PK DOMINIC THIEM

© APA/HELMUT FOHRINGER / HELMUT FOHRINGER

Sport
02/04/2020

Nach Finale: Thiem verzichtet auf Buenos Aires und Davis-Cup

Nach seinem Erfolgslauf bei den Australian Open legt Thiem eine Pause ein. Auch der Davis Cup ist kein Thema.

Nach der langen Rückreise von den Australian Open in Melbourne über Dubai ist Dominic Thiem Dienstagmittag mit einem etwas verspäteten Flug in die Heimat zurückgekehrt. Ziemlich exakt zwei Monate ist Österreichs Tennis-Star am Stück im Ausland gewesen, zunächst bei der Saisonvorbereitung in Miami und noch vor Weihnachten ging es nach Australien. Daher folgt nun eine gut einwöchige Pause daheim.

Daraus folgt, dass Thiem nicht beim 250er-Turnier nächste Woche in Buenos Aires spielt, nach Südamerika geht es erst am Donnerstag nächster Woche (13. Februar). "Ich werde in Buenos Aires rausziehen, werde in Rio wieder einsteigen und die ganze Zeit in Amerika bleiben." Wäre der Niederösterreicher in Melbourne früher ausgeschieden, wäre er eher direkt nach Südamerika gereist und in Buenos Aires angetreten.

Dann wäre er aber an die vier Monate am Stück nicht daheim gewesen, da die Masters-1000-Turniere im März in Indian Wells und Miami Fixpunkte sind. In Indian Wells ist Thiem Titelverteidiger, daher geht es in knapp drei Wochen direkt nach dem ATP500-Sandturnier in Rio de Janeiro zur konzentrierten Vorbereitung in die USA. Dadurch passt für Thiem ein Antreten im Davis Cup gegen Uruguay nicht hinein. "Ich werde den Davis Cup nicht spielen", beseitigte er alle Zweifel.

Zeit mit der Familie

Der nächste Heim-Auftritt des 26-Jährigen wird daher erst Ende Juli beim Sand-Event in Kitzbühel passieren. Seine Teamkollegen müssen also am 6./7. März in der Steiermarkhalle in Graz-Premstätten versuchen, sich ohne die Nummer eins des Landes für das Finalturnier im November in Madrid zu qualifizieren. Schon im Vorjahr daheim gegen Chile war Thiem nicht im Davis Cup dabei, in Folge wurde die Qualifikation für das erste Madrider Finalturnier verpasst.

Der Weltranglistenvierte kam am Dienstag u.a. mit seinen Eltern Karin und Wolfgang sowie seinem Bruder Moritz an, in Empfang genommen wurde er neben zahlreichen Journalisten von seinen ebenfalls in Lichtenwörth residierenden Großeltern. "Es wird ein indonesisches Reisgericht für ihn geben, das mag er gerne", erzählte Großmutter Thiem. Der gab dann auch an, dass er sich nun sehr auf die Zeit mit seiner Familie freue, ebenso wie auf seine eigenen vier Wände.

"Es war ein super Finale"

Auf das erste Major des Jahres blickt Thiem positiv zurück, die Trennung von Coach Thomas Muster beschäftigt ihn nicht mehr. "Es sind sehr viele schöne Erinnerungen passiert mit einem ganz kleinen Makel", führte der 16-fache Turniersieger aus. "Es war ein super Finale, ich glaube, ich bin meinem großen Ziel wieder ein bisschen nähergekommen. Einerseits ist es (die Finalniederlage, Anm.) eine Enttäuschung, andererseits eine Riesen-Motivation für die nächsten großen Turniere."

Mit seinem Einzug ins Finale der Australian Open - auch wenn es nicht für den Titel reichte - hat Dominic Thiem Tennis-Geschichte geschrieben. Er war der erste Österreicher überhaupt, der in Melbourne um den Einzel-Titel kämpfte.

Preisgeld: Dominic Thiem hat in seiner Karriere bislang 23.825.893 Dollar verdient (21,57 Mio. Euro). Mit seiner Finalteilnahme bei den Australian Open kamen alleine 1,27 Millionen Euro zusammen.

Stärken: Der Aufschlag und die Vorhand sind die Schläge, mit denen er die Matches gewinnt. Thiem ist zudem extrem  ausdauerstark.

Stärken: Der Aufschlag und die Vorhand sind die Schläge, mit denen er die Matches gewinnt. Thiem ist zudem extrem  ausdauerstark.  

Schwächen: Mittlerweile ist Thiem vielseitiger, auch der Return ist verbessert. Anfällig war er in den letzten Jahrem immer wieder für Erkrankungen.

Zauber: Dominic Thiems sehenswertester Schlag ist die Rückhand. Sein Ex-Trainer Günter Bresnik ließ ihn diese auf eine einhändige umstellen, als er zwölf war. 

Verletzungen: Dominic Thiem blieb von schweren Verletzungen verschont. 2018 pausierte er mehrere Wochen wegen eines Knochenmarksödems im Knöchel.  

Team Thiem: Der Chilene Nicolas Massu (39) folgte auf Günter Bresnik als Trainer, dazu kommt Physio Alex Stober und Fitnesscoach Duglas Cordero. Manager ist Herwig  Straka. 

National-Thiem: Thiem war sechs Mal im Daviscup-Team, im Einzel gewann er acht von elf Partien.

Allrounder: Thiem gewann als einziger Österreicher ATP-Turniere im Einzel auf allen Belägen (Sand, Hartplatz, Rasen).  

Junioren: Thiem war die Nummer 2 der Welt im Jugend-Ranking, gewann 2011 die Orange Bowl und stand im French-Open-Finale 2011.  

Ausbildung: Thiem ging in Lichtenwörth in die Volksschule, danach vier Jahre ins Gymnasium Katzelsdorf und zwei Jahre Jahre ins Gymnasium Liese Prokopp in der Südstadt.

Grand-Slam-Bilanz: Sein Top-Turnier sind die French Open. Dort stand er 2016 und 2017 im Semifinale, 2018 und 2019 unterlag er im Finale jeweils Rafael Nadal. Mit seiner Final-Teilnahme bei den Australien Open 2020 konnte er seine dritte Finalteilnahme verbuchen. Jedoch verlor er auch dieses Endspiel knapp.

Titel: Der größte seiner 16 Turniersiege gelang letztes Jahr in Indian Wells. Es war sein erster Triumph bei einem ATP-1000-Event. Der emotionalste Sieg war jener in Kitz’ 2019, wo er den „Heimsieg“ holte.   

Lieblingsorte: Thiem liebt New York und privat die deutsche Insel Sylt.   

Lieblingsspeise und Getränk: Curry-Wok und Spaghetti von den Omas, sowie Red-Bull-Cola.

Sponsoren: Thiem setzt auf Bank Austria, Adidas, Kia, Babolat, Rolex und Red Bull. Was den Brutto-Medienwert betrifft, war im Februar 2019 Thiem mit 3,8 Millionen Euro hinter Ski-Star Marcel Hirscher (10,4 Mio.) Nummer zwei. 

Fußball: Seine große Leidenschaft neben dem Tennis. Thiem ist Fan des englischen Topklubs Chelsea und hat selbst ein Team, den TFC Matzendorf. 

Familie: Vater Wolfgang und Mutter Karin sind Tennislehrer. Wolfgang Thiem leitet mit Günter Bresnik das Leistungszentrum in der Südstadt. Bruder Moritz spielt ebenso.    

Sein Level habe er über die zwei Turnierwochen sehr gut gehalten, inklusive seiner Leistung im Endspiel. "Ich habe mein Tennis im Finale so gespielt, wie ich es die meisten Tage im Jahr abrufe", erklärte Thiem. Sein Training werde er in vier, fünf Tagen aufnehmen, nicht viel ändern, die Stärken stabilisieren, damit die Aufs und Abs möglichst einmal ganz weg seien. Die Motivation sei da, ausschließlich Niederlagen in seinen bisherigen drei Grand-Slam-Finali sehe er nicht als Last.

Rang drei nicht Hauptziel

Auch gebe ihm Hoffnung, dass Andy Murray seine ersten vier Major-Endspiele verloren hatte, ehe er drei große Triumphe auf dieser Ebene gefeiert hat. Als sehr wichtig für seine weitere Entwicklung wiederum sieht Thiem den Sieg über Rafael Nadal im Viertelfinale, den ersten über den Spanier bei Majors. Dazu komme, dass er nun wisse, was es braucht, um bei großen Turnieren das beste Tennis abzurufen. Thiem: "Es dauert eine Zeit, bis man weiß, was das Wichtigste für einen ist."

PK DOMINIC THIEM

Und dann ist da noch die realistische Möglichkeit, bald erstmals auf Weltranglistenplatz drei vorzustoßen. Das hätte für ihn eine gewisse Bedeutung. "Es würde mich freuen, wenn es klappt. Im Normalfall sollte es auch passieren, da (Roger) Federer sehr viele Punkte zu verteidigen hat", verdeutlichte Thiem. Sein Hauptziel sei Rang drei aber nicht. "Das Hauptziel ist, dass ich auf dem Level wie in Australien spiele, dann sollte das mit dem Ranking automatisch kommen."

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