FILE PHOTO: Formula One F1 - Ayrton Senna - Brazilian

Ayrton Senna wirkte oft nachdenklich. Auch kurz vor seinem Tod

© Action Images

Sport Motorsport
05/01/2020

1. Mai 1994 - der Tag, an dem Ayrton Senna verunglückte

Einen Tag nach dem Tod des Österreichers Roland Ratzenberger verstarb der dreifache Weltmeister bei einem Unfall in Imola.

60 Jahre alt wäre Ayrton Senna mittlerweile. Wäre er TV-Experte? Wäre er Teamchef? Wäre der so beliebte Brasilianer Politiker? Oder würde er einfach nur sein Familienleben genießen?

Es ist am 1. Mai genau 26 Jahre her, dass Senna sein Leben verloren hat. Im Alter von 34 verstarb er bei einem Unfall beim Grand Prix in Imola. Ein Charismatiker, der im Formel-1-Auto aber auch kompromisslos sein konnte - und es auch war.

Ex-Teamkollege Alain Prost über Ayrton Senna

"Zu Ehren von Ayrton Senna werde ich mich nie wieder in ein Formel-1-Auto setzen. Er war der Meister seines Fachs. Ich bin stolz, gegen ihn gefahren zu sein."

Sebastian Vettel über Ayrton Senna

"Was er in so kurzer Zeit erreicht hat und wie präzise er hinter dem Lenkrad war, war einzigartig." 

Enzo Ferrari über Ayrton Senna

"Es liegt etwas Fesselndes im Blick dieses Jungen."

Helmut Marko über Ayrton Senna

"Die Einstellung, das Charisma, der reine Speed ... Natürlich hat Schumacher die meisten Titel. Aber Senna war der Größte."

Juan Pablo Montoya über Ayrton Senna

"Hätte Senna überlebt, wäre Schumacher drei Mal weniger Weltmeister geworden."

Landsmann Felipe Massa über Ayrton Senna

"Ich kann mich noch erinnern, wie wunderbar er im Auto war. So einen Fahrer auf diese Weise zu verlieren, das war dramatisch - nicht nur für Brasilien, sondern für die ganze Welt."

Lewis Hamilton über Ayrton Senna

"Im gleichen Atemzug wie Senna genannt zu werden, macht mich sehr demütig. Er war für mich ein Held, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Für mich ragt Senna aus allen heraus, er fuhr auf einem ganz anderen Niveau."

Gerhard Berger über Ayrton Senna

"Ich habe all die Jahre gesagt, ich sehe keinen in der Nähe von Ayrton. Aber Lewis (Hamilton; Anm.) ist der erste Fahrer, den ich auf dem gleichen Level sehe."

Senna hatte ein "schlechtes Gefühl"

Am 1. Mai 1994 war er es nicht. Seine damalige Freundin Adriane Galisteu erzählte später, er habe ein „ganz schlechtes Gefühl“ für das Rennen gehabt. Am Tag zuvor war in Imola der Österreicher Roland Ratzenberger gestorben. Das und der schwere Crash seines Landsmanns Rubens Barrichello beim Trainingsauftakt des Grand Prix in Imola hatten ihn schwer getroffen. Der damalige Rennarzt Sid Watkins hatte Senna sogar nach eigener Schilderung überreden wollen, sofort zurückzutreten. „Was willst du noch beweisen?“, habe er ihn gefragt. Senna startete, verunglückte in der Tamburello-Kurve und starb. 

Die genau Unfallursache ist bis heute nicht geklärt. Sicher ist mittlerweile nur, dass Senna schon tot war, als er aus dem Auto herausgeholt wurde. An seinem Williams war die Lenksäule gebrochen, höchstwahrscheinlich wurde er von einem Rad am Helm getroffen und erschlagen. Die offizielle Todesnachricht  kam erst Stunden später aus dem Krankenhaus in Bologna.

Die Motorsportfans auf der ganzen Welt und ganz Brasilien trauerten. Nicht nur die Rennserie stand unter Schock, ein ganzes Land war bestürzt vom Tod des Piloten, der 1988, 1990 und 1991 im McLaren den WM-Titel geholt hatte. Eine dreitägige Staatstrauer wurde erlassen.

Senna konnte 41 Rennen bei 161 Starts gewinnen. 65-mal stand der Südamerikaner auf der Pole Position. Und er wusste auch, dass er sich auf einem schmalen Grat bewegte. „In dem Moment, in dem du der Schnellste geworden bist, bist du auch enorm zerbrechlich. Im Bruchteil einer Sekunde kannst du weg sein“, sagte er.

Der damalige Williams-Designer Adrian Newey bezeichnete Jahre später Sennas Auto als aerodynamische Fehlkonstruktion. Die Seitenkästen seien zu lang gewesen, sodass gerade auf schnellen Strecken wie in Imola die Gefahr eines plötzlichen Strömungsabrisses gegeben war. Zu spät.

Staatsbegräbnis in São Paulo

Das Begräbnis in São Paulo wurde zum Staatsakt. Zwei Millionen Menschen säumten die Straßen. Die letzten Meter wurde der Sarg von Rennfahrerkollegen getragen, etwa von Intimfeind Alain Prost und von Sennas gutem Freund Gerhard Berger. „Es war, als hätte man einen König zu Grabe getragen“, sagte der Tiroler.

Einen möglichen Sieg in Imola 1994 hätte Senna dem verunglückten Österreicher Ratzenberger gewidmet. Im Wrack lag eine kleine rot-weiß-rote Fahne.

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