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Sport Motorsport
09/24/2021

Rivalitäten in der Formel 1: Kollisionen, Klopapier & Krieg der Sterne

Der Zwist zwischen Verstappen und Hamilton prägt die Saison 2021. Doch er ist nicht der größte in der Geschichte des Rundendrehens.

von Florian Plavec, Harald Ottawa

Nur fünf Punkte trennen den Führenden Max Verstappen und den Weltmeister Lewis Hamilton in der WM-Wertung. Und doch ist es viel mehr. Den niederländischen Red-Bull-Piloten und den britischen Mercedes-Star eint nämlich nur eines: Eine Fehde, die die Motorsport-Szene laufend mit Schlagzeilen versorgt. Zuletzt beim GP von Monza, als die beiden Streithanseln kollidierten, ein Crash, bei dem vor allem Hamilton noch Glück hatte. Vor dem Grand Prix von Russland in Sotschi (Sonntag, 14.00 MESZ/live ORF 1, Sky) blickt der KURIER auf die größten Fehden in der Geschichte der Formel 1 zurück.

 

1. Prost vs. Senna

Es war das größte Duell der Formel 1. Der Kampf der beiden vom Ehrgeiz besessenen McLaren-Piloten Ayrton Senna und Alain Prost gipfelte 1989 in der Karambolage von Suzuka. Der Brasilianer setzte vor der Schikane zum Überholen an, Prost tat, was er zuvor angekündigt hatte, fuhr Senna ins Auto und fixierte den WM-Titel. Der Franzose verließ McLaren im Streit und wechselte zu Ferrari.

Ein Jahr später kam es wieder zum Duell, wieder in Suzuka. Senna hatte die Demütigung nicht vergessen. Er schoss Prost in der ersten Kurve aus dem Rennen – und holte den Titel. Kurz vor Sennas Tod 1994 versöhnten sich die beiden, Prost war einer der Sargträger bei Sennas Beerdigung.

2. Mansell vs. Piquet

Besonders schmutzig verlief 1986 und 1987 das von Hass geprägte Stallduell der Williams-Piloten Nigel Mansell und Nelson Piquet. Das ging so weit, dass Piquet seinem britischen Teamkollegen das Klopapier versteckte, als dieser von Durchfall geplagt war. 1986 lief es letztlich für beide Williams-Fahrer schlecht, während sie sich duellierten, war Alain Prost als Weltmeister der lachende Erste. 1987 holte dann doch Piquet vor Mansell den Titel. Trotz weiterer Einträge im Best-of-böse-Album: Einmal hörte der Brasilianer Piquet den Boxenfunk von Mansell ab und kam statt des Briten selbst an die Box. Doch damit nicht genug: Das Schlitzohr bezeichnete Mansells Ehefrau außerdem als „hässlich“. Im Motorhome des Teams wurde eine zweite Tür eingebaut, damit die beiden einander nicht begegnen.
 

3. Vettel vs. Webber

Die Rivalität der beiden Red-Bull-Piloten in den Jahren 2009 bis 2013 war eine der schärfsten in diesem Jahrtausend. Jahr für Jahr kämpften der Deutsche und der Australier im besten Auto um die WM, Jahr für Jahr hieß der Sieger Vettel. 2010 in Istanbul krachte es auf der Rennstrecke, drei Jahre später überholte Vettel Webber entgegen der Teamanweisung. Später enthüllte Webber in seiner Autobiografie: „Sebastians Arroganz hat dazu geführt, dass er es einfach nicht verstanden hat, wenn etwas falsch gelaufen ist.“

 

 

4. Pironi vs. Villeneuve

Formel-1-Liebhaber können sich noch an das Rennen von San Marino am 25. April 1982 erinnern. Im Kampf um den Sieg kam es zwischen den Ferrari-Teamkollegen Didier Pironi und Gilles Villeneuve zu einem Eklat. Nachdem Villeneuve und Pironi mit einem fast ungefährdeten Vorsprung an der Spitze lagen, gab die Teamführung eine Stallorder aus, um den Doppelsieg der Scuderia nicht zu gefährden. Pironi attackierte Villeneuve dennoch und gewann das Rennen nach einem Überholmanöver in der letzten Runde. Der Kanadier verkündete nach dem Rennen, nie wieder ein Wort mit Pironi zu wechseln. Ein tragischer Umstand sorgte dafür, dass Villeneuve recht behalten sollte: Der 32-Jährige verunglückte zwei Wochen später in Zolder im Qualifying. Pironi kam 1987 bei einem Bootsrennen vor der Isle of Wight ums Leben.

5. Hamilton vs. Rosberg

„Wir sind keine Freunde, wir sind Kollegen“, stellte Lewis Hamilton einmal unmissverständlich klar. Dabei kennen sich die beiden schon aus Jugendtagen und fuhren im Jahr 2000 gemeinsam Kart-Rennen. Hamilton war der talentiertere der beiden Fahrer, doch Rosberg gab sich nie mit dem Status einer Nummer 2 zufrieden. 2016 kam es unter anderem in Barcelona und in Österreich zu Kollisionen, es folgte bei Mercedes der „Krieg der Sterne“. Rosberg holte am Ende der Saison den Titel – und trat völlig überraschend zurück.

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