ländern gibt", sagte Bach.

(sid / mod) Erstellt am
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