© REUTERS/CHRISTIAN HARTMANN

Sport
08/01/2021

Winheims Tagebuch: Quälen statt Matschkern

Nach acht Wettkampf-Tagen bereits 241 Infizierte. Österreicher hingegen dürfen sich bei den Corona-Spielen erfreulicheren Statistiken widmen.

Die Bronzene, mit der der gutmütige, zu Tränen gerührte 147-Kilo-Hüne Lukas Weißhaidinger vom Podest lächeln wird, ist die erste Männer-Medaille für Rot-Weiß-Rot in der Elementarsportart Leichtathletik. Und die bereits fünfte für Österreich in Tokio 2021. Damit ist die Medaillenausbeute bei Sommerspielen jetzt schon die zweitbeste in der olympischen Nachkriegsgeschichte. Und mit ein bisserl Glück könnte sogar noch die Bilanz von Athen 2004 (siebenmal Edelmetall) übertroffen werden. Zumal das ÖOC speziell mit den Damen Ivona Dadic und Verena Mayr (beide Siebenkampf) sowie Kletterer Jakob Schubert noch heiße Eisen im olympischen Feuer hat.

Während ausländische Medien einander täglich überbieten mit Zitaten von unzufriedenen Athleten, die sich über spartanische Quartiere, eintönige Kost und strenge Corona-Maßnahmen beschweren, halten sich ÖOC-Athleten beim Wett-Matschkern konträr zur österreichischen Tradition zurück.

Die positive Einstellung könnte Mitgrund für den erstaunlichen Erfolg sein. Wobei der in den meisten Fällen weniger Produkt eines staatlichen Systems, sondern vielmehr Lohn für die akribische Arbeit von Individualisten ist. Die Bereitschaft zum Quälen zeichnet sie alle aus.

Rekorde

Auch solche wie den glücklosen Schwimmer Felix Auböck, der gleich über drei Distanzen mit Rekorden ins Finale unter die Top 8 kraulte. Oder Turner Vinzenz Höck, der als erster österreichischer Weltcupsieger an den Ringen nicht nach Tokio durfte. Weil die Qualifikation laut internationaler Regel nur über eine starke Mannschaft bzw. den Mehrkampf möglich ist. Auf den Skisport umgelegt wäre das so, als würde man einen Liechtensteiner Lauberhorn-Sieger nicht bei Olympia starten lassen. Im Radsport wiederum ließ man Anna Kiesenhofer im Zeitfahren nicht starten, obwohl das als ihre stärkere Disziplin galt.

Bei der österreichischen Sportlerwahl des Jahres wird Gold-Anna kaum zu schlagen sein. während bei den Herren mit Titelverteidiger Dominic Thiem und David Alaba (laut Spiegel 19,47 Millionen Euro Jahresgage bei Real) Österreichs bestverdienende Sportler heuer nur Außenseiter sind.

Im Moment haben die beiden ohnehin andere Sorgen. Weil Thiem eine hartnäckige Handverletzung plagt und Alaba das Schicksal der 241 positiv getesteten Olympia-Athleten teilt. Nur wird Reals Neuerwerbung in Madrid die Quarantäne nicht in neun Quadratmeter kleinen Räumen bei zehn Tage lang geschlossenen Fenstern abzusitzen haben.

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