Frauenpower im ÖSV: Roswitha Stadlober (li.) folgt bis auf Weiteres Karl Schmidhofer im Präsidentenamt. Rechts im Bild Vizepräsidentin Claudia Strobl-Traininger

© APA/BARBARA GINDL

Winheims Tagebuch
10/03/2021

Ski- vs. Fußball-Präsidenten: Ladys First und ein Professor Nimmersatt

Warum Österreichs Sportbosse wieder öfters in die Luft gehen und wo sich immer mehr Frauen an Spitzenpositionen befinden.

von Wolfgang Winheim

Auch wenn Peter Schröcksnadel nach 31-jähriger Ära nicht mehr Ski-Präsident ist – auf internationaler Ebene wird er konträr zum ebenfalls abgetretenen Fußballboss Leo Windtner weiterhin die Fäden ziehen.

Noch sind Schröcksnadels Einfluss und Ideen im Weltskiverband, dessen Vizepräsident er ist, keineswegs Schnee von gestern. Der neue FIS-Präsident, der schwedisch-englische Head-Besitzer Johan Eliasch (59) mit Wohnsitz Nizza, ließ mit dessen Privatjet Schröcksnadel im Sommer mehrmals Richtung Côte d’Azur düsen. Zumal Schröcksnadels Know-how bei den geplanten Änderungen (mehr Nachtrennen, Aus für Super-G) unverzichtbar scheint.

Ungeachtet dessen kommt keine Ruhe in nationale Führungsgremien.

Während Gerhard Milletich als neue (Fußball-) Präsident beim größten österreichischen Sportverband Skepsis selbst in eigenen Reihen auslöst, noch ehe er angelobt ist, muss beim erfolgreichsten österreichischen Sportverband mit Roswitha Stadlober (vormals Steiner) die ehemalige Slalom-Weltcupsiegerin unerwartet in die Chefrolle schlüpfen.

Karl Schmidhofer, der Schröcksnadel langfristig hätte beerben sollen, trat nach hundert Tagen Amtszeit aus verständlichem wie tragischem Grund (Schlaganfall des Sohnes) zurück.

Die bisherige ÖSV-Vizepräsidentin Stadlober ist eine gute (Interims-)Lösung. Dass sie über Organisationstalent verfügt, beweist die Salzburgerin als Mitbegründerin und Geschäftsführerin von Kada.

Kada? Steht für Karriere danach.

Stadlober hatte gemeinsam mit Vierfach-Ex-Ruderweltmeister Christoph Schmölzer fast tausend Sportlern zu einem zweiten Standbein bzw. zum Einstieg ins Berufsleben verholfen. Mittlerweile übernahm Alexandra Meissnitzer die Kada-Präsidentschaft von Doppeldoktor Schmölzer.

Auch im Fußball heißt’s – von den obersten Funktionärsriegen des konservativen ÖFB einmal abgesehen – immer öfters Ladys first.

Spendierhos’n

Unter der enthusiastischen Präsidentschaft der Wiener Pharmaunternehmerin Brigitte Annerl wurde Hartberg zur zweiten steirischen Macht neben Sturm Graz.

In Tirol hat Diana Langes-Swarovski die (Spendier-)Hos’n an. Ohne sie und ihr Geld hätte es für Wattens kaum fürs Oberhaus gereicht und wäre Thomas Silberberger nie zum klubtreuesten Trainer der Bundesliga (acht Jahre bei der WSG Tirol) geworden.

Im höchsten Bundesliga-Gremium ist Tirols First Fußball-Lady die Nummer zwei neben dem Bundesliga-Vorstandsvorsitzenden (und Admira-Präsidenten) Philip Thonhauser, der im Gegensatz zu Diana Langes-Swarovski eher unauffällig agiert. Was auch daran liegt, dass Thonhauser, 49, berufsbedingt die Hälfte des Jahres in New York verbringt. Zur ÖFB-Hauptversammlung aber wird er laut Liga-Geschäftsführer Christian Ebenbauer am 17. Oktober nach Klagenfurt kommen.

Olympia-Präsident Karl Stoss, 64, wiederum hat Thailand zu seinem privaten Lebensmittelpunkt gemacht. Der pensionierte Casino-General wird zu ÖOC-Sitzungen von Bangkok nach Europa düsen.

Auch Professor Nimmersatt alias Peter Schröcksnadel geht künftig wieder öfters in die Luft. Besitzt er doch an Kanadas Pazifikküste nicht nur ein Refugium und Firmen. Er spendete dort auch hohe Dollar-Beträge der Krebsforschung.

Die Lockdowns nutzte Schröcksnadel zu monatelangem Geheimtraining in seinem Kössener Fitnesstempel. Sicherlich lässt er, wenn es nun um seine Nach-Nachfolge als ÖSV-Präsident geht, wieder die Muskeln spielen. Der 80-Jährige scheint wie in den Jungbrunnen gefallen zu sein. Ohne den 16-fachen Opa geht nach wie vor nix.

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