Sport
04.03.2018

Ivona Dadic: "Gold hole ich beim nächstem Mal"

Dank WM-Silber durch Mehrkämpferin Ivona Dadic wähnt sich Österreichs Verband auf dem richtigen Weg.

In dem Moment ihres bislang größten Erfolges gab Ivona Dadic gleich das nächste Ziel aus: "Gold hole ich mir beim nächsten Mal", sagte die Oberösterreicherin Freitagabend nach ihrer Silbermedaille im Fünfkampf bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Birmingham.

Mit Größenwahn oder fehlender Demut hat das nichts zu tun. Der 24-Jährigen stehen die besten Zeiten im Mehrkampf wohl noch bevor, wie auch Sportdirektor Gregor Högler bestätigt: "Sie wird noch immer von Jahr zu Jahr schneller. Das ist die große Kunst. Viele Leichtathleten erreichen bereits mit zwanzig ihren Zenit."

Und außerdem: "Ivona hat keine Schwächen." Das ist kein Nachteil, wenn man eine Sportart betreibt, die aus fünf (Halle) beziehungsweise sieben (Freiluft) Disziplinen besteht, in denen gleichermaßen Ausdauer und Schnellkraft, Wucht und Akrobatik gefragt sind. Das erfordert nicht nur eine perfekte Trainingssteuerung, sondern auch Disziplin und den Willen zur Schinderei. "Das harte Training macht nicht immer Spaß, aber die Aussicht auf Erfolg schon. Gewinnen macht auf diesem Level eine Menge Spaß", weiß der ehemalige Speerwerfer Högler.

Als absoluten Wettbewerbstyp bezeichnet der Wiener seine derzeitige Vorzeigeathletin: "Ivona braucht die große Bühne, sie liebt den Wettkampf."

Für den österreichischen Verband (ÖLV) kam die fünfte Hallen-WM-Medaille der Geschichte nicht überraschend. Vor einigen Jahren hatte eine interne Analyse ergeben, dass im Mehrkampf der Frauen der Anschluss an die Spitze rascher gelingen könne als in anderen Disziplinen. "Wir müssen unsere Ressourcen optimal einsetzen, um Weltklasse zu sein", sagt Högler, "noch vor einiger Zeit hatten wir nur einen angestellten Trainer, heute sind es immerhin acht. Wir können nicht alle Disziplinen mit dem gleichen Aufwand betreiben."

Heißes Quartett

Der Plan scheint aufzugehen. Neben Vizeweltmeisterin Dadic stellt der ÖLV mit Sarah Lagger die amtierende U-20-Weltmeisterin, insgesamt haben vier Mehrkämpferinnen realistische Chancen, sich für die nächsten Großereignisse zu qualifizieren.

Bares Geld ist die erste WM-Medaille seit 14 Jahren nicht automatisch wert. Im Erfolgsranking des österreichischen Sports findet die Hallen-Saison der Leichtathleten keine Beachtung. "Ist nicht schlimm, die Medaille ist gut für das Image des Verbandes. Es ist unser Job als Verband, Leistung zu reproduzieren", betont Högler, der auf eine Reise zur WM verzichtet hat. Akkreditierungen bei Großereignissen sind rar, der Sportdirektor wollte jedem der vier Starter das ideale Betreuerteam zur Verfügung stellen. So konnte Dadic im Fünfkampf auf ihre vier Stammcoaches vertrauen. "Ich weiß diesen Aufwand sehr zu schätzen", sagt Dadic im KURIER-Gespräch.

Die große Feier blieb in Birmingham aus. Dafür hat sie nun Zeit. Gestern erfuhr sie, dass sie nun eine Woche trainingsfrei hat. "Ich weiß nur nicht, was ich anstellen soll", gesteht Dadic, "das letzte Mal, als ich mehrere Tage in Folge nicht trainiert habe, ist schon eine Weile her."