Schmerz’ lass nach: Samir Ait Said (FRA) brach sich den Unterschenkel.

© APA/AFP/ANTONIN THUILLIER

KuRIOs
08/08/2016

Leiden, Pech und Pannen bei Olympia

An den ersten Olympia-Tagen passierten in Brasilien schon etliche Hoppalas.

von Christoph Geiler

Wer gedacht hätte, die Kurz-Schluss-Handlung von Judoka Leopold Paischer, der am Samstag nur 27 Sekunden auf der Olympia-Matte stand, wäre bisher das Highlight der Hoppalas von Rio gewesen, der hat nicht mitbekommen, was in der Turnhalle, auf der Radstrecke oder im Ruderrevier am ersten Wochenende der Wettkämpfe bereits alles vorgefallen ist.

Rio macht seinem Namen alle Ehre, die Spiele sind jetzt schon reich an KuRIOsitäten.

Die Sturzorgie

Rio erlebte am Samstag die Premiere einer neuen olympischen Disziplin: Was eigentlich Radfahren hätte sein sollen, war tatsächlich Radfallen. Auf dem holprigen, rutschigen Rundkurs purzelten die Radstars nur so durch die Gegend, dass man ihnen am liebsten Stützräder montiert hätte. Kaum ein Teilnehmer, der nicht einmal auf dem Hosenboden gelandet wäre oder Bekanntschaft mit der brasilianischen Botanik gemacht hätte.

Ganz zu schweigen von den vielen Defekten. In der letzten Runde machten Vincenzo Nibali (ITA) und Sergio Henao (COL) auf dem Weg zur sicheren Medaille in einer der gefährlichen Abfahrten einen Abflug und zogen sich wie zahlreiche andere Radprofis Knochenbrüche zu.

Dan Craven hatte die Aussichtslosigkeit des Unterfangens rasch erkannt. Der Radler aus Namibia ließ die Welt via Twitter am Rennen teilnehmen: So berichtete der radelnde Reporter darüber, dass im Peloton ein Lied angestimmt wurde und bat um einen Caipirinha als Durstlöscher. Ob der gute Dan Craven am Fuße des Zuckerhuts auch Pokémons gefangen hat, ist nicht überliefert.

Auch das Damenrennen wurde von einem schweren Sturz überschattet. Die zu diesem Zeitpunkt führende Annemiek van Vleuten blieb zunächst regungslos liegen und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die Raftingtour

Die ersten olympischen Ausfahrten der Ruderer erinnerten phasenweise an Rafting-Touren. Die Surfer hätten mit Wind und Wellen ihre Freude gehabt, aber die Ruderer mit ihren wackligen Booten brachten diese Verhältnisse in richtige Turbulenzen. Im Zweier-Vorlauf hieß es dann am ersten Tag auch prompt: "Mann über Bord." Die beiden Serben Milos Vasic und Nenad Bedik kenterten.

Die Odyssee

Die nigerianischen Kicker mussten schon vor dem ersten Match in die Verlängerung: Die Anreise nach Manaus wurde zu einer Odyssee, das Team saß in Atlanta fest, nachdem sich die Airline wegen finanzieller Probleme geweigert hatte, den Flug fortzusetzen. Dann stellte sich heraus, dass im Charter nicht Platz für alle Spieler ist. Die Spielfreude hat offenbar nicht darunter gelitten: Nigeria bezwang im Auftaktspiel Japan mit 5:4.

Der Pechvogel

Wenn die Turner ihre Kunststücke vollführen, dann sind normalerweise alle Augen auf die Akrobaten gerichtet. Doch am ersten Tag konnten die Fans bei einigen Stürzen und Ausrutschern nicht mehr hinsehen. Vor allem die Verletzung von Samir Ait Said schockte das Publikum: Der Franzose zog sich einen doppelten Unterschenkelbruch zu. Und als wäre das für ihn nicht schon schlimm genug gewesen, ließen ihn die Sanitäter dann beim Abtransport von der Trage fallen.

Die Saunarunde

Die verirrten US-Basketballstars sorgten in Rio für große Verwirrung. Eigentlich hatten die Spieler ja nur einen Saunabesuch in einem Spa im Sinn, doch dann fanden sie sich in einem berühmten Bordell wieder. Möglicherweise haben die NBA-Stars das "Temas Monte Carlo" aber auch mit einem Casino verwechselt. In Stimmung war Team USA dann auch im Auftaktspiel – 119:62 gegen China.

Das Schlüssel-Erlebnis

Die Fans, die sich das Eröffnungsspiel im Damen-Fußballturnier (Schweden vs. Südafrika) ansehen wollten, standen vor verschlossenen Toren. Da der Schlüssel zum Olympia-Stadion verschwunden war, mussten Feuerwehrleute den Eingang mit einem Bolzenschneider aufbrechen.

Die Versprecher

Aus Rainer Pariasek ist noch nicht Rainer Pariosek geworden. Beim ORF-Moderator ist noch Sand im Getriebe: "Viel Spaß an der Copa Cagrana." Auch ARD-Expertin Franziska van Almsick geriet zu später Stunde ins Schwimmen: "Nicht den Sand in den Kopf stecken."

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