© Joe Portlock / LAT Images

Sport Motorsport
04/27/2019

Pascal Wehrlein: „Es gibt keinen Platz für Fehler“

Der ehemalige DTM-Champion und Formel-1-Pilot über den Reiz der vollelektrischen Formel E

von Philipp Albrechtsberger

Wer wissen will, warum die Formel E derzeit oft als Musterbeispiel für ausgeglichenen Rennsport herhalten muss, der sollte zu Pascal Wehrlein gehen. Der 24-jährige Deutsche liegt im Zwischenklassement nach sieben Rennen auf Rang elf, nach dem ePrix von Paris am Samstag (16 Uhr/live ORF eins) könnte er theoretisch die Meisterschaft anführen.

Wehrlein ist einer von vielen namhaften Zugängen der Rennserie, in der viele Autohersteller die Zukunft sehen (wollen). Der ehemalige Formel-1-Pilot über ...

...  die größte Umstellung vom herkömmlichen Rennsport „Auf eine Runde ist die Umstellung gar nicht so groß, aber dafür ist ein Formel-E-Rennen komplett etwas Anderes. Die wichtigsten Fragen sind: Wann kannst du attackieren? Wann musst du Energie sparen? Wir haben zwar hochmoderne Simulatoren, aber auf der Strecke ist es schon noch einmal anders und unvorhersehbarer.“

... die Unterschiede zwischen einem elektrischen Rennwagen und einem traditionellen Boliden mit Verbrennungsmotor „Die Kontrolle der Kraftentwicklung ist das Entscheidende. Die gesamte Power ist unmittelbar da. Du musst weder schalten, noch in den idealen Drehzahlbereich kommen. Die Räder drehen schnell durch. Dazu kommt, dass die Allwetterreifen wesentlich weniger Grip haben als profillose Reifen wie etwa in der Formel 1. Es ist eine Herausforderung.“

... den Reiz der Formel E – verglichen mit anderen Rennserien „Das Gefühl in einem Formel-1-Auto ist am krassesten. Dafür ist dort die Unausgeglichenheit des Feldes ein Problem. Es gibt einfach zu viel Zeitunterschied zwischen den wenigen Topteams und dem Mittelfeld. Das Gute an der Formel E ist, dass es viele Einheitsbauteile gibt, die Meisterschaft bleibt dadurch möglichst fair. Es ist nicht der Hersteller vorne, der das größte Budget hat. Verglichen mit der DTM macht mir die Formel E viel mehr Spaß. Ich bevorzuge generell immer Formel-Autos.“

... den Faktor Pilot „Die Rennstrecken in der Formel E sind anspruchsvoller für den Fahrer als zum Beispiel in der DTM. Es gibt im wahrsten Wortsinn einfach keinen Platz für Fehler. Die Erfahrung spielt daher sicher eine entscheidende Rolle. Das Qualifying ist ein Extrem-Beispiel: Im Kampf um die Poleposition hast du genau eine schnelle Runde zur Verfügung. Da entscheidet oft nicht, wer das schnellste Auto hat, sondern welcher Fahrer in diesem Moment den besten Job erledigt.“

... die Metropolen, in denen die Formel E Halt macht „Klar ist es schön, in solchen Städten und Locations zu fahren. Aber deswegen bin ich nicht hier, sondern weil ich es liebe, Rennen zu fahren. Dadurch, dass alles an einem Tag ist und das erste Training schon um 7.30 Uhr gefahren wird, bin ich am Abend schon ziemlich platt. Die Formel E ist sehr intensiv. Für Sightseeing bleibt nicht viel Zeit.“

... die Herausforderungen auf Stadtkursen „Ich habe Kontakt auf der Rennstrecke schon ganz gerne. Sofern die Bestrafung im Falle eines Unfalls angemessen ist. Das Gute an unseren Autos ist, dass die Nase extrem robust ist. Damit kannst du fast einen Lastwagen von der Strecke schieben. Bei der Streckenführung könnte noch einiges verbessert werden. Ich bin kein Freund der ganz engen Schikanen, weil die Gefahr groß ist, dass bei der kleinsten Berührung mehrere Autos stecken bleiben und das Rennen unterbrochen werden muss.“

INFO: Die Reise nach Paris wurde von voestalpine organisiert.

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