Wien, Wien nur du allein: KTM-Pilot Miguel Oliveira vor dem Stephansdom in seiner neuen Heimat 

© APA/HERBERT NEUBAUER

Sport Motorsport
08/07/2021

KTM-Pilot Oliveira lebt in Wien: "Ich bin gerne im Prater"

Miguel Oliveira feierte vergangenes Jahr in Spielberg einen Heimsieg im doppelten Sinne. Denn der Portugiese hat sich in Wien niedergelassen.

von Alexander Strecha

Freud und Leid liegen in Spielberg mitunter ganz nahe beisammen. Im Vorjahr feierte der Portugiese Miguel Oliveira für sein Team KTM einen viel bejubelten Heimsieg, im ersten freien Training am Freitag wurde er in Kurve drei von seinem Motorrad dermaßen gnadenlos abgeworfen, dass er sich das rechte Handgelenk lädierte. Noch ist nicht klar, ob er schmerzfrei ins Qualifying gehen kann.

Die MotoGP ist zurück in Spielberg, wo wo es im Vorjahr einen Horror-Unfall zwischen Zarco und Morbidelli vor Kurve drei gab, in dessen Folge Rossi und Viñales beinahe von den Motorrädern getroffen wurden und nur knapp einer Katastrophe entgingen.

Miguel Oliveira, der in Wien wohnt, erwartet ein spannendes Rennen mit vielen Favoriten auf den Sieg.

KURIER: Sind Sie schon ein echter Wiener?

Miguel Oliveira: Nein, ich lebe erst seit 2018 hier in dieser Stadt. Der erste Grund war ehrlich gesagt ein steuerlicher, weil Österreich ein eigenes Modell für Spitzensportler hat. Dann wollte ich etwas wegkommen vom medialen Trubel in Portugal. Hier in Wien erkennt mich niemand auf der Straße, da kann ich mich frei bewegen und wirklich entspannen. Und Wien liegt im Zentrum von Europa, ist ein ideales Drehkreuz.

Wo genau wohnen Sie?

Im dritten Bezirk, in der Nähe der Landstraße und des Stadtparks. Ich mag diese Gegend, sie liegt zentral und ist auch grün.

Haben Sie schon Lieblingsplätze in Wien?

Natürlich die Innenstadt, die wirklich sehr schön ist. Ich bin aber auch gerne im Prater und auf der Donauinsel bis hin zur Lobau.

Was erwarten Sie von den beiden Rennwochenenden in Spielberg?

Wenn du an eine Rennstrecke kommst, auf der du schon gewonnen hast, dann hast du immer spezielle Emotionen und ein sehr angenehmes, vertrautes Gefühl. Heuer werde ich zum Favoritenkreis gezählt, damit muss ich umgehen lernen, da darf ich nicht den Fokus auf das Wesentliche verlieren. Wir müssen gut auf das Rennen hinarbeiten, denn das Fenster zum Sieg öffnet sich dann nur am Sonntag. Es wird ein Wochenende mit viel Arbeit.

Ist WM-Leader Fabio Quartararo auch diesmal wieder der Fahrer, den es zu schlagen gilt? Was macht ihn so stark?

Er harmoniert sehr gut mit seinem Motorrad, das hat er heuer schon oft bewiesen. Er führt die WM nicht ohne Grund an, weil er sehr konstante Leistungen bringt. Es wird hart, ihn zu schlagen.

Spielberg ist eine Ducati-Strecke. Glauben Sie, dass die „Roten“ wieder vorneweg fahren werden?

Ich glaube, dass es heuer enger zugehen wird, die Teams sind alle auf einem ähnlichen Niveau. Es wird interessant zu sehen, wer sich von der Masse abheben kann. Ich hoffe, dass Spielberg schön langsam als eine KTM-Strecke bekannt wird.

Freuen Sie sich schon auf die letzte Kurve, in der Sie 2020 den Sieg fixieren konnten mit einem tollen Überholmanöver?

Ja. Ich weiß schon, wie man diese letzte Kurve nimmt. Sie gefällt mir. Aber es war keine besondere Linie von mir. Wenn man mit den anderen Fahrern spricht, sie hätten in dieser Situation dasselbe getan. Als Pilot musst du halt eiskalt sein, wenn sich so eine Chance ergibt.

Im vergangenen Jahr gab es diesen Horror-Unfall. Wurde Ihrer Meinung nach die Kurve drei ausreichend entschärft? Ist es nun sicherer?

Die Fahrer haben eine Änderung beantragt, wollten auf dieser Geraden den Bremspunkt verlegen, sodass man die Kurve in einem anderen Winkel anfährt. Es wurde auch eine Schikane angedacht, die die Gerade unterbricht. Schließlich wurde uns mitgeteilt, dass eine bauliche Änderung nicht möglich war. Dennoch sollten die Maßnahmen ausreichen.

Ist das zufriedenstellend?

Man kann eigentlich jede Strecke der Welt hernehmen, es wird überall eine gefährliche Stelle geben, wo immer etwas passieren kann. Letztlich liegt es auch an uns Fahrern, wie viel Risiko wir eingehen. Vor allem haben solche Manöver Auswirkungen auf die Kollegen. Bei dem Unfall von Zarco und Morbidelli haben sich die Linien gekreuzt, die Härte des Zweikampfes war vielleicht nicht notwendig.

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