Sport
06.07.2018

Novak: „Habe bei Dominic gesehen, was alles möglich ist"

Überraschungsmann Dennis Novak spricht über Freund Thiem, Erfolg, die Liebe und seine Vorlieben.

Dennis Novak stand am Mittwoch nach seinem Fünf-Satz-Sieg über den Weltranglisten-19. Lucas Pouille in der zweiten Runde von Wimbledon im Tennis-Mittelpunkt. Und danach für ein kleines Plauderstündchen bereit.

KURIER: Wie viele SMS haben Sie nach dem Sieg bekommen?

Dennis Novak: Sehr viele, die kann ich gar nicht zählen. Man beantwortet zunächst vor allem jene, die von Menschen kommen, die immer an mich geglaubt haben.

Hat Ihnen Ihr Freund Dominic Thiem auch schon gratuliert?

Wir haben unmittelbar nach dem Match gesprochen, danach ist er schon nach Österreich geflogen.

Was war das schönste Lob nach dem Sieg?

Das kam vom Trainer von Pouille, der gesagt hat, dass ich verdient gewonnen habe.

Würden Sie sich mit 24 als Spätstarter bezeichnen? Warum hat es früher nicht geklappt?

Ja, es stimmt, dass ich zwei, drei Jahre später dran bin, als es viele von mir erwartet haben. Dafür gibt es viele Gründe, bei einem gehts früher, beim anderen ein bisschen später eben. Da gibt es viele Gründe, die ich hier nicht näher erörtern will. Heuer hat eben alles in der Vorbereitung gepasst, im Vorjahr habe ich durch eine Verletzung viel versäumt. Aber in dieser Zeit habe ich gemerkt, wie sehr ich den Sport liebe.

Hat Sie der Aufstieg von Thiem gehemmt? Während er Grand Slams spielte, waren Sie auf der Future-Tour unterwegs ...

Nein, das hat mich immer gepusht. Ich habe bei ihm gesehen, was alles möglich ist. Und er ist auch einer, der weiß, was ich kann und was in mir steckt. Dominic hat mir immer gesagt, dass ich weiter an mich glauben soll.

Das wird auch Ihr Trainer tun. Sie trainieren ja in der Bresnik-Akademie.

Ja, Günter selbst hat selten Zeit, die meiste Zeit trainiert Wolfgang Thiem mit mir. Da hat sich auch ein freundschaftliches Verhältnis im Team aufgebaut.

Mittlerweile werden Sie auch immer mehr Presseberichte über sich lesen, oder?

Naja, wenn ich im Ausland bin, ist es wohl schwierig, österreichische Zeitungen zu lesen. Aber Online lese ich fast alles, auch, was auf Facebook so steht.

Mit allem einverstanden?

Bis jetzt war fast alles in Ordnung. Ich mag nur nicht, falsch zitiert zu werden, auch das kam heuer vor.

Ist Ihre Lebensgefährtin Ingela auch auf der Tour mit beziehungsweise in London?

Sie ist fast nie mit, weil sie studiert. Nur gelegentlich in den Sommermonaten. Auch jetzt telefonieren wir.

Sie werden auch ihr sicher über den nächsten Gegner Milos Raonic berichten. Ihre Chancen?

Das wird ein ganz anders Match als gegen Pouille, Rallyes wird es nicht viele geben. Raonic ist einer der besten Aufschläger, auf Rasen ist das besonders schwierig. Aber ich returniere sehr gut und muss eben auf meine Chancen hoffen.

Wie oft wird man Sie heuer noch in Österreich sehen?

Schon ein paar Mal. In Kitzbühel bin ich dabei (er erhielt eine Wild Card, Anm.). Und vor allem in Graz im Daviscup gegen Australien. Auch wenn ich nicht spielen sollte, wäre ich glücklich, im Team zu sein. Es wäre aber geil, gemeinsam mit Dominic für einen Sieg zu sorgen. Zudem spiele ich noch beim Liga-Finale und natürlich in Wien.

Jetzt sind Sie ja noch in London – schauen Sie sich am Samstag die Engländer gegen die Schweden an?

Wenn es sich ausgeht, auf jeden Fall.

Dominic Thiem hat ja seine Lieblingsmannschaft mit Chelsea in London ...

Meine ist in Wien beheimatet: Ich bin Rapid-Fan.