Isländer Johannesson neuer ÖHB-Teamchef

Glatze gnadenlos: Neo-Teamchef Patrekur Johannesson ist bekannt dafür, keinen Konflikt zu scheuen.
Foto: apa

Der 39-jährige Patrekur Johannesson erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag und soll Österreichs Team zur WM 2013 führen.

Was so ein Akzent alles ausmacht. Man musste nur die Augen schließen und schon war es wieder da, das gute Gefühl im österreichischen Handball: Flügel, Kreis, Rückraum - typisches Handball-Vokabular. Dargeboten mit klangvollem isländischen Zungenschlag.

Der Sprecher: Patrekur Johannesson, seit Montag offiziell der neue Teamchef der österreichischen Handball-Herren und somit Nachnachfolger seines Landsmannes Dagur Sigurdsson.

Die Bestellung des 39-Jährigen darf durchaus als Reminiszenz an die erfolgreiche Ära verstanden werden, Abgrenzungsversuche zum Vorvorgänger wurde erst gar nicht angestellt. Präsident Gerhard Hofbauer: "Wir wollen wieder dorthin, wo wir mit Dagur waren." Also ins Feld der erweiterten Spitze, zu Großereignissen.

Volle Konzentration

Abgegrenzt wurde dann aber doch noch, und zwar zu Magnus Andersson, dem glücklosen Vorgänger an der Seitenlinie. Inhaltlich, weil Johannesson bewusst das Gespräch mit Sigurdsson sucht, und ebenso vertraglich: Der Neue darf und muss sich ganz auf das Nationalteam konzentrieren - eine Klausel für eine Doppelfunktion wurde diesmal explizit ausgespart. "Das ist gut so. Allmählich muss sich auch die Struktur der Mannschaft ändern", sagt Viktor Szilagyi, "dafür ist Patrekur der Richtige, er scheut keinen Konflikt. Szilagyi spielte drei Jahre mit Johannesson in Essen, die Zukunft des Kapitäns im Team ist allerdings noch offen, ein Gespräch folgt.

Die erste Bewährungsprobe steht ab Jänner an. In der Vorqualifikation zur WM 2013 sollten Israel und Großbritannien allerdings keine allzu großen Hürden sein, im Play-off muss man auf ein wenig auf Losglück hoffen. Spätestens 2014 soll die Auswahl bei einer Endrunde wieder dabei sein. In der Nationenwertung ist Österreich auf dem Vormarsch und könnte somit in der EM-Qualifikation 2014 erstmals in Topf zwei gereiht werden.

(kurier) Erstellt am
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