© Pool via REUTERS/EMILIO MORENATTI

Sport Motorsport
05/09/2021

Formel-1-Star Max Verstappen: Der Jäger aus der Red-Bull-Schule

Vor fünf Jahren ging in Barcelona der Stern von Max Verstappen auf. Den Sport prägen aber auch andere Piloten aus der Fahrschule von Red Bull.

von Florian Plavec

Helmut Marko hat schon viel erlebt in seiner langen Karriere im Motorsport. Der 78-Jährige gewann die 24 Stunden von Le Mans, er startete neun Mal in der Formel 1 und er bejubelte als verantwortlicher Motorsportberater von Red Bull die vier WM-Titel seines Schützlings Sebastian Vettel.

Einer der größten Tage im Berufsleben des Steirers war aber der 15. Mai 2016. Der sonst zurückhaltende, eher grantig wirkende Marko strahlte wie nie zuvor, sprang auf und ab, war kaum zu halten. Max Verstappen hatte den Grand Prix von Spanien in Barcelona gewonnen. Als jüngster Fahrer in der Geschichte der Formel 1, als erster Niederländer – und entgegen aller Erwartungen.

Wenige Tage zuvor hatte Marko mit seinem Team beschlossen, das Risiko einzugehen. Toro-Rosso-Pilot Verstappen sollte in den Red Bull steigen und das Cockpit des enttäuschenden Daniil Kwjat übernehmen – und dann lief alles wie im Märchen. Gleich in der ersten Runde kollidierten die als unschlagbar geltenden Mercedes-Stars Hamilton und Rosberg; Vettel und Ricciardo waren mit einem Boxenstopp mehr unterwegs; Verstappen fuhr wie ein Routinier und gewann sensationell – mit 18 Jahren und 228 Tagen.

Lob vom Entdecker

„Für Max war das die logische Weiterentwicklung“, sagte Marko einmal. „Wenn auch zu einem früheren Zeitpunkt als geplant.“ Die logische Weiterentwicklung für einen Fahrer, der aus der Nachwuchsschmiede von Red Bull kommt. Zu einem Star der Szene wurde auch Daniel Ricciardo, der 2016 in Barcelona für Red Bull fuhr – und Carlos Sainz jr., der den Boliden des Schwesterteams Toro Rosso pilotierte und seit dieser Saison im begehrten Ferrari-Cockpit sitzt.

Kein anderes Team arbeitet so intensiv mit dem Nachwuchs, wie es die Österreicher tun. Seit 2001 werden im Red-Bull-Junior-Team die Weltmeister der Zukunft ausgebildet. Der Weltmeister 2021 soll endlich Max Verstappen heißen. Seit Beginn der Hybrid-Ära 2014 war Red Bull nie so knapp dran an Mercedes wie heuer. Hamilton gewann zum Auftakt in Bahrain und am vergangenen Wochenende in Portugal, Verstappen sicherte sich den Sieg in Imola und liegt in der Gesamtwertung acht Punkte hinter dem Briten.

Lob vom Weltmeister

„Max fährt außergewöhnlich gut“, sagt Dauer-Weltmeister Hamilton. „Er hat ein Auto und ein Team, das ohne Zweifel den Titel gewinnen kann, wenn wir unseren Job nicht richtig machen.“ Jugendlicher Übermut hatte Verstappen zu Beginn seiner Karriere mehrmals gestoppt. Heute macht der Niederländer kaum noch Fehler; sauschnell ist er aber immer noch; riskant, aber präzise sind seine Überholmanöver.

15 Piloten aus der Nachwuchsschmiede von Red Bull haben es bis heute in die Formel 1 geschafft, der erste, der für das Team in die Punkteränge kam, war ein Österreicher: Christian Klien. Siege feierten der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel (53 Rennsiege), Max Verstappen (11), Daniel Ricciardo (7) und Pierre Gasly (1).

Wer in das Red-Bull-Junior-Team aufgenommen wird, dem steht das Tor zur Formel 1 offen. Doch die Auslese im Nachwuchs ist ähnlich beinhart wie das Urteil von Helmut Marko. Mehrmals wechselte etwa Daniil Kwjat zwischen Red Bull und Toro Rosso, bis er Ende 2020 endgültig sein Cockpit räumen musste. Dann probierte man es mit Alex Albon. So wichtig der Thailänder für den südostasiatischen Markt war, so klar scheiterte er auch an seinem Teamkollegen Verstappen. Nach eineinhalb Saisonen musste er wieder gehen.

Jüngster Neuzugang aus dem hauseigenen Nachwuchsprogramm ist Yuki Tsunoda (20). Der nur 1,59 Meter kleine Japaner strebt bei Alpha Tauri nach Großem. Sein Ziel ist klar definiert: „Ich möchte einfach alle anderen schlagen.“

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