Olympic Games 2020 Road Cycling

Niklas Arndt (Bi.) sei "entsetzt" von den Aussagen seines Rad-Sportdirektors

© EPA / CHRISTOPHER JUE

Sport
07/29/2021

"Bin entsetzt": Olympia-Trainer muss nach Rassismus-Eklat abreisen

Patrick Moster muss nach seiner rassistischen Entgleisung beim olympischen Zeitfahren vorzeitig die Heimreise antreten.

Empörung und Druck waren groß, nun hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) seinem Rad-Sportdirektor Patrick Moster die Rote Karte gezeigt. Der 54-JĂ€hrige muss nach seiner rassistischen Entgleisung bei den Olympischen Spielen in Tokio die Heimreise antreten. Das entschied der DOSB am Donnerstag mit 24 Stunden VerspĂ€tung.

Auch der Radsport-Weltverband UCI reagierte und suspendierte Moster . Die Disziplinarkommission des Verbandes habe sich mit dem Fall beschĂ€ftigt und entschieden, dass Mosters Aussagen "diskriminierend" seien und gegen die Grundregeln des Anstands verstießen, teilte die UCI am Donnerstag mit. Der Verband verurteile "jede Form rassistischen und diskriminierenden Verhaltens" und wolle fĂŒr IntegritĂ€t, Vielfalt und Gleichheit sorgen.

Entschuldigung fĂŒr Wortwahl

Im olympischen Einzelzeitfahren hatte Moster fĂŒr einen Eklat gesorgt, als er den deutschen Fahrer Nikias Arndt mit rassistischen Worten anfeuerte, den vor ihm fahrenden Algerier Azzedine Lagab einzuholen. Moster hatte wĂ€hrend des Bewerbs gerufen: "Hol' die Kameltreiber, hol' die Kameltreiber, komm."

Das war wĂ€hrend der Live-Übertragung hörbar. SpĂ€ter entschuldigte sich der FunktionĂ€r fĂŒr seine Wortwahl. Er habe sich "im Eifer des Gefechts" in der Wortwahl vergriffen. "Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren", sagte Moster. Mit dem DOSB gab es ein klĂ€rendes GesprĂ€ch, erst spĂ€ter folgten weitere Konsequenzen. Moster wĂ€re vor den anstehenden Bahn-Radbewerben noch als FunktionĂ€r aufgetreten.

Der Beschimpfte reagierte auf die rassistische Entgleisung Mosters via Twitter: "Nun, es gibt kein Kamelrennen bei Olympia, deshalb betreibe ich Radsport. Wenigstens war ich in Tokio dabei", schrieb Lagab.

"Wir sind weiterhin davon ĂŒberzeugt, dass seine öffentliche Entschuldigung fĂŒr die gestern von ihm getĂ€tigte rassistische Äußerung aufrichtig ist. Mit dieser Entgleisung hat Herr Moster jedoch gegen die olympischen Werte verstoßen. Fairplay, Respekt und Toleranz sind fĂŒr das Team D nicht verhandelbar", stellte DOSB-Chef Alfons Hörmann fest.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) begrĂŒĂŸte die Entscheidung, Moster "seine Funktion nicht weiterfĂŒhren zu lassen und ihn zu bitten, Tokio zu verlassen, um nach Deutschland zurĂŒckzukehren. Kommentare wie diese haben bei den Olympischen Spielen keinen Platz", hieß es in einer ErklĂ€rung am Donnerstag.

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