Sport
05.12.2011

NFL: Schüsse, Marihuana und Viagra

Der NFL-Tarifstreit neigt sich dem Ende zu. Die Football-Profis kamen in der freien Zeit vermehrt mit dem Gesetz in Konflikt.

Die amerikanischen Polizei wird aufatmen. In Atlanta tagt die National Football League (NFL), und die teuerste Liga im Weltsport könnte dafür sorgen, dass die Verbrechensrate in den Staaten wieder ein wenig sinkt.

Nicht etwa, dass damit die Millionen Fans der US-Sportart Nummer eins gemeint wären, die sich wieder vor den Fernsehgeräten versammeln, wenn demnächst von den Vorbereitungscamps der 32 Klubs berichtet wird. Nein, die Spieler selbst sind es, die in den letzten vier Monaten Stammgäste in den Polizeirevieren des Landes gewesen sind.

Der Grund dafür liegt im Spiel- und Trainingsverbot der NFL. Seit 11. März schwelgt ein Streit zwischen Teambesitzern und Spielergewerkschaft um die Neuverteilung der Einnahmen, die Klubbosse sperrten daraufhin Spieler und Trainer aus, genannt Lockout (siehe Hintergrund). Am Donnerstag soll nun der neue Tarifvertrag unterzeichnet werden.

23 Verhaftungen

Zwar sind die Akteure der National Football League generell keine Kinder von Traurigkeit, immer wieder kamen die hoch bezahlten Profis in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt, doch die Anzahl der Verstöße während des Lockouts 2011 markiert einen neuen Höchstwert. Insgesamt gab es 23 Verhaftungen, im März und April landete im Schnitt alle drei Tage ein Spieler auf dem Rücksitz eines Polizeiautos.

Kenny Britt wurde gar zwei Mal verhaftet. Der Offensivspieler der Tennessee Titans war bei einer Routinekontrolle einem Polizeiauto davongerast, am Tag nach dem Schuldspruch wurde der 22-Jährige beim Marihuanakonsum erwischt.

Die Palette der Verbrechen reicht von Drogenmissbrauch und Fahren im alkoholisierten Zustand bis zur schweren Körperverletzung. So wurde Aqib Talib von den Tampa Bay Buccaneers angeklagt, da er den Freund seiner Schwester angeschossen haben soll. Nicht immer sind die Delikte so schwerwiegend, manchmal ist auch nur pure Scham der Beweggrund. Louis Murphy wurde wegen unerlaubten Besitzes von rezeptpflichtigen Arzneimitteln verhaftet. Zudem hatte er das Etikett auf der Tablettenpackung heruntergerissen. Wie sich später herausstellen sollte, handelte es sich dabei um Viagra. "Er wollte nicht, dass seine Freundin erfährt, dass er das braucht", wurde der Polizeibeamte zitiert.

Dabei lässt sich die überschüssige Aggression auch anderweitig ableiten. Tom Zbikowski, als Verteidiger schmerzgeprüft, stieg in den Boxring und gewann seine beiden Kämpfe im Cruisergewicht. "Im Moment ist Boxen mein Sport Nummer eins", sagte er.

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