Die Fahne des Anstoßes: Sie ist eine Anspielung auf Bales Abstand zu Real Madrid

© Action Images via Reuters/ANDREW BOYERS

Sport
11/20/2019

Gareth Bale verspottet Real Madrid mit Fahnenjubel in Wales

Die Medien in der spanischen Hauptstadt schäumen wegen des Stürmers: „Bale hat Madrid verspottet“

von Günther Pavlovics

Die Jubel-Szenen von 100-Millionen-Mann Gareth Bale vor einer provokanten Fahne kamen in Madrid überhaupt nicht gut an. „Bale hat Madrid verspottet“, schrieb das Sportblatt „AS“, und bei „Marca“ war zu lesen: „Das ist die zigste Unverschämtheit von Bale gegenüber Madrid. Die Beziehung zwischen dem Verein und dem Spieler ist kaputter denn je."

Lieber Golf als Madrid

Nach der erfolgreichen EM-Qualifikation der Waliser durch ein 2:0 gegen Ungarn am Dienstag in Cardiff hüpften Bale und Co. hinter einer großen Fahne mit der Aufschrift: „Wales. Golf. Madrid. - In dieser Reihenfolge.“ Kreative walisische Fußball-Fans hatten das Banner in Anlehnung an einen kritischen Kommentar vom früheren Real-Star Predrag Mijatovic über Bale angefertigt. „Ihn interessiert zuallererst die Nationalmannschaft von Wales. Dann kommt Golf, und erst dann Madrid“, lautete das Urteil des Real-Siegtorschützen im Champions-League-Finale 1998 während einer TV-Sendung.

Spätestens seit dieser Woche dürfte Bale bei den Königlichen keine Zukunft mehr haben. Schon am Rande des Spiels in Aserbaidschan hatte der 30-Jährige durchblicken lassen, dass er viel lieber bei der walisischen Auswahl ist: „Es ist, als ob man mit den alten Freunden im Park spielt. Bei Wales spreche ich meine Sprache und fühle mich wohler.“

Gespielt hat er in Madrid aber kaum mehr. Bale und Real, die Beziehung entwickelt sich mehr und mehr zu einem riesengroßen Missverständnis. Für 100 Millionen Euro war der hochveranlagte Stürmerstar 2013 von Tottenham Hotspur zum spanischen Rekordmeister gewechselt. Doch Bale war häufiger verletzt, als er auf den Platz glänzte. Seine beiden Tore beim Champions-League-Triumph 2018 gegen den FC Liverpool gehörten zu den eher seltenen genialen Momenten. Trainer Zinedine Zidane ließ mehrmals durchblicken, dass er mit Bale nicht viel anfangen kann.

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