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Sport Motorsport
12/05/2011

Motorsport-Dominatoren im Siegesrausch

Stoner gewann den Titel in der Motorrad-WM. Formel-1-Star Vettel verhalf Red Bull zum Triumph in der Teamwertung.

von Philipp Albrechtsberger

Casey Stoner musste am Sonntag nicht gewinnen, um Weltmeister in der Königsklasse des Motorrad-Sports zu werden - doch er tat es. Sebastian Vettel musste am Sonntag nicht einmal an den Start gehen, um im Dezember den Pokal für den besten Formel-1-Fahrer des Jahres entgegennehmen zu dürfen. Er startete dennoch - und gewann.

Wer so zielstrebig dem Erfolg entgegensteuert wie Stoner und Vettel, der kennt kein Einlenken, kein Taktieren und keine Gnade. Die beiden Dominatoren der Motorsportszene hätten einen unaufgeregten Arbeitstag vor sich haben können, doch statt der gemütlichen Sonntagsfahrt kannten die beiden wieder einmal nur eines: Vollgas.

Der 24-jährige Vettel, seit vergangener Woche der jüngste Doppelweltmeister der Formel-1-Geschichte, gewann den Grand Prix von Südkorea und ließ es dabei wie das Selbstverständlichste auf der Welt aussehen. Gemeinsam mit Teamkollege Mark Webber, der Dritter wurde, sicherte der Deutsche seinem Arbeitgeber Red Bull das Unausweichliche: den WM-Titel der Konstrukteure.

"Es gibt nichts Besseres"

Viele andere Rennfahrer hätten sich ob der Ausgangslage (Startplatz zwei, schmutzige Seite, daneben Heißsporn Hamilton) vielleicht eine defensivere Rennstrategie zurechtgelegt. Nicht so Vettel. Er hinterließ auch in Yeongam eine mahnende Botschaft für die Konkurrenz. Vier Kurven nach dem Start ließ er Hamilton links liegen, am Ende war er eine halbe Sekunde schneller als der Poleposition-Mann. Was nicht weiter dramatisch ist, wäre es nicht die Differenz pro Rennrunde gewesen. "Es gibt derzeit nichts Besseres als Sebastian Vettel in einem Red Bull", sagte ein Mann, der das üblicherweise nicht gerne tut: Martin Whitmarsh, der Teamchef von McLaren.

Der Engländer meinte gar, dass sein Rennstall die WM anführen würde, wenn Red Bull mit zwei Männern von Mark Webbers Sorte angetreten wäre. "Sebastian ist eine Ausnahmeerscheinung."

Rolling Stoner

Ähnlich viel Lob erntete Casey Stoner. Der Australier sicherte sich am Sonntag, an seinem 26. Geburtstag, beim Heimrennen auf Phillip Island mit dem 9. Sieg im 16. Saisonlauf die WM-Krone in der MotoGP.

Bereits ein sechster Platz hätte dem Honda-Piloten zum zweiten Titel nach 2007 gereicht. Sein einzig verbliebener Rivale, Jorge Lorenzo, hatte seine - ohnehin minimalen - WM-Chancen im Training liegen lassen, als er sich schwer an der Hand verletzte und im Rennen passen musste. "So möchte man nicht die WM gewinnen", sagte Stoner, "aber wenn es nicht hier passiert wäre, dann hätten wir es beim nächsten Rennen geschafft."

Zwei Mal darf Stoner heuer noch aufsitzen, Vettel gar noch drei Mal in seinen Boliden kraxeln. Fünf Siege der beiden Dominatoren wären viel, nur keine Sensation.

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