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Sport
08/17/2019

Hitze und verunreinigtes Wasser bereiten olympische Sorgen

Die Nachteile des heißen Sommers – ein Jahr vor den olympischen Spielen in Tokio sind die Veranstalter gewarnt.

Elf Monate vor den Olympischen Spielen in Tokio wird aufgezeigt, welch schwerwiegende Probleme auf die japanische Hauptstadt auch im Jahr 2020 zukommen könnten. Vor allem die Hitze – und die ist in der Region kein aktueller Einzelfall – machte bei einigen Testbewerben zu schaffen.

Nichts anderes blieb den Veranstaltern übrig, als bei den Triathlonbewerben am vergangenen Donnerstag und Freitag die Laufstrecke bei den Frauen wegen der andauernden Hitze (32 Grad) und der sehr hohen Luftfeuchtigkeit von zehn auf fünf Kilometer zu verkürzen. Dennoch musste die Französin Cassandre Beaugrand nach dem Wettkampf wegen eines Sonnenstichs ins Krankenhaus eingeliefert werden. Damit nicht genug.

Wasserscheu

Ein Para-Triathlon als Test vor den Paralympics, welche nach den Spielen 2020 stattfinden werden, litt unter einer erhöhten Konzentration von E.coli im Wasser, das in den vergangenen Tagen eine Temperatur von 30 Grad erreicht hatte. Der Bewerb konnte daher nur als Duathlon (Radfahren, Laufen) durchgeführt werden. Bei einer Prüfung der Wasserqualität im Odaiba Marine Park sei der Fäkalbakterienlevel weit über dem erlaubten Grenzwert gelegen.

Hitzebedingte Erkrankungen bei Teilnehmern und Zuschauern wurden auch bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Rudern registriert. Bewerbe, die ebenfalls als olympische Tests dienten. Und zu Lande hatten Reiter und Pferde mit den Temperaturen zu kämpfen. Man musste der Aufforderung nachkommen, die Turnier-Startzeiten in frühere Morgenstunden zu verlegen.

Abkühlung

Auch die Segler leiden unter dem schwülen Wetter. Stunden verbringen sie bei oftmaliger Flaute auf dem Wasser. Um die Sportler gegen die Hitze zu schützen, wird in Japan der Einsatz von neuartigen Kühlwesten getestet. "Der Segelsport brauchte so etwas bisher nicht", sagt Nadine Stegenwalner, die Sportdirektorin des Deutschen Seglerverbandes. Wegen der hohen Wassertemperatur werde keine spürbare Kühlung geboten. Jede Nation sei diesbezüglich bereits in einer Testphase. Dabei gibt es jedoch strenge Regeln, denn die Kleidung darf ein bestimmtes Gewicht nicht überschreiten.

Jedenfalls sind die diversen Generalproben beim Olympia-Veranstalter als Warnung angekommen. Als Maßnahme gegen die hohe E.coli-Konzentration wollen die Organisatoren nun weitere Filtersiebe in der Bucht von Tokio anbringen. Sprecher Masa Takaya versprach in einer Erklärung am Samstag, dass eine umfassende Überprüfung stattfinden werde. Man werde alles unternehmen, um für die Sportler im kommenden Jahr ein "sicheres und gesundes Umfeld" zu schaffen.