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Sport Motorsport
08/10/2021

Alles Leinwand: Wie der Motorrad-Rennsport im TV perfektioniert wurde

183 Kameras sind bei einem Grand Prix im Einsatz. TV-Rechtehalter Dorna hat den Rennsport perfektioniert. Sogar das Militär und die Medizin profitieren davon.

von Alexander Strecha

Mitte der 80er-Jahre war man erstmals so richtig im Bilde im Motorrad-Rennsport. Eine mehrere Kilo schwere Kamera auf einem Motorrad sollte spektakuläre Bilder liefern, um beim Zuschauer den Live-Effekt zu steigern. Allerdings konnte das schwere Ungetüm nur nach vorne ausgerichtet werden. Daher fragte man sich: Wer ist gewöhnlich Zweiter, um den Führenden zu filmen? Der US-Amerikaner Randy Mamola.

Beim GP der Niederlande in Assen wurde auf dessen Honda erstmals eine Onboard-Kamera montiert. Das winzige Problem an dem großen Abenteuer: Der GP von Assen wurde zum Regenrennen, Regenspezialist Mamola fuhr vorneweg, gewann den GP und lieferte den Fans eine Stunde lang nur Asphaltbilder. Dennoch verlor man nicht den Fokus.

Der TV-Rechtehalter Dorna übernahm 1992 die kommerzielle Vermarktung der Königsklasse im Motorradsport und widmete sich in Folge auch der Entwicklung der Onboard-Kameras.

Heute sind bei einem Rennen der MotoGP nicht weniger als 183 Kameras im Einsatz, davon 91 direkt auf den Maschinen. Pro Motorrad können sechs Kameras montiert werden. Für die Dorna sind vor Ort 300 meist spanischsprachige Mitarbeiter im Einsatz, wie Alex Arroyo erklärt. Er darf sich „Commercial Media Senior Director“ nennen.

Drei Jumbo-Ladungen

Das Infield am Red-Bull-Ring in Spielberg gleicht einem Containerdorf mit bis zu 150 Containern für die TV-Übertragung. Unzählige Kabel schlängeln sich über den Beton. Wenn man all das Equipment von einer Rennstrecke zur nächsten transportiert, dann kann man damit drei 747-Flugzeuge befüllen, wie Arroyo nicht ohne Stolz anmerkt.

Sämtliche Bewegt-Bilder werden von der Dorna gespeichert und bearbeitet und den TV-Anstalten zur Weiterverwertung zur Verfügung gestellt. Aber nicht nur die Sender und die Zuschauer profitieren von der Masse an Bildern, sondern auch die Teams selbst. Sie haben Zugriff auf die Aufnahmen ihrer Motorräder und können damit viel detaillierter in die Analyse gehen. Während einer Saison übergibt die Dorna den Teams ein Dossier zur Kameratechnik für die kommende Saison, worauf die Mechaniker rund um dieses System die Rennmaschinen entwickeln.

Im Fokus

Nicht einmal die Formel 1 ist bei einem Grand Prix in diesem Ausmaße im Bilde, nimmt sich an der MotoGP durchaus eine Anleihe, wie auch der Radsport. Die Bild-Technik und vor allem die speziellen Linsen werden darüber hinaus auch beim Militär und in der Medizin (vor allem für Sonden bei Operationen) genützt.

Der MotoGP-Sender ServusTV hat in Spielberg gleich 40 statt der üblichen zehn Mitarbeiter vor Ort, insgesamt wurden vom GP der Steiermark 18 Stunden übertragen, ebenso kommendes Wochenende beim Grand Prix von Österreich an selber Stelle, wie Benjamin Boldt, der Motorsport-Verantwortliche des Senders, erklärt.

Besonderer Wert wird auch auf den Online-Auftritt gelegt, erstmals wird ein Rennen aus der Sicht eines Bloggers beziehungsweise Influencers begleitet.

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