Motorcycling Grand Prix of Austria

Andrea Dovizioso gewann den GP von Österreich.

© EPA / CHRISTIAN BRUNA

Sport Motorsport
08/21/2020

Motorrad: Ducati plant in Spielberg den nächsten Streich

Sonntag-Sieger Dovizioso peilt trotz der bevorstehenden "Scheidung" vom italienischen Rennstall den 4. Triumph in Österreich an.

Eine Woche nach den gefährlichen Stürzen beim Österreich-GP steig am Sonntag in Spielberg Teil zwei des Motorrad-WM-Doppels in Österreich. Auf dem Red Bull Ring hat man auf die Crashes reagiert und Kurve 3 mit zusätzliche Schutzwällen abgesichert. In der MotoGP gibt es nur eine Frage: Wer verhindert den sechsten Ducati-Sieg in Folge?

Der große Gejagte ist auch beim GP  der Steiermark am Sonntag Andrea Dovizioso, der seinen bereits vierten Österreich-Sieg für die Italiener anpeilt. Zuletzt hatte er freilich Glück, denn bis zur vom Mega-Unfall von Franco Morbidelli und Johann Zarco erzwungene Renn-Unterbrechung hatte KTM-Ass Pol Espargaro das Rennen an der Spitze kontrolliert. Mit einem neuen Hinterreifen war der Spanier in Rennen zwei dann aber chancenlos gewesen, zudem schied er nach einer Kollision auch noch aus.

Obwohl die Yamahas im Training stark waren und Suzuki-Pilot Joan Mir im Rennen Zweiter wurde, ist KTM auch im zweiten Heim-Rennen der größte Ducati-Herausforderer. Espargaro wäre wohl schon vergangenen Sonntag ganz oben gestanden, denn bis zur Crash-Unterbrechung und dem Wechsel auf einen anderen Hinterreifen kontrollierte er das Feld souverän. "Ich hatte das beste Bike, konnte es aber nicht nutzen. Das tut am meisten weh", gestand der 29-Jährige, der überfällig ist für den ersten GP-Sieg.

In den Tagen zwischen den beiden Österreich-Rennen haben sich die Verantwortlichen am Spielberg die Ursachen für den Monster-Crash in der neunten Runde genau angesehen. Allgemein wurde Zarcos Linienwechsel bei fast 320 km/h als Hauptgrund angesehen. Sollte der Mittwoch in Italien am Kahnbein der Hand operierte Franzose trotzdem rennfit sein, will man ihn im Rennen aus der Boxengasse starten lassen.

Trotz des Fahrer-Fehlers hat man an der Formel-1-Strecke auch baulich reagiert. Zusätzliche und mit Air-Fences vor Kurve 3 bewehrte "Mauern" sollen künftig verhindern, dass herrenlose Motorräder von zuvor gestürzten Fahrern in der Kurve andere Piloten treffen. Genau das wäre vergangenen Sonntag beinahe passiert. Maverick Vinales und Valentino Rossi wurden nur um Zentimeter von den 160 Kilo schweren Rennmotorrädern von Morbidelli und Zarco verfehlt.

Nur noch 11 Punkte liegt Dovizioso vor dem 5. WM-Saisonrennen hinter WM-Leader Fabio Quartararao (Yamaha). Mit einem weiteren Österreich-Sieg könnte "Desmodovi" also die WM-Führung übernehmen. Sehr zur Genugtuung des Italieners, der seit einer Woche mit Ducati "in Scheidung" lebt. "Ich fokussiere mich voll auf diese Saison und denke nicht daran, was danach passiert", will Dovizioso die anhaltende Abwesenheit des verletzten Weltmeisters Marc Marquez unbedingt zum ersten WM-Titel nützen.

Eines würde ihn nicht mehr irritieren, nämlich das coronabedingte Fehlen der Fans an der Rennstrecke. "Es war zwar eigenartig, aber so ist das eben", erinnerte er sich beim Rückblick. Markenkollege Jack Miller brachte die sportliche Situation auf den Punkt. "Andrea ist definitiv der Mann, den es zu schlagen gilt."

KTM-Fahrer Trainingsschnellster

Wie vergangene Woche ist Pol Espargaro auch am ersten Trainingstag für den Motorrad-Grand-Prix der Steiermark schnellster MotoGP-Pilot gewesen. Der Spanier war Freitag-Nachmittag mit 1:23,638 Minuten 0,221 Sekunden schneller als Ducati-Fahrer Jack Miller am Vormittag. Mit Espargaro, Miguel Oliveira (4.) und Brad Binder (10.) wären drei der vier KTMs für das Pole-Qualifying am Samstag vorqualifiziert.

 

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