© Philipp Carl Riedl

Sport
09/08/2021

Golf-Star Schwab: "Die Gedanken gehen manchmal in die falsche Richtung"

Der 26-Jährige löste das Ticket für die berühmte PGA-Tour. Ein Gespräch über die Herausforderungen als Golfprofi und die Klischees der Sportart

von Christoph Geiler

Am Sonntag erfüllte sich Matthias Schwab den amerikanischen Traum. Mit dem achten Platz im Korn Ferry Championship in Newburgh fixierte der Steirer das Ticket für die US-PGA-Tour. „Damit habe ich mein wichtigstes Jahresziel erreicht“, sagte der 26-Jährige, der als zweiter Österreicher neben Sepp Straka an der Turnierserie teilnehmen wird.

Schwab wird noch in diesem Monat fix nach Dallas übersiedeln und Ende September bei den Farmers Insurance Championships in die PGA-Tour einsteigen. Seine nächste große Mission: Ein erster Sieg bei einem bedeutenden Turnier. Matthias Schwab über …

  • die Sehnsucht nach dem ersten Turniersieg

„Ich habe in diesem Jahr schon einige gute Turniere gespielt und war teilweise auch sehr weit vorne dabei. Es hat dann aber öfter der richtig gute Schlusstag gefehlt. Ich bin überzeugt: Je häufiger ich mich in so eine Situation bringe, umso größer ist die Chance, dass es irgendwann so weit sein wird und es aufgeht. Ich mache mir diesbezüglich aber nicht den Mörderdruck.“

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  • die mentale Belastung während eines Turniers

„Bei anderen Sportlern dauert der Wettkampf oft nur eine Minute. Wir Golfer sind dann doch vier, fünf Stunden unterwegs. Da hast du viel Zeit, dir den Kopf zu zerbrechen. Du kannst nicht vier Stunden Vollgas im Tunnel sein. Körperlich würde es möglich sein, aber mental geht das einfach nicht. Man kann nicht über die gesamte Zeit die Konzentration bei hundert Prozent halten.“

  • das Kopfkino auf der Runde

„Gerade weil man zwischen den Schlägen so viel Zeit hat, gehen die Gedanken natürlich manchmal in die falsche Richtung. Das kann oft schnell gehen und ist bei uns Profis nicht anders als bei Hobbygolfern. Nach mehreren schlechten Schlägen fange auch ich zu grübeln an und frage mich: Warum treffe ich die Bälle gerade so schlecht? Was ist da los? Und da muss man raus finden. In diesen Phasen ist auch die Unterstützung des Caddies sehr wichtig.“

  • die Bedeutung des Caddies

„Ein Caddie hat ein größeres Anforderungsprofil, als nur die Schläger zu tragen. Er ist auch eine Art Psychologe. Er sieht mir an, wie es mir geht. Es hilft enorm, wenn die Chemie mit dem Caddie stimmt und es gemeinsame Interessen gibt. Ich rede mit meinem Caddie James sehr oft über Fußball. Zwischen den Schlägen ist es mein Ziel abzuschalten oder wegzukommen. Erst in der Minute vor dem Schlag habe ich wieder den vollen Fokus.“

  • die Strapazen einer langen Golfsaison

„Bei mir ist immer der Rücken ein kleines Fragezeichen. Aber das hatte ich zuletzt gut im Griff. Körperlich ist so eine Saison eher weniger ein Problem als vielmehr psychisch. Wenn du mental ausgelaugt bist, dann bist du nicht mehr so konzentriert und es passieren Flüchtigkeitsfehler. Das ist dann meistens ein Zeichen, dass der Akku leer ist und dass es dringend notwendig ist, zwei Wochen Pause einzulegen.“

  • seinen Status in Österreich

„Auf Golfplätzen werde ich schon erkannt. Vor allem daheim in Schladming muss ich mir das Training gut einteilen und zu Zeiten golfen, wenn wenig los ist. Sonst komme ich einfach nicht zum Trainieren. Es spielen in Österreich schon sehr viele Leute Golf, aber nicht viele kriegen wirklich mit, was im Profibereich abgeht. Es fehlt da oft der Bezug, aber ich denke, dass Bernd Wiesberger, Sepp Straka und ich gute Arbeit leisten, dass wir den Sport ein bisschen mehr in die Medien bringen und dass wir dadurch Golf bekannter machen.“

  • Golf-Klischees

„Es heißt immer noch manchmal, dass Golf ein Schnöselsport oder nur etwas für alte Herren wäre. Oder gar, dass es überhaupt kein Sport wäre. Ich würde jedem, der dieser Ansicht ist, raten, einmal eine Golfrunde zu machen. Freunde von mir, die regelmäßig ins Fitnessstudio gehen, hatten am nächsten Tag überall einen Muskelkater. Oder sie sagen, sie können nicht mehr als neun Löcher spielen, weil dann die Konzentration weg ist und sie so müde sind. Golf ist körperlich und mental extrem anspruchsvoll, das verstehen Leute, die noch nie Golf gespielt haben, nur schwer.“

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