Es kann losgehen. Die olympischen Spiele 2016 in Rio.

© APA/AFP/YASUYOSHI CHIBA

Brasilien
08/05/2016

Olympia 2016: Das Spektakel beginnt

In der Nacht von Freitag auf Samstag werden die Sommerspiele in Rio de Janeiro eröffnet. Eine Vorschau auf die Show und olympische Zahlenspiele.

von Philipp Albrechtsberger, Florian Plavec

Acht Uhr, die Nacht beginnt in Rio. Ein Uhr in Österreich, beim einen oder anderen TV-Konsumenten könnten bereits die Augenlider zu schwer geworden sein, wenn im Maracanã-Stadion die dreistündige Eröffnungsfeier beginnt. Rhythmisch, Lebensfreude versprühend, bunt, geschichtsträchtig, ein wenig kritisch und vor allem schön soll sie sein. Versprechen jedenfalls die Veranstalter.

Kosten und Mühen wurden nicht gescheut. 47.000 sahen bereits die Generalprobe. "Beeindruckend" war einhellig die Meinung. Das Model Gisele Bündchen wird ihren Auftritt haben, dem Bossa-Nova-Klassiker entsprechend als "Girl from Ipanema", Brasiliens Nationalhymne soll Auftakt für eine Zeitreise durch die Geschichte des Landes sein.

Geheimnis um den Fackelträger

Fünf Jahre dauerte alleine die Vorbereitung der Show, 12.000 Kostüme, 5000 Tänzer, 5000 Freiwillige, abschließend wird der Himmel über Rio von insgesamt 3000 Kilogramm Feuerwerk erleuchtet. Geheim ist bisher die Person des letzten Fackelträgers. Pelé, die 75-jährige Fußball-Legende Brasiliens, wird es wohl sein. Für ein paar Momente groß im Bild: Tischtennis-Spielerin Liu Jia als Fahnenträgerin an der Spitze der 71 österreichischen Olympia-Teilnehmer.

Das Spektakel übertüncht die Probleme. Probleme Brasiliens und Probleme des Internationalen Olympischen Comités. Für einen Herrn dürfte die Eröffnung ein paar Überraschungen parat haben: Gibt es Pfiffe für den deutschen IOC-Chef Thomas Bach nach dem milden Vorgehen in der russischen Doping-Causa?

Die Weltenlage hat sich jedenfalls auch auf der Gästeliste der internationalen Regierungschefs niedergeschlagen. 50 hätten es ursprünglich sein sollen, 28 werden es wohl tatsächlich sein.

In Brasilien wurde der abschließende Fackellauf zu einem Abbild der momentanen Stimmung: Vorfreude steht einer Protesthaltung gegenüber. Zu viel Geld für die Spiele, viel zu wenig für die Bildung, lauten die Vorwürfe.

Klimawandel

Präsidentin Dilma Rousseff wurde suspendiert, nach den Spielen soll ihre Ära als Staatschefin endgültig zu Ende sein. Interimspräsident Michel Temer wird deshalb statt ihr das größte Sportfest der Welt eröffnen. Rousseff ist auf ihn gar nicht gut zu sprechen. Sie nennt ihn schlicht einen "Verräter".

Inzwischen entschuldigten sich die Veranstalter für die Diebstähle, die im olympischen Dorf und im Österreicher-Haus passiert sind.

Verbrechen – im Bundesstaat Rio wurden in der ersten Jahreshälfte 2470 Morde registriert – und die IS-Bedrohung veranlassten die Regierung, das Sicherheitspersonal weiter aufzustocken. Vor allem die Touristenattraktionen sind umzingelt. Am Cristo beispielsweise untersuchen 60 Militärs die Besucher mit Metalldetektoren und Scannern auf verdächtige Gegenstände. Insgesamt werden für die Dauer der Spiele 47.000 Polizisten und 38.000 Soldaten aufgeboten. Mehr als doppelt so viele wie in London vor vier Jahren. Zudem verstärken 250 Experten aus 55 Ländern das Anti-Terror-Zentrum. Am 21. August wird man wissen, ob dies alles ausreichend war.

Zahlenspiele: 60.000 Kleiderbügel und 450.000 Kondome

Höher, weiter, schneller. Alles wird im Sport gemessen. In Rio geht es dabei um Medaillen und Millionen.

Doch nicht nur die sportlichen Bestleistungen werden verblüffen. Der KURIER stellt die Zahlen zusammen, mit denen rund um die Spiele der XXXI. Olympiade von heute bis zum 21. August zu rechnen sein wird.

0 Medaillen hat Brasilien bisher im Nationalsport Fußball geholt.

4 Austragungszentren gibt es: Barra, Copacabana, Maracanã und Deodoro.

10 Athleten treten unter der olympischen Flagge im internationalen Team der Flüchtlinge an.

16 Kilometer ist die neue U-Bahn-Linie lang.

20 Weltklasse-Golfspieler haben ihre Teilnahme abgesagt.

24 Strände gibt es in Rio. Der bekannteste ist die Copacabana. Hier wird der Beachvolleyball-Bewerb ausgetragen.

28 Sportartenwerden in Rio ausgetragen.

33 Sportstätten sind auf die vier olympischen Zonen verteilt.

71 Österreicher treten in Rio an. Das sind mehr als in Peking 2008 und in London 2012.

92 Jahre ist es her, dass Rugby zuletzt olympisch war.

112 Jahre ist es her, dass Golf zuletzt olympisch war.

306 Medaillenentscheidungenwird es in Rio geben. 161 bei Herren, 136 bei Damen und neun in Mixed-Bewerben.

396 Meter hoch ist der Zuckerhut, der vorgelagerte Hausberg der Stadt.

763 Favelasgibt es in Rio. Darin leben 20 Prozent der 6,5 Millionen Einwohner.

1202 Morde wurden 2015 in Rio verübt. Dies ist der niedrigste Wert seit 1991.

3200 Schiedsrichter und Assistenten begleiten die Spiele.

10.500 Athleten werden in Rio an den Start gehen. Sie kommen aus 206 Ländern.

21.000 Medienvertreter berichten von den Spielen. Die TV-Bilder werden in 200 Länder übertragen.

33.000 Taxis bewegen sich durch die Stadt an der Guanabara-Bucht.

34.000 Betten stehen im olympischen Dorf bereit. Es gibt 72.000 Tische, 100.000 Sessel und 60.000 Kleiderbügel.

45.000 freiwillige Helfermachen es erst möglich, dass diese Großveranstaltung möglichst reibungslos über die Bühne geht.

85.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. In London waren es "nur" 42.000.

350.000 Euro kostet die Miete des Klubgebäudes des FC Botafogo für 35 Tage. Es wurde zum Österreich-Haus.

450.000 Kondome stehen für Sportler, Trainer und Offizielle bei Olympia zur Verfügung. Auch das ist ein olympischer Rekord.

6,5 Millionen Einwohner hat die Stadt. Im Großraum Rio leben 12,2 Millionen Menschen.

7,5 Millionen Tickets sind in den Verkauf gegangen. 3,8 Millionen davon kosten weniger als 23 Euro. Die billigste Karte ist um 13 Euro zu haben.

8,6 Millionen Dollar kostete die Reinigung der Guanabara-Bucht – mit wenig Erfolg.

11 Millionen Mahlzeiten werden während der Spiele serviert werden.

20 Millionen Euro investierte Österreich in das Projekt Rio.

218 Millionen Flip-Flopswerden in Rio pro Jahr verkauft.

2 Milliarden Euro Euro wurden für die Sportstätten ausgegeben.

10,8 Milliarden Euro sollen die Spiele insgesamt kosten.

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