Lukrativer Ausfallschritt: Novak Djokovic verlässt für zwei Wochen die ATP-Tour und schlägt sich in der International Premier Tennis League herum.

© REUTERS/RAY STUBBLEBINE

Tennis-Zirkus
10/01/2014

Millionenshow mit neuen Regeln für Schläger-Typen

Eine Turnierserie mit revolutionären Regeln und frischem Geld lockt Agassi, Djokovic und Scharapowa an.

von Philipp Albrechtsberger

Auch in dieser Geschichte geht es ums Geld. Der Tennis-Profi Novak Djokovic hat in seiner erfolgreichen Laufbahn (sieben Grand-Slam-Titel) bislang fast 55 Millionen Euro an Preisgeld verdient, 580.000 Euro davon erspielte sich der Serbe Ende August mit dem Halbfinaleinzug bei den US Open. Es waren zwei harte Turnierwochen mit drückender Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. Der 27-Jährige spielte insgesamt zwanzig Sätze, er verließ New York danach angeschlagen.

Ende November wird Novak Djokovic nach Manila reisen, er wird dort maximal drei Sätze spielen und dafür rund 800.000 Euro kassieren.

Der Wettkampf auf den Philippinen ist der Startschuss zu einer neuen Mini-Turnierserie im Tennis, die International Premier Tennis League. Bis zum 13. Dezember wird noch in Singapur, Indien und Dubai aufgeschlagen.

Um Weltranglistenpunkte geht es dabei nicht, dafür aber um Geld, um sehr viel Geld. Die vier Austragungsorte treten als Franchise-Unternehmer auf. Sie erkauften sich nicht nur das Veranstaltungsrecht, sondern auch die Spieler für ihr Team.

So bildet Djokovic für Dubai unter anderen mit Caroline Wozniacki und dem exzentrischen Altstar Goran Ivanisevic das Team UAE Royals. So ziemlich alles, was in der Tennis-Welt Rang und Namen hat oder hatte, tingelt im Namen der International Premier Tennis League für zwei Wochen durch Asien: Roger Federer, Pete Sampras, Maria Scharapowa, Serena Williams, Andre Agassi. 17 Millionen Euro gaben die vier Städte insgesamt an Antrittsgagen aus.

Als Mastermind tritt der Inder Mahesh Bhupathi auf. Der elffache Grand-Slam-Sieger (Doppel bzw. Mixed) ist Direktor der Globosport Group of Companies, des größten Sport- und Event-Veranstalters Indiens. Seine Tennis-Liga folgt dabei völlig neuen Gesetzen: Eine Partie endet nach nur einem Satz, bei 5:5 entscheidet ein Tiebreak. In jedem Match kann ein Spieler einen Punkt ansagen, der doppelt zählt.

Bhupathi will das junge, asiatische Publikum in die Hallen locken (Mindestanforderung an die Ausrichter: 12.000 Sitzplätze). In Manila kostet das billigste Dreitagesticket 44 Euro. Das entspricht einem Drittel des durchschnittlichen Monatslohns auf den Philippinen.

Modus

Ein Duell zweier Teams besteht aus je einem Satz in den Kategorien Einzel (Damen/ Herren), Herren-Doppel, Mixed-
Doppel, Legenden-Einzel. Gründe der Liga ist der indische Doppel-
Spieler Mahesh Bhupathi.

Teams:

Indian Aces: Federer, Sampras, Monfils, Ivanovic, Mirza, Bopanna, Santoro.

Manila Mavericks: Murray, Tsonga, Flipkens, Nestor, Moya, Huey, Scharapowa.

Singapore Slammers: S. Williams, Agassi, Berdych, Hewitt, Kyrgios, Soares, Hantuchova, Rafter.

UAE Royals: Djokovic, Wozniacki, Bouchard, Gasquet, Ivanisevic, Zimonjic, Jaziri.

Schauplätze: Manila (Philippinen, 28.–30.11.), Singapur (2. – 4. 12.), Neu-Delhi (Indien, 6. – 8. 12.), Dubai (11. – 13. 12.).

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