Erinnerungen: Niki Lauda war gern gesehener Gast bei den Legenden-Rennen in Spielberg.

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Sport Motorsport
06/25/2019

Wird Niki Lauda in Spielberg verewigt?

Die kürzlich verstorbene Motorsport-Legende könnte kommende Woche ihre Kurve zurückbekommen.

von Philipp Albrechtsberger, Florian Plavec

Mindestens einmal noch wird sich alles um den am 20. Mai verstorbenen Niki Lauda drehen. Wenn in einer Woche in Spielberg die Formel 1 in Österreich gastiert, wird dem größten Sportler Österreichs gedacht. „Österreichs Motorsport-Ikone wird immer Teil der Formel-1-Familie und der heimischen Rennstrecke sein“, heißt es auf KURIER-Anfrage in einem Statement vom Ring. „Freunde, Kollegen und Weggefährten werden das Andenken an Niki Lauda auch bei der Legends Parade in Ehren halten.“

Dem einzigen österreichischen Sieger des Heim-Grand-Prix ist im Rahmen der Fahrzeug-Ausstellung ein eigener Bereich gewidmet, wo unter anderem der originale McLaren-Rennwagen gezeigt wird, mit dem Lauda 1984 in Österreich gewann und mit dem er zum dritten Mal Weltmeister wurde.

Der konzerneigene Sender ServusTV eröffnete am Montag die Rennwoche mit einer neuen Doku. In „Summa cum Lauda“ (20.15 Uhr) gingen die Filmemacher jener Frage nach, die bisher kaum jemand letztgültig beantworten konnte: „Wer war Niki Lauda wirklich?“

In guter Gesellschaft

Am Rennwochenende gehen die Huldigungen munter weiter. Gerüchten zufolge überlegen die Streckenbetreiber, eine der Kurven nach dem dreifachen Weltmeister umzubenennen. Die Verantwortlichen wollten dies jedoch weder bestätigen noch widerlegen.

Es wäre eine sehr späte Genugtuung. Bereits auf der alten Strecke bei Zeltweg waren einige Kurven nach den größten österreichischen Formel-1-Fahrern benannt: Rindt, Lauda, Berger. Erst nach der Übernahme des A1-Rings durch Red Bull verschwanden diese Bezeichnungen, die Lauda-Kurve wurde zur Pirelli-Kurve.

Lauda, als emotionsloser Analytiker bekannt, zeigte sich davon 2014 ungewohnt getroffen und „schwer enttäuscht“. Es sei doch ungewöhnlich, jemandem ein Denkmal, das ihm gesetzt wurde, zu Lebzeiten wieder wegzunehmen. „Gut zu machen ist das nur, wenn sie künftig zwei Kurven nach mir benennen.“ Und Lauda kündigte an: „Zur Strafe wird Mercedes in Spielberg einen Doppelsieg feiern.“ Gesagt, getan. Nico Rosberg siegte damals vor Lewis Hamilton.

Dass Kurven nach den Besten der Zunft benannt werden, ist keine Seltenheit – eine Auswahl: Am anderen Ende der Welt rast man bereits im Namen von Niki Lauda. In Melbourne ist die achte Kurve nach dem Wiener Weltmeister benannt.

Einer der bekanntesten Streckenabschnitte der Welt ist die Variante Ascari im italienischen Monza, benannt nach dem zweifachen Weltmeister aus Mailand. Alberto Ascari gewann 1951 und 1952 sein Heimrennen auf dem Autodromo Nazionale – und verunglückte ebendort bei Testfahrten tödlich.

In Montreal ist der ganze Kurs nach dem kanadischen Idol benannt: Circuit Gilles-Villeneuve. An einen der charismatischsten Rennfahrer der Geschichte erinnert dort die Virage Senna. Ayrton Senna gewann je zwei Mal in Kanada und in seiner Heimat in São Paulo, wo das das Senna-S nach ihm benannt ist.

Nach Rekordweltmeister Michael Schumacher sind zwei Kurven benannt: Das Schumacher-S auf dem Nürburgring und die erste Kurve in Bahrain. Im Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola erinnert die Variante Villeneuve an den Lieblingsfahrer des Firmengründers.

Das Autodromo Hermanos Rodríguez in Mexiko-Stadt erinnert an die Brüder Pedro und Ricardo. Beide verunglückten tödlich.

Im belgischen Zolder kreiste die Formel 1 zuletzt 1984. Heuer rasten wieder die DTM-Boliden durch die Jacky-Ickxbocht, die Jochen-Rindtbocht und die Gilles-Villeneuvechicane.