Niki Lauda und Alain Prost am Rande des Monaco-GP im Jahr 2013

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Sport Motorsport
05/22/2019

Die Formel 1 trauert in Monaco um Niki Lauda

Veranstalter, Teams und Fahrer gedenken des zweifachen Monaco-Siegers. Hommages sind auf den Autos geplant.

Die Formel 1 trauert in Monaco um Niki Lauda. Zwei Tage nach dem Ableben des dreifachen Weltmeisters aus Österreich trafen Teams und Fahrer am Mittwoch im Fürstentum ein, wo kommenden Sonntag mit dem Grand Prix von Monaco der sechste WM-Lauf 2019 ausgetragen wird. In Monaco hatte Lauda nach seinem ersten Sieg 1975 mit dem Handkuss für Fürstin Gracia Patricia für Schlagzeilen gesorgt.

Die Teams und ihre Fahrer aber auch die Veranstalter wollen beim Formel-1-GP von Monaco Zeichen im Gedenken an Lauda setzen. Vor allem die großen Teams wie Mercedes, Ferrari und McLaren, bei denen Lauda in wichtigen Positionen tätig gewesen ist, werden dem Österreicher gedenken. Ferrari etwa kündigte "sichtbare Zeichen auf den Autos" als Hommage an Lauda an.

Handkuss

Der vergangenen Montag im Alter von 70 Jahren verstorbene Lauda war 1975 und 1977 mit Ferrari sowie 1984 mit McLaren Weltmeister geworden und zuletzt als Aufsichtsratsvorsitzender des Mercedes-Teams tätig gewesen. Speziell in Italien ist Lauda eine derartige Legende, dass mittlerweile selbst der Fußballklub AC Milan kondolierte.

In Monaco hat Lauda zwei Mal gewonnen, jeweils mit einem Ferrari. 1975, im Jahr seines ersten WM-Titels auf Anfangs nasser Strecke vor den Brasilianern Emerson Fittipaldi (McLaren) und Carlos Pace (Brabham). 1976 - erneut aus der Pole und nur wenige Wochen vor seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring - vor seinem Ferrari-Teamkollegen Clay Regazzoni sowie dem Schweden Ronnie Peterson (March).

Die Bilder vom Handkuss für Fürstin Gracia Patricia (Grace Kelly) waren damals um die Welt gegangen. Lauda hatte diese Geste aufgrund seiner guten Erziehung als "Normalität" bezeichnet. Auch für den Österreicher war der Grand Prix auf dem engen Straßenkurs im Fürstentum an der Cote d'Azur eines der wichtigsten Rennen des Jahres gewesen. "Jeder weiß, dass ein Sieg in Monaco genauso wichtig ist wie der Gewinn der Weltmeisterschaft. Das hat genauso viel Glamour, bietet genauso viel PR und Medienwirkung", hatte Lauda einst gesagt.

Vertrauensperson

Zu jenen, die am Tag danach geschockt auf den Tod Laudas reagiert hatten, gehörte Lewis Hamilton. Lauda hatte den Briten einst als Nachfolger von Michael Schumacher zu Mercedes gelotst, wo er mittlerweile zum Mehrfach-Weltmeister geworden ist. In den Jahren seit 2014 hatte sich auch eine Art Vertrauensverhältnis zwischen dem Briten und dem Österreicher ergeben.

"Ich wehre mich zu glauben, dass du gegangen bist", hatte Hamilton nach einer Schockpause am Dienstagabend über Soziale Kanäle kundgetan. Hamilton war auch einer der drei Piloten, die bei der obligaten und in Monaco schon Mittwoch stattfindenden FIA-Pressekonferenz Rede und Antwort standen. Man geht davon aus, dass der favorisierte Brite bei einem Triumph am Sonntag (15.10 Uhr MESZ) diesen wohl seinem Ratgeber Lauda widmen wird.

Lauda hatte zusammen mit dem ebenfalls aus Wien stammenden Teamchef Toto Wolff Mercedes zu dem gemacht, was man vor dem ersten Saisonhöhepunkt in Monaco ist. Seit 2014 sind nur Mercedes-Piloten Weltmeister geworden, die aktuelle Saison hat mit fünf Doppelsiegen für die überlegenen "Silberpfeile" begonnen. Man sprach zuletzt sogar vom "besten Team aller Zeiten". Hamilton ist fünffacher Weltmeister und 76-facher GP-Sieger, nur noch zwei Titel trennen ihn vom Allzeit-Rekord Michael Schumachers.

In der Fahrer-WM liegt der dreifache Saisonsieger Hamilton sieben Punkte vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas, der die restlichen zwei Rennen gewonnen hat, in Front. Max Verstappen (Red Bull) hat als erster Verfolger schon 46 Punkte Rückstand auf Hamilton. Im Vorjahr siegte Daniel Ricciardo im Fürstentum. Damals fuhr der Renault-Pilot aber noch für Red Bull. 2019 ist Charles Leclerc der emotionale Favorit. Der hoch talentierte Ferrari-Teamkollege von Sebastian Vettel ist gebürtiger Monegasse.

Jubilar

Statistiker schreiben Kimi Räikkönen im Fürstentum dessen 300. Grand-Prix-Teilnahme zu. Tatsächlich gefahren ist der aktuell bei Alfa Romeo fahrende Finne aber drei Rennen weniger, weshalb sein tatsächlich 300. GP-Start erst am 30. Juni in Österreich zu feiern wäre. Angesichts der Trauer um Niki Lauda tritt an diesem Wochenende all dies aber in den Hintergrund, der Glitzer- und Glamour-Grand Prix an der Cote d'Azur trägt die Fahnen auf Halbmast.