Warum beim Formel-1-Team von Red Bull die Stimmung im Keller ist
Max Verstappen ist skeptisch.
„Der Abstand von Red Bull ist doch sehr groß“, sagte ServusTV-Experte Christian Klien und verwies auf die gewaltigen 1,376 Sekunden Rückstand von Max Verstappen auf den Trainingsschnellsten Oscar Piastri. McLaren konnte in Suzuka überraschend einen Schritt nach vorne machen. Bei Red Bull scheint man hingegen ratlos zu sein, und der vierfache Weltmeister ist frustriert.
Übergewicht beim Red Bull
Schon jetzt ist es nahezu ausgeschlossen, dass der 28-Jährige am Sonntag (7.00 MESZ) seinen fünften Sieg in Japan in Folge holen wird. „Wir müssen realistisch sein, wir sind nicht annähernd in der Nähe der Spitze“, stellte Verstappen fest. Im Training schaffte er es als Zehnter gerade einmal ins Mittelfeld. In der WM trennen ihn nach nur zwei Rennen (und einem Sprint) bereits 43 Punkte von Leader George Russell im Mercedes. In China fiel Verstappen zuletzt aus. Es war sein erster Nuller seit dem Grand Prix von Österreich am 29. Juni 2025. „Ich hoffe, China bleibt für eine Weile unser schlechtestes Wochenende“, sagte Verstappen.
Doch die Aussicht auf Besserung ist trüb. Der RB22 soll Übergewicht haben. Von mindestens 10 Kilogramm ist die Rede. „Das Auto ist nicht schwer zu fahren“, erklärte Teamkollege Isack Hadjar. „Es ist einfach langsam. Wir brauchen zu viel Zeit in den Kurven.“
Die Laune bei Verstappen ist im Keller. Anhaltend ist sein Groll über die Regelreform. Vollblutrennfahrer mutieren plötzlich zu Energie-Managern, so seine Kritik über die neuen Antriebe, die fast 50 Prozent ihrer Leistung aus den Batterien beziehen, die immer wieder geladen werden müssen. Wie gereizt Verstappen ist, zeigte sich am Donnerstag, als er einen Journalisten aus seiner Medienrunde warf, der ihm 109 Tage zuvor eine ihm nicht genehme Frage gestellt hatte.
- George Russel (GBR) Mercedes 51
- Kimi Antonelli (ITA) Mercedes 47
- Charles Leclerc (MON) Ferrari 34
- Lewis Hamilton (GBR) Ferrari 33
- Oliver Bearman (GBR) Haas 17
- Lando Norris (GBR) McLaren 15
- Pierre Gasly (FRA) Alpine 9
- Max Verstappen (NED) Red Bull 8
Zu alledem kommen bereits jetzt im März Gerüchte auf, dass Verstappen eine angebliche Ausstiegsklausel nützen könnte, um schon in der kommenden Saison zu Mercedes zu wechseln. Auto, Motor und Sport schrieb, dass der Red-Bull-Fahrer das Team verlassen könne, sofern er zur Jahresmitte nicht mindestens Zweiter in der WM ist.
Übertreibung bei den Spekulationen
Mercedes-Teamchef Toto Wolff reagierte sogleich, verwies die Spekulationen ins Land der Märchen und betonte, dass seine Piloten George Russell und Kimi Antonelli langfristig an das Team gebunden seien. „Ich könnte nicht glücklicher sein mit den beiden“, sagte Wolff nach den Grand-Prix-Siegen von Russell in Australien und Antonelli zuletzt in China.
Dass sich der Niederländer in einem Silberpfeil wohlfühlen würde, scheint klar. Mitte Mai wird er das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring bestreiten. Gemeinsam mit dem Österreicher Lucas Auer – in einem Mercedes.
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